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MIT-Ausgründung formlabs 3-D-Drucker schlägt die Brücke von Günstig zu Genau

| Redakteur: Peter Koller

Bei 3-D-Druckern galt bisher: Entweder teuer und präzise oder günstig und, nun ja, rustikal. Ein System der MIT-Ausgründung formlabs soll nun präzise Drucke zum günstigen Preis realisieren und speziell mittelständische Entwickler und Ingenieure ansprechen.

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Hochpräzise 3-Drucke auf dem Desktop: Form 1
Hochpräzise 3-Drucke auf dem Desktop: Form 1
(formlabs)

Form 1 nennt sich der 3-D-Drucker vom formlabs, der diesen Spagat schaffen soll. formlabs ist aus einem Kurs am Media Lab des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) hervorgegangen. Anders als die gängigen preiswerten 3-D-Drucker, die ein Kunststoff-Filament schmelzen und schichtweise daraus Objekte aufbauen, verwendet der rund 3300 US-$ teure Form 1 die sehr viel präzisere Methode der Stereolithographie, die bisher 3-D-Printern aus dem sechststelligen Preisbereich vorbehalten war.

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Dabei wird eine Wanne mit einem lichtempfindlichen Polymer gefüllt, das von einem violetten Laser an bestimmten Punkten gezielt ausgehärtet wird. Eine mechanische Plattform hebt das zu erstellende Objekt dann ein klein wenig an, so dass die ausgehärtete Schicht trocknen kann, ehe eine weitere darauf gesetzt wird. Auf diese Weise lässt sich eine Genauigkeit von 25 Mikrometern erzielen.

formlabs will damit eine Mittelklasse schaffen zwischen den sehr günstigen Filament-Druckern für Privat-Anwender und den für viele kleinere Unternehmen unbezahlbaren High-End-Maschinen. Um das zu schaffen, war einiges an Kreativität notwendig. So wurden für die Laser des Druckers zum Beispiel Laserdioden aus handelsübliche Blu-ray-Playern zweckentfremdet. Dazu kam die Entwicklung der Software PreForm, um die bei stereolithographischen Drucker normalerweise sehr komplizierte Ausrichtung des Objekts für den Druckprozess zu automatisieren.

Eine Finanzierungskampagne für formlabs auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter zeigte den Machern bereits 2012 das große Interesse an ihrer Entwicklung. Statt des angepeilten Ziels von 100.000 US-$ kamen nicht weniger als drei Millionen US-$ an Entwicklungskapital zusammen. Ein anderer Teil der Finanzierung kommt von Mitch Kapor, der in der Frühzeit des PC mit der Entwicklung des Programms Lotus zu Ruhm und Vermögen kam.

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