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Interview mit Dr. Carsten Emde, OSADL

25 Jahre Linux: „Das vielseitigste Betriebssystem aller Zeiten“

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Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer des Open Source Automation Development Lab – OSADL. Über Linux sagt er: „Die richtige Person am richtigen Platz zur richtigen Zeit, die hohe Qualität und optimale Umgebungsbedingungen“ ließen Linux zum vielseitigsten Betriebssystem aller Zeiten wachsen.
Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer des Open Source Automation Development Lab – OSADL. Über Linux sagt er: „Die richtige Person am richtigen Platz zur richtigen Zeit, die hohe Qualität und optimale Umgebungsbedingungen“ ließen Linux zum vielseitigsten Betriebssystem aller Zeiten wachsen.
(Bild: OSADL)

Die Bandbreite der Anwendungen, für die Linux eingesetzt wird, ist ja phänomenal: von Embedded-Geräten bis hin zu Supercomputern. Was war aus Ihrer Sicht für diese Entwicklung primär ausschlaggebend – die technische Architektur des Systems oder das freie Verbreitungsmodell?

Zunächst war es wohl das Verbreitungsmodell, das war 1991 eine große Besonderheit. Die technische Architektur wurde erst später attraktiv. Aber noch etwas ist wichtig: Die große Bandbreite der Anwendungen und die Stabilität des Linux-Kernels und damit eng verbunden dessen Erfolg haben durchaus etwas miteinander zu tun.

Denn die hohe Skalierbarkeit führt dazu, dass Linux in einem maximal heterogenen Umfeld getestet werden kann und ein Fehler, der auf dem einen System zufälligerweise nicht auftritt, dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einem anderen System entdeckt wird. Die Skalierbarkeit ist also nicht nur per se ein Vorteil, sondern führt indirekt auch zur hohen Stabilität von Linux und damit wiederum zu dessen hoher Akzeptanz.

Linus Torvalds mischt sich ja auch heute noch immer wieder in die technischen Diskussionen um Linux ein, und zum Teil auch ganz handfest. Ist Linux überhaupt von ihm zu trennen? Wie könnte es ohne ihn weitergehen?

Hätte Linus in den ersten Jahren, zum Beispiel bis 1995, aus irgendwelchen Gründen die weitere Entwicklung aufgegeben, hätte sich Linux möglicherweise davon nicht mehr erholt.

Heute ist das aber wohl anders. Denn es wird allgemein davon ausgegangen, dass es durchaus mehrere Kernel-Entwickler aus dem Kreis um Linus gibt, die ohne allzu große Anlaufschwierigkeiten die Tätigkeit des Haupt-Maintainers übernehmen könnten, wenn Linus einmal keine Lust mehr haben sollte.

Wann ist Ihnen persönlich das Potenzial von Linux klargeworden?

Heute kann natürlich jeder leicht sagen, dass er es vor 25 Jahren schon geahnt hat... Ich kann mich allerdings noch daran erinnern, wie es war, als ich etwa 1993 den ersten Linux-Rechner in den Händen hielt: Damals war mir sehr schnell klar, dass ich mir genau so etwas schon immer gewünscht hatte. Aber die Vorstellungskraft, dass irgendwann einmal kaum jemand mehr ohne Linux auskommen würde, hat mir wohl doch gefehlt. Gehofft habe ich es aber sicher – und, wer weiß, vielleicht hat die eine oder andere Aktivität unserer Organisation auch ein wenig zum Erfolg von Linux – zumindest im Bereich von Embedded-Systemen – beigetragen.

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