30 Jahre World Wide Web – ein Weg in 10 Etappen

Seite: 4/11

Firma zum Thema

Disketten und CDs für den Internet-Zugang

Für viele Internetnutzer erleichterten Disketten und CDs von America Online die ersten Schritte ins Web. Leider erwiesen sich die per Direktmarketing verschickten und auf Zeitschriften prangenden CDs mit der Zeit zur Plage.
Für viele Internetnutzer erleichterten Disketten und CDs von America Online die ersten Schritte ins Web. Leider erwiesen sich die per Direktmarketing verschickten und auf Zeitschriften prangenden CDs mit der Zeit zur Plage.
(Bild: AOL)

Für viele User, die hierzulande in den neunziger Jahren das Internet entdeckten, waren entweder die Telekom-Tochter T-Online oder America Online (AOL) die ersten Provider – unter anderem, weil sie relativ preiswerte Einwahlgebühren für die mehrheitlich mit einem Analogmodem ausgestatteten Privatkunden boten.

Ein Vorteil von AOL war, dass die User einfach nur die Zugangssoftware installieren mussten und dann sofort loslegen konnten. Zudem lockte AOL oft mit Kostenlos-Angeboten, bei denen die Neukunden eine Zeitlang gratis (abgesehen von den Telefon-Verbindungsgebühren) surfen konnten.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Um Neukunden zu gewinnen, warf AOL deshalb die CD-Presse an. Passte die erste Version der Zugangssoftware noch auf eine Diskette, so war für spätere Varianten schon die CD als Speichermedium notwendig. Ende der neunziger Jahre prangten auf fast allen Computerzeitschriften AOL-Zugangs-CDs, zudem erhielten Bestandskunden die aktuelle Softwareversion auf CD zugeschickt. Viele AOL-CDs endeten deshalb als Hightech-Bierdeckel, als Zifferblatt für CD-Uhren oder wanderten einfach in den Müll.

Dem Vernehmen nach trug zu dieser Zeit jede zweite weltweit produzierte CD das AOL-Logo. Initiativen zur Müllvermeidung gründeten sich, die die Ressourcenverschwendung des amerikanischen Konzerns anprangerten. Insgesamt soll AOL rund 300 Millionen US-Dollar in diese Form des Marketings gesteckt haben.

(ID:39373980)