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Albert Einstein 100 Jahre Allgemeine Relativitätstheorie

| Autor: Sebastian Gerstl

Erst als Fantasterei abgetan, bildet sie heute die Basis für unser Verständnis des Universums. Durch sie lassen sich Schwarze Löcher, Urknall und Gravitationswellen erklären. Am 11. Mai 1916 veröffentlichte Albert Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie im Fachblatt „Annalen der Physik“.

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Krümmung von Raum und Zeit um einen Himmelskörper: Vor 100 Jahren, am 11. Mai 1916, stellte Albert Einstein der Preußischen Akademie der Wissenschaften seine Allgemeine Relativitätstheorie vor. Zuvor hatte er den Aufsatz bereits der Preußischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt - wo er mit Skepsis aufgenommen worden war.
Krümmung von Raum und Zeit um einen Himmelskörper: Vor 100 Jahren, am 11. Mai 1916, stellte Albert Einstein der Preußischen Akademie der Wissenschaften seine Allgemeine Relativitätstheorie vor. Zuvor hatte er den Aufsatz bereits der Preußischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt - wo er mit Skepsis aufgenommen worden war.
(Bild: NASA)

„Die Feldgleichungen der Gravitation“ nannte Albert Einsteinen den etwa dreieinhalb Seiten umfassenden Aufsatz, den er am 25. November 1915 bei der Preußischen Akademie der Wissenschaften vorstellte. In der Arbeit korrigierte der Physiker einige Fehler, die er noch in seiner ersten Arbeit zur Allgemeinen Relativitätstheorie gemacht hatte. Doch die zehn in dieser korrigierten Fassung enthaltenen Gleichungen sollten das Grundverständnis der Physik über Schwerkraft und das Universum revolutionieren - und machten Albert Einstein Superstar der modernen Physik.

Superstar der Physik: Portraitfoto von Albert Einstein (1921)
Superstar der Physik: Portraitfoto von Albert Einstein (1921)
( Ferdinand Schmutzer / gemeinfrei)

Bereits zehn Jahre zuvor hatte Einstein in seiner speziellen Relativitätstheorie den Zusammenhang von Raum und Zeit nachgewiesen. Nun kamen in seinen Ausführungen, die am 11. Mai 1916 im Fachblatt „Annalen der Physik“ auch veröffentlicht wurden, seine Erkenntnisse über die Auswirkungen auf die Gravitation mit ins Spiel. Diese Gedankenspiele stellten ein völlig neues Verständnis des Schwerkraftprinzips dar, wie es in den Jahrhunderten zuvor von Newton geprägt war. Nach Einsteins Vorstellung ergibt sich Gravitation nicht aus einer gegenseitigen Anziehung von Massen, sondern aus einer Krümmung der Raumzeit, bedingt durch hohe Konzentration von Materie.

So, wie eine Kugel auf einem Tuch eine Mulde bilde, verforme auch ein Himmelskörper mit hoher Masse die Raumzeit um sich herum. Rollt eine kleinere Kugel über dieses Tuch, wird ihr Weg durch die Verformung abgelenkt. Je größer und schwerer die erste Kugel ist, umso gravierende die Ablenkung. Diese Krümmungen in der Raumzeit, so Einstein, beeinflussen sogar Licht.

Lange Zeit wurde diese Theorie nicht allzu ernst genommen, bis am 29. Mai 1919 der britische Astrophysiker Arthur Eddington speziell Einsteins Aussage zum Licht experimentell nachweisen konnte: Bei der Beobachtung von Bildern einer totalen Sonnenfinsterins stellte er fest, dass einige Sterne sich nicht dort aufhielten, wo sie noch einige Monate zuvor waren, als die Sonne anders gestanden hatte; der Weg, den ihr Licht zur Erde nahm, war abgelenkt worden, wodurch sich auf den Bildern die Position verändert hatte. Nach Veröffentlichung dieser Entdeckung wurde der Name Einstein auch in der Allgemeinheit zu einem Begriff, bezeichnete ihn doch eine Berliner Zeitschrift schon bald als „Eine neue Größe der Weltgeschichte“.

Mit der Allgemeinen Relativitätstheorie ließen sich einige bislang unerklärte Phänomene des Universums endlich erklären - auch wenn ihre Entdeckung oft erst Jahrzehnte später erfolgte. Die Entdeckung Schwarzer Löcher oder die Ausdehnung des Universums ließen sich auf Basis der Erkenntnisse Einsteins nachweisen. Und 2014 gelang es erstmals, per Messungen direkt Gravitationswellen aus den ersten Momenten des Universums nachzuweisen - ein Phänomen, das Einstein als Teil der seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorausgesagt hatte.

Albert Einstein wurde spätestens mit der Allgemeinen Relativitätstheorie weltberühmt. 1921 erhielt er den Nobelpreis für Physik. Allerdings nicht explizit für seine Spezielle oder Allgemeine Relativitätstheorie, sondern für seine Verdienste um die theoretische Physik – besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts.

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Über den Autor

 Sebastian Gerstl

Sebastian Gerstl

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS