Autosalon Genf 100-kW-Flitzer mit Niedervoltantrieb und Flusszelle bietet 1000 km Reichweite

Es müssen nicht gleich 1000 PS wie beiom Quant E und F sein: In Genf präsentiert nanoFlowcell einen kleinen Bruder der beiden Supersportler, den Quantino. Der hat zwar nur 100 kW, seine Flusszelle und ein Niedervoltantrieb sollen ihm aber zu 1000 km Reichweite verhelfen.

Firmen zum Thema

Der Niedervolt-Elektroflitzer Quantino mit Redox-Flow-Akku: 100 kW Leistung reichen für 200 km/h und seine Reichweite soll bei 1000 km liegen.
Der Niedervolt-Elektroflitzer Quantino mit Redox-Flow-Akku: 100 kW Leistung reichen für 200 km/h und seine Reichweite soll bei 1000 km liegen.
(Bild: nanoFlowcell)

„Dieses Auto ist eine Sensation und wird eines der absoluten Highlights auf dem Genfer Auto-Salon 2015 sein“, ist sich Prof. Jens Ellermann, Präsident des Board of Directors der nanoFlowcell AG, sicher. Mit dem QUANTiNO zeigt nanoFlowcell das erste QUANT-Niedervoltfahrzeug ab dem 3. März 2015 als Konzeptfahrzeug auf der schweizer Automesse.

Niedervoltfahrzeug mit 48 Volt Nennspannung und über 1000 km Reichweite

„Mit dem QUANTiNO präsentieren wir in Genf den kleinen Bruder des QUANT E und des QUANT F. Ein innovatives Elektrofahrzeug für die Masse. Sportlich, dynamisch und das Besondere: mit Niedervoltantrieb. Mit nur 48 V Nennspannung erreichen wir durch die Kombination aus nanoFlowcell, Puffersystem und vier Elektromotoren mit jeweils 25 kW eine Gesamtleistung von 100 kW oder 136 PS. Damit können wir vollelektrisch eine Spitzengeschwindigkeit von über 200 km/h fahren und eine Reichweite von über 1000 km erzielen, ohne schädliche Emissionen“, verdeutlicht Nunzio La Vecchia, Chief Technical Officer der nanoFlowcell AG, das neueste Modell aus der QUANT-Familie.

Quantino soll noch 2015 auf die Straße kommen

„Der QUANTiNO ist ein Elektrofahrzeug für Jedermann. Kostengünstig und mit einem extravaganten, einmaligen Design. Er ist nicht nur ein Konzeptfahrzeug, sondern er wird bereits in diesem Jahr Realität. Wir werden in 2015 mit dem QUANTiNO fahren. Und streben zudem sehr schnell die Straßenzulassung an“, so Nunzio La Vecchia.

Enorme Reichweite dank Nano-Flusszelle

Das neuartige Antriebskonzept aus Niedervoltsystem und nanoFlowcell verleiht dem QUANTiNO eine Reichweite von mehr als 1000 km. „Niedervoltsysteme passen ideal zur nanoFlowcell. Wir können damit Antriebsleistungen generieren, die bisher nicht möglich erschienen. Und wir sind erst am Anfang der Entwicklungsarbeiten. Doch die ersten Tests und Simulationen zeigen bereits, dass das Potenzial noch weit größer ist. Dieses Konzept stellt eine echte Alternative für die Elektromobilität der Zukunft dar, mit hervorragenden Antriebsleistungen und enormen Reichweiten“, so La Vecchia.

Zwei Tanks für die ionischen Flüssigkeiten

Der Niedervolt-Elektroflitzer Quantino mit Redox-Flow-Akku: 100 kW Leistung reichen für 200 km/h und seine Reichweite soll bei 1000 km liegen.
Der Niedervolt-Elektroflitzer Quantino mit Redox-Flow-Akku: 100 kW Leistung reichen für 200 km/h und seine Reichweite soll bei 1000 km liegen.
(Bild: nanoFlowcell)

Mit seinen zwei 175-Liter-Tanks kann der QUANTiNO insgesamt 350 Liter ionische Flüssigkeit aufnehmen, eine positiv und eine negativ geladen. Der Tankvorgang ähnelt dabei einem heute üblichen Tankvorgang, nur mit dem Unterschied, dass man zwei verschiedene Tanks gleichzeitig mit jeweils einer Flüssigkeit befüllt.

2+2-Sitzer mit 22-Zoll-Rädern

Mit einer Länge von 3,91 m ist der QUANTiNO ein 2+2-Sitzer. Auffälliges Detail: Die 22 Zoll großen Räder. „Als kleiner Bruder des QUANT E und des QUANT F wollten wir beim QUANTiNO deutlich machen, dass er zur QUANT-Familie gehört. Sowohl die Front- als auch die Heckpartie zeigen dies deutlich. Besonders die großen 22-Zoll-Räder, die der QUANTiNO von seinen großen QUANT-Brüdern adaptiert hat, geben ihm in seiner Klasse sicherlich auch rein optisch eine Sonderstellung“, erklärt Chief Technical Officer Nunzio La Vecchia weiter.

Hintergründe und Vorteile von Niedervoltsystemen

Bisher waren Niedervoltantriebe hauptsächlich bei Fahrzeugen mit sehr geringen Antriebsleistungen (<5 kW) bekannt, zum Beispiel bei Golfcarts oder Elektrorollern oder auch bei elektrischen Leichtkraftfahrzeugen, etwa vierrädrigen Fahrzeugen mit relativ geringen Antriebsleistungen (<20 kW) für den urbanen Einsatz. „Der Einsatz eines reinen Niedervoltantriebssystems in einem größeren Personenkraftwagen wie dem QUANTiNO, ist uns bisher nicht bekannt. Die benötigte Antriebsleistung begrenzte immer das sinnvolle Anwendungsspektrum eines Niedervoltsystem. Mit der nanoFlowcell ändert sich dies nun. Für fahrzeugübliche Antriebsleistungen sind sehr hohe Ströme notwendig. Dies bedingt bei Hochvoltsystemen außergewöhnlich große Kabelquerschnitte und höhere Übertragungsverluste. Mit der nanoFlowcell konnten wir diese Problematik lösen. Wir generieren hier sehr hohe Ströme bei einer sehr niedrigen Nennspannung, die für das Niedervoltsystem perfekt nutzbar sind“, verdeutlicht Chief Technical Officer Nunzio La Vecchia.

Vorteile von Nieder- gegenüber Hochvoltsystemen

„Es gibt mehrere Vorteile von Niedervoltsystemen gegenüber Hochvoltsystemen, die heutzutage in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden. Benötigt man bei Hochvolt-Elektrofahrzeugen noch einen vollständigen Berühr- und Lichtbogenschutz, so ist dieser bei Niedervoltfahrzeugen überflüssig. Laut ECE-R 100 sind bei Niedervoltsystemen keine zusätzlichen Maßnahmen für den Berührungsschutz notwendig. Daraus ergibt sich auch, dass die Homologation von Niedervoltfahrzeugen viel schneller erfolgen kann, da die funktionale Sicherheit einfacher umzusetzen ist“, erklärt Nunzio La Vecchia.

Niedervoltsysteme und nanoFlowcell ergänzen sich

„Niedervoltsysteme stellen die ideale Ergänzung zu unserer nanoFlowcell dar. Durch die Kombination von beiden können wir erhebliche Reichweiten-Potentiale und -Vorteile für unsere Elektrofahrzeuge generieren“, so der Chief Technical Officer der nanoFlowcell AG weiter.

(ID:43219299)

Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.