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Maschinenkommunikation 3 Grundsätze für die M2M–Infrastruktur

| Autor / Redakteur: Martin Scheller * / Franz Graser

Das Henn-na-Roboterhotel in Japan stellt uns vor eine interessante Frage: Stehen wir vor dem Zeitalter, in dem die menschliche Arbeit mehr und mehr von digital gesteuerten Maschinen übernommen wird?

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Kollege Roboter: Roboter senken Kosten und können unangenehme oder beschwerliche Arbeitsgänge übernehmen. Soll das Nebeneinander von Mensch und Maschine gelingen, bedarf es einer gut geplanten Netzwerkarchitektur.
Kollege Roboter: Roboter senken Kosten und können unangenehme oder beschwerliche Arbeitsgänge übernehmen. Soll das Nebeneinander von Mensch und Maschine gelingen, bedarf es einer gut geplanten Netzwerkarchitektur.
(Bild: iStock/iLexx)

Anfang des Jahres 2015 sorgte der Betreiber des Henn-na-Hotels im Freizeitpark Huis Ten Bosch bei Nagasaki mit dem Plan für Schlagzeilen, in dem Gebäude nahezu alle Arbeiten von Robotern erledigen lassen zu wollen: Gäste am Empfang begrüßen und einchecken, die 72 Zimmer reinigen und beim Tragen des Gepäcks behilflich sein.

Das Henn-na-Hotel ist nur ein Beispiel dafür, wie Szenarien aus Hollywood-Filmen wie „Terminator“, „A.I.“ oder „I, Robot“ dank künstlicher Intelligenz (KI) und Machine-2-Machine (M2M)-Technologie immer mehr aus dem Bereich des Visionären in den des Machbaren rücken. Jeder dieser Spielfilme handelt von einer Welt, in der die Maschinen ihre menschlichen Entwickler letztlich überflüssig machen: Sie entwickeln ein Bewusstsein, lernen zu überleben und zerstören in einigen Fällen sogar die Welt um sich herum.

Science Fiction trifft auf die Realität

Natürlich dramatisiert Hollywood diese Vision unserer Zukunft. Dennoch stellt uns das Roboterhotel in Japan vor eine interessante Frage: Stehen wir an der Schwelle zu einem Zeitalter, in dem die menschliche Arbeit mehr und mehr von digital gesteuerten Maschinen übernommen wird? Die Antwort lautet ganz klar „ja“.

Laut einer aktuellen Studie der globalen Beratungsfirma Accenture nutzen 57 Prozent der Unternehmen schon heute Technologien, mit denen Geschäftsanwender Aufgaben erledigen können, für die zuvor IT-Experten benötigt wurden. Mehr als 75 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich die Unternehmen innerhalb der kommenden drei Jahre gleichermaßen auf das Training ihrer Mitarbeiter wie das ihrer Maschinen konzentrieren müssen.

Die gesamte Geschäftswelt bewegt sich immer schneller in Richtung der digitalen Transformation, befeuert durch immer ausgereiftere Technologien, die zu einem schnelleren ROI und höherer Effizienz führen. Nach Einschätzung von Gartner wird der zunehmende Einsatz von smarten Maschinen und industrialisierten Services dazu führen, dass die Gesamtbetriebskosten für betriebliche Abläufe schon 2018 um 30 Prozent niedriger sein werden als heute. Die Kraft, die das Netzwerk aus Geräten, Maschinen und Robotern antreibt, muss robust und zuverlässig sein. Nur so ist gewährleistet, dass Unternehmen maximalen Nutzen aus ihren Technologie-Investitionen ziehen.

Wenn wir uns die Maschinen als vernetzte Geräte vorstellen, können wir besser verstehen, welche Voraussetzungen für den beschriebenen Wandel gegeben sein müssen. Noch können wir uns nicht annähernd vorstellen, wie viele Geräte, Maschinen oder auch Roboter miteinander vernetzt sein müssen, um innerhalb der Unternehmen ihre neuen Aufgaben zu erfüllen. Um aber für diese Zukunft gerüstet zu sein, sollten wir uns schon heute mit Netzwerkkomponenten beschäftigen, die den Fokus auf eine hochgradig intelligente, verteilte Architektur richten, mit der sich die verschiedenen Geräte sicher miteinander verbinden lassen.

Drei Grundsätze für die M2M-Infrastruktur

Woran sollten nun Unternehmen bei der Aufrüstung ihrer M2M-Infrastruktur denken?

  • Einfache Konnektivität bereitstellen: Um einen stabilen Informationsaustausch zwischen einzelnen Geräten über das Internet auch auf Unternehmensebene zu ermöglichen, ist ein stabiles WLAN-Netzwerk das A und O. Doch viele unterschätzen, wofür WLAN am Arbeitsplatz eingesetzt wird. Neben den vielen Verbindungen, die gleichzeitig bedient werden müssen, stellen auch die unzähligen Anwendungen, die bei der Arbeit auf den Clients genutzt werden, eine Belastung für das Drahtlos-Netzwerk dar. Dieser Faktor wird von Unternehmen oft ebenso unterschätzt wie die Anzahl mobiler Endgeräte, die Mitarbeiter als sogenannte Business Consumer von zuhause in die Arbeit mitbringen (Stichwort „Bring Your Own Device“, BYOD). Durch ein Drahtlos-Netzwerk, das es dem Anwender erlaubt, sich schnell, zuverlässig und einfach mit dem Internet zu verbinden, kann ein Unternehmen mit aktuellen Entwicklungen wie M2M und Internet of Things Schritt halten.
  • Konnektivität aufrechterhalten: Oftmals sind Schwierigkeiten bei der Netzwerkanbindung maßgeblich dafür verantwortlich, dass Arbeitnehmer ihre Termine nicht einhalten oder ihren Job nicht planmäßig erledigen können. Sicherzustellen, dass Mitarbeiter nicht buchstäblich den Anschluss verlieren, sondern deren mobile Konnektivität ohne Unterbrechung aufrechtgehalten wird, ist demnach von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg eines Unternehmens.
  • Geräte, Nutzer und Applikationen unterscheiden und verwalten: Eines der wichtigsten Merkmale eines modernen Enterprise-fähigen Drahtlos-Netzwerks ist die Fähigkeit, Anwender und Geräte anhand von Berechtigungen zu unterscheiden, Benutzergruppen zu verwalten und Anwendungen zu priorisieren. Denn gerade in IoT/M2M-Szenarien können unkontrollierbare Clients wie etwa smarte Glühlampen, Klimaanlagen oder Kühlschränke zu Schlupflöchern für Angreifer werden. Diesen Endpunkten sollten deshalb einmalige und für jedes Gerät spezifische Anmeldeinformationen zugewiesen und damit nur begrenzte Rechte eingeräumt werden.

Überwacht man außerdem noch deren Aktivität, lässt sich verhindern, dass über Zugangsschlüssel einfache „Dinge“ gehackt und dann womöglich die gesamte Gebäudetechnik kontrolliert werden kann: Sollte etwa eine Glühbirne versuchen, auf Facebook zuzugreifen, wüsste ein IT-Administrator sofort, dass etwas nicht stimmt.

* Martin Scheller ist Director Sales für Zentraleuropa bei Aerohive Networks.

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