Elektrotechnik 200. Geburtstag von Werner von Siemens

Redakteur: Kristin Rinortner

Mit einem Festakt in Berlin hat der Elektrokonzern Siemens gestern den 200. Geburtstag seines Gründers gewürdigt: Am 13. Dezember wäre der 1888 von Kaiser Friedrich III in den Adelsstand erhobene Werner von Siemens 200 Jahre alt geworden.

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Festakt zum 200. Geburtstag von Werner von Siemens (von links nach rechts): Gerhard Cromme, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siemens AG, Nathalie von Siemens, Geschäftsführender Vorstand und Sprecherin des Vorstands der Siemens Stiftung, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.
Festakt zum 200. Geburtstag von Werner von Siemens (von links nach rechts): Gerhard Cromme, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siemens AG, Nathalie von Siemens, Geschäftsführender Vorstand und Sprecherin des Vorstands der Siemens Stiftung, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.
(Bild: www.siemens.com/press)

Die Gala-Veranstaltung in der Mosaikhalle am Unternehmenssitz in Berlin bildete den Auftakt zu einer Reihe von Festakten, mit dem das Unternehmen an das Wirken des Erfinders erinnert. Siemens wird heute zwar von München aus geführt, an seinem weltweit größten Produktionsstandort in Berlin beschäftigt der Konzern aber rund 12.000 Mitarbeiter.

Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel nahmen mehr als 100 prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien teil. Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, eröffnete den Festakt. Nathalie von Siemens, Ur-Ur-Enkelin von Werner von Siemens, Geschäftsführender Vorstand und Sprecherin des Vorstands der Siemens Stiftung und Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG sowie Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens, würdigten den Firmengründer ebenfalls mit Redebeiträgen.

Werner von Siemens hat mit seiner Leidenschaft für Ingenieurskunst und seinem Streben nach wegweisenden Erfindungen die Technikentwicklung in Deutschland geprägt. Zusammen mit Georg Halske gründete er 1847 die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“ in Berlin, die als Wurzel des späteren Elektrokonzerns gilt und sich bereits zu seinen Lebzeiten zu einem Unternehmen von Weltrang entwickelte.

Werner von Siemens: Der einfache Junge aus dem Dorf, der in einem Berliner Hinterhof ein „Weltgeschäft à la Fugger“ begann.
Werner von Siemens: Der einfache Junge aus dem Dorf, der in einem Berliner Hinterhof ein „Weltgeschäft à la Fugger“ begann.
(Bild: www.siemens.com/presse)

Mit Erfindungen wie dem elektrischen Zeigertelegrafen, der die Kommunikation revolutionierte, dem elektrischen Generator oder der weltweit ersten elektrischen Straßenbahn leistete Werner von Siemens zudem einen maßgeblichen Beitrag zur technischen Entwicklung unserer Welt. Auch die elektrische Straßenbeleuchtung in Berlin geht genauso wie der Bau der Berliner U-Bahn auf seine Initiative zurück.

Was die Elektrifizierung zu Zeiten eines Werner von Siemens und seiner Brüder Carl und Wilhelm war, ist heute die Digitalisierung und Automatisierung. Derzeit gilt die Siemens AG als führender Anbieter in den Bereichen Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung.

Die Sparte Kommunikation, mit der alles anfing, ist schon lange verkauft, der Bereich Leuchten (OSRAM) existiert nur noch rudimentär. Zukunftsorientiert will man mit dem Kauf von Mentor Graphics, einem Software-Anbieter (für einen Kaufpreis von rund vier Milliarden Dollar bzw. 3,7 Mrd. Euro), die Vormachtstellung im Bereich der digitalen Fabrik weiter ausbauen. Zukunftsperspektiven liegen auch in der Beteiligung am Start-up „Next47“ (die 47 steht für die Gründung von Siemens), das hybrid-elektrische Antriebe für Flugzeuge entwickelt.

„Wer neu und anders denkt, kann die Welt verändern.“, schrieb Werner von Siemens in einem seiner zahlreichen Briefe. Ob das mit der aktuellen Neuausrichtung des Siemens-Konzerns funktioniert, bleibt abzuwarten.

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