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18-Kern-CPU von Intel: Viele Kerne für viel Geld

| Redakteur: Michael Eckstein

AMD hat mit Threadripper vorgelegt, nun holt Intel den Konkurrenten wieder ein: Als High-End-Plattform für Anwendungen wie Video-Rendering stellt Intel die letzten Mitglieder seiner Skylake X-Prozessorfamilie vor: Core i9-7980XE, Core i9-7960X und Core i9-7940X. Das Top-Modell kostet rund 110 Euro – pro Kern.

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Mehr geht nicht: Intels Core X-CPUs sind die derzeit schnellsten Desktop-Prozessoren.
Mehr geht nicht: Intels Core X-CPUs sind die derzeit schnellsten Desktop-Prozessoren.
(Bild: Intel Corporation)

Erinnerungen an alte Zeiten werden wach: Vor 15 Jahren tobte zwischen AMD und Intel noch regelmäßig ein heißer Kampf um die Performance-Krone ihrer Prozessoren. Irgendwann konnte AMD nicht mehr mithalten und verlor den Anschluss. Bis die texanische Chip-Schmiede im März 2017 mit dem Ryzen 7 1800 X ihren Erzrivalen erstmals wieder ins Schwitzen brachte.

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Im August dann der nächste Schlag: AMDs Ryzen Threadripper 1950X deklassierte sämtliche bis dato lieferbaren Core-X-Prozessoren. Erstmal nach über einer Dekade konnte AMD damit in einer Disziplin reüssieren, die über Jahre fest auf Intel gebucht war.

Das kam wohl auch für Intel überraschend. Nun hat der Prozessor-Primus gekontert und den Core i9-7980XE mit 18 Kernen sowie zwei darunter angesiedelte CPUs mit 16 und 14 Kernen vorgestellt. Alle sind deutlich teurer als AMDs Threadripper.

Geringerer Grundtakt, mehr Leistung

Intels Top-Modell taktet mit 2,6 GHz, der Core i9-7960X mit 2,8 GHz und der Core i9-7940X mit 3,1 GHz. Im Turbo-Boost-Modus sind es durchweg 4,4 GHz. Sie basieren auf dem High-Core-Count-Die (HCC) und sind für eine maximale Verlustleistung von 165 Watt spezifiziert. Alle Varianten stellen 44 PCIe-Lanes bereit und besitzen je vier Speichersteckplätze.

Wie alle CPUs der Core X-Baureihe sitzen auch die neuen Modelle in LGA2066-Sockeln auf Mainboards, die mit X299-Chipsätzen ausgestattet sind.

Seinen direkten Vorgänger Core i7-6950X von 2016 übertrumpft die neue High-end-CPU beim Rendering-Benchmark Cinebench R15 deutlich: Satte 80 Prozent mehr Leistung stehen auf der Habenseite. Hier machen sich die bis zu 36 Threads bemerkbar, die der Power-Prozessor dank seiner acht zusätzlichen Rechenkernen gleichzeitig abarbeiten kann.

AMD wieder eingefangen

Auch den zuvor enteilten Konkurrenten AMD Ryzen Threadripper 1950X mit 16 Kernen kann Intel mit seinem 2000-Euro-Boliden stellen – wenn auch nur knapp. Nur mit optimiertem Code, der genau auf die AVX512-Erweiterungen der i9-CPUs zugeschnitten ist, enteilt Intels Premium-Desktop-Prozessor dem Wettbewerb deutlich. Abseits von Benchmarks ist dieser Code allerdings bislang selten anzutreffen.

Hinzu kommt ein volatiles Rechenverhalten: Wie das Computermagazin c’t festgestellt hat, können die Benchmark-Ergebnisse schwanken. Der Grund: Je nach Rechenlast und Temperatur schalten die CPUs die Multiplikatoren ihrer Kerne dynamisch um.

Unter dem Strich sind die Vielkern-Prozessoren besonders für Programme geeignet, die möglichst alle Recheneinheiten voll auslasten. Intel zählt das Editieren und Rendern von hochauflösenden 4k-Videos und Virtual-Reality-Umgebungen dazu. Software, die nur wenige Kerne nutzt, profitiert hingegen kaum von dem enormen Potenzial. Gamer zum Beispiel sollten ihr Geld daher besser in eine leistungsfähige Grafikkarte stecken.

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