Aufgemerkt 2000: Der erste USB-Stick

Redakteur: Kristin Rinortner

Der USB-Stick revolutionierte den Dateiaustausch. Einstecken, Kopieren, Ausstecken und ab in die Hosentasche. Das war nicht immer so einfach. Der Universal Serial Bus und im Betriebssystem installierte Treiber machten es möglich.

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Speicher: Der erste USB-Stick kam im Jahr 2000 auf den Markt.
Speicher: Der erste USB-Stick kam im Jahr 2000 auf den Markt.
(Bild: _8mb_ibm_disk_on_key.jpg / Gbuchana / CC BY-SA 3.0)

Shimon Shmueli oder Dov Moran – wer den ersten USB-Speicher-Stick erdacht hat, ist nicht vollständig geklärt. Die ersten Flash-Speicher mit USB-Anschluss im Hosentaschenformat brachte IBM Ende 2000 als DiskOnKey auf den Markt. Kapazität 8 bis 32 MByte. Die Firma Trek 2000 vermarktete ein ähnlichen Speicher parallel mit ThumbDrive.

Die USB-Sticks bestehen nur aus wenigen Bauelementen: dem Flash-Chip und dem Controller-Chip mit Firmware, bei deren Entwicklung die Firma M-Systems zu den Pionieren gehörte. Deren Inhaber Dov Moran fertigte in Kfar Saba, Israel, die USB-Speicher für IBM, später u.a. auch für Hewlett-Packard und Apple.

Der Preisverfall bei NAND-Flash-Speichern und die Erfindung des Universal Serial Bus (USB) Ende der 1990-er Jahre dürften die Entwicklung des USB-Sticks beschleunigt, wenn nicht ermöglicht haben. Bis der Wechselspeicher in jedem Rechner funktionierte, dauerte es allerdings bis der Standardtreiber für USB-Massenspeicher standardmäßig auf jedem Rechner implementiert war. Der war erst bei Windows ME und Windows 2000 installiert; bei OS/2 (dem IBM-Betriebssystem) dauerte es noch länger und auch Linux-Betriebssysteme hinkten hinterher.

Als die Speicherkapazitäten der USB-Sticks so rasant stiegen wie die Preise sanken, war der Durchbruch für den USB-Stick schließlich geschafft. Der Verkaufshöhepunkt wurde 2012 und 2016 mit über 16 Millionen Sticks erreicht. Die praktischen USB-Sticks werden uns künftig sicherlich auch in Zeiten der Cloud begleiten, aber die Stückzahlen dürften weiter sinken.

Dov Moran ist in jedem Fall der Gewinner in der Geschichte der USB-Sticks: Im Jahr 2006 verkaufte er sein Unternehmen an den Konkurrenten SanDisk für rund 1,6 Milliarden US-Dollar.

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