Aufgemerkt 21. Juni 1988: IBM AS/400

Redakteur: Peter Koller

In der Rubrik Aufgemerkt stellt die Redaktion ELEKTRONIKPRAXIS regelmäßig Meilensteine aus der Geschichte der Elektronik und Elektrotechnik vor. Diesmal: IBMs Server-Legende AS/400.

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25 Jahre alt und immer noch auf der Höhe der Zeit: Ein Techniker bei der Installation eines IBM Power 740 Systems – direkter Nachfahr der AS/400, die vor einem Vierteljahrhundert auf den Markt kam
25 Jahre alt und immer noch auf der Höhe der Zeit: Ein Techniker bei der Installation eines IBM Power 740 Systems – direkter Nachfahr der AS/400, die vor einem Vierteljahrhundert auf den Markt kam
(IBM)

Wenige Server in der Geschichte der IT haben es zu Kultstatus gebracht. IBMs genau heute vor 25 Jahren vorgestelltes System AS/400 gehört mit Sicherheit dazu. Die AS/400 wurde am 21. Juni 1988 als gemeinsame Weiterentwicklung der IBM Midrange-Systeme System/36 und System/38 auf den Markt gebracht.

Im Jahre 2000 wurde die AS/400 im Rahmen der IBM eServer-Produktfamilien-Einführung in iSeries umbenannt, im Jahr 2007 wurden die Computer zum System i. Die Verschmelzung mit der System p-Serverfamilie führte zu den heutigen Power Systems (siehe auch Bildergalerie).

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Durch die Integration von Datenbank und Betriebssystem sowie von Haus aus vielen bereits vorinstallierten Funktionen hat die AS/400 bereits vor einem Vierteljahrhundert das Konzept der heute verbreiteten Appliances vorweggenommen.

Die hohe Integration sorgte für große Attraktivität bei vielen Unternehmen, welche mit möglichst wenig Verwaltungsaufwand eine Vielzahl kaufmännischer Aufgabenstellungen erledigen wollen. Kein Wunder, dass die AS/400 als Mittelstandsrechner berühmt wurde. Bis heute haben sich sich laut IBM mehrere hunderttausend Stück vom Urahn und seinen Nachfolgern verkauft.

Die Entwicklung der AS/400-Plattform (Projekt Silverlake) griff auf viele Vorüberlegungen zu modernen Computersystemen zurück. Hauptverantwortlich war Frank G. Soltis, Chef-Entwickler bei IBM in Rochester und Professor für Computer-Engineering an der Universität von Minnesota. Soltis entwickelte die fundamentalen Design-Konzepte des Systems, die noch immer weitgehend gültig sind. So zum Beispiel die Nutzung eines Betriebssystems zur Abstrahierung der Hardware.

Für Anwender in hohem Maß nützlich ist immer wieder die Anpassungsfähigkeit der AS/400 Architektur, die die Konstrukteure in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts vorausschauend eingebaut haben.

Das sorgte auch für eine enorme Leistungsfähigkeit und Robustheit. So ranken sich viele Legenden um die AS/400. So soll in manchen Firmen der Standort der hauseigenen AS/400 über die Jahre in Vergessenheit geraten sein, weil die Maschine ohne Wartung lief und lief und lief...

Und diese Erfolgsgeschichte scheint auch noch nicht zu Ende zu sein. In einem Blog vom IBM i Chief Architect Steve Will wird berichtet, dass heute bereits an den beiden nächsten Major Software-Releases nach IBM i 7.2 gearbeitet wird, deren Support bis jenseits 2025 geplant ist.

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