Bausatz

3-D-Drucker aus dem Fischertechnik-Baukasten

| Redakteur: Franz Graser

Modell des 3-D-Druckers von Fischertechnik.
Modell des 3-D-Druckers von Fischertechnik. (Bild: Fischertechnik)

Nach dem Prinzip „Build, plug and print“ hat Fischertechnik den weltweit ersten 3-D-Drucker aus einem Baukastensystem entwickelt. Das Set bietet die Möglichkeit, aus Elementen des bekannten Konstruktionsbaukastens einen eigenen 3-D-Drucker zu bauen.

Der Baukasten mit 890 Bauteilen wird ab August für 699,95 Euro angeboten. Er enthält auf die Fischertechnik-Bauteile abgestimmte Komponenten von German RepRap, einem renommierten 3D-Drucker-Spezialisten. Wie bei den Baukästen, die ausschließlich in Deutschland hergestellt werden, führt eine Bauanleitung Schritt für Schritt zum voll funktionsfähigen 3-D-Drucker.

Fischertechnik verzichtet, anders als Hersteller von anschlussfertigen 3D-Druckern, bewusst auf eine umschließende Abdeckung. Dadurch wird die Technik sicht- und erlebbar. Im Gegensatz zu 3-D-Drucker-Bausets sind weder Werkzeug noch Lötarbeiten beim Aufbau und der Inbetriebnahme erforderlich. Das spart Zeit und verhindert Betriebsunterbrechungen durch schadhafte Lötstellen.

In der Softwarebibliothek sind zahlreiche fertige Druckbeispiele als druckfähige G-Codes gespeichert. Zudem werden G-Codes für den Druck zum Download angeboten. Die Software erlaubt es aber auch, aus Internet-Datenbanken importierte oder selbst mit einem CAD-Programm gestaltete STL-Dateien in der beiliegenden Software 3D Print Control zu verarbeiten und im sogenannten Slicer in einen druckfähigen G-Code umzuwandeln.

Der 3-D-Drucker nutzt das bekannte Druckverfahren Fused Filament Fabrication (FFF). Es lässt sich einfach anwenden, nutzt kostengünstiges Verbrauchsmaterial und ist deshalb für Einsteiger ohne Vorkenntnisse geeignet.

Im Baukasten enthalten ist ein Filament mit 1,75 mm Durchmesser für erste Druckobjekte. Die Verwendung von Polylactid (PLA) als Filament ermöglicht es, ein unbeheiztes Druckbett zu verwenden. Zudem bietet das BuildTak-Druckbett eine gute Haftung des Filaments, das sich nach dem Abkühlen sehr einfach ablösen lässt. Dieses für den Druckprozess optimierte Filament kann in acht verschiedenen Farben auf 50- und 500-g-Ringen nachbestellt werden.

Die 3-D-Druckersoftware.
Die 3-D-Druckersoftware. (Bild: Fischertechnik)

Der Druckprozess wird mit dem 3-D-Controller gesteuert. Dieser beinhaltet neben einem Atmel Microcontroller eine USB-Schnittstelle für den Computer, vier Schrittmotorentreiber für die X-, Y- und Z-Achsen sowie den Extruder, einen Leistungsausgang für die beheizte Düse des Extruders, Anschlüsse für drei Endschalter, einen Temperatursensor und eine DC-Buchse für eine 19-Volt-Spannungsversorgung. Beim Druckprozess wird der Extruder von Schneckenantrieben über die Druckplattform geführt.

In dem Komplettset mit 890 Bauteilen sind vier Schrittmotoren, drei Minitaster, eine beheizte Düse mit Temperaturüberwachung, ein Druckbett mit Druckplatte und ein Schaltnetzteil zur Stromversorgung enthalten. Die im Baukasten bereits mitgelieferte Druckersoftware 3D Print Control (CD-ROM) ist für Computer mit den Betriebssystemen Windows 7, 8 und 10 ausgelegt. Anwender mit einem Linux- oder OS X-Betriebssystem können den 3-D-Drucker mit der kostenfreien Software RepetierHost betreiben.

Technische Daten

  • Druckbereich: 115 x 100 x 65 mm
  • Druckgeschwindigkeit: 37 mm/s
  • Schichtdicke: mindestens 0,2 mm
  • Filament-Durchmesser: 1,75 mm
  • Düsen-Durchmesser: 0,5 mm
  • Material: Polylactid (PLA)
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