Branchentreff Steckverbinder

Das Riesengeschäft mit Automotive-Steckverbindern

22.03.17 | Redakteur: Kristin Rinortner

Automotive-Steckverbinder: Der Markt Verbindungstechnik für Automotive-Anwendungen brummt derzeit und steht laut Analysten wahrscheinlich erst am Anfang einer immensen Wachstumskurve.
Automotive-Steckverbinder: Der Markt Verbindungstechnik für Automotive-Anwendungen brummt derzeit und steht laut Analysten wahrscheinlich erst am Anfang einer immensen Wachstumskurve. (Bild: © zapp2photo/Fotolia.com)

Die Entwicklungen im Transportwesen haben einen enormen Einfluss auf die Verbindungstechnik. Der 11. Anwenderkongress Steckverbinder (26. bis 28. Juni 2017) befasst sich unter anderem mit diesem Thema.

Das moderne Auto hat sich zu einem Computer auf vier Rädern gewandelt, der auf Sensoren, die miteinander über ein Hochgeschwindigkeits-Netzwerk verbunden sind, basiert. Ziel ist es, eine immer höhere Leistungsfähigkeit, mehr Sicherheit und Komfort, bessere Navigation, Kommunikation und Entertainment zu bieten.

Welche Einflüsse diese Entwicklungen in der Automobiltechnik auf den Steckverbinder-Markt haben, erfahren Besucher des 11. Anwenderkongresses Steckverbinder, der vom 26. bis 28. Juni 2017 in Würzburg stattfindet, in der Keynote von Martin Hager (Robert Bosch) und im Plenumsvortrag von Hans-Ulrich Müller (Amphenol APG). Das gesamte Kongressprogramm finden Sie hier.

So haben sich beispielsweise die High-speed-Netzwerke vom CAN-Bus zu Ethernet gewandelt, was wiederum die Steckverbinder-Hersteller fordert, Lösungen für Automotive-Ethernet mit Datenraten von 1 GBit/s und mehr zu entwickeln. Eine Herausforderung ist hier die Signalintegrität. Zudem müssen diese Steckverbinder und Kabel Leistungsmerkmale wie in der Luft- und Raumfahrt aufweisen, sollen aber in „Konsumer“-Mengen und zu „Konsumer“-Preisen hergestellt werden.

Aus Effizienzgründen entwickeln sich 12-V-Spannungssysteme in Richtung 12 / 48 V. Für deren Betrieb sind neue Generationen von gekapselten Leistungssteckverbindern notwendig. Bei Hybrid- und Elektroautos liegen die Spannungen bei 750 V / 300 A und höher, was Steckverbinder mit besserer Isolation ebenso erfordert wie eine berührungssichere Verkabelung.

Die mechanischen, elektrischen, ökonomischen und Umweltanforderungen an die Verbindungstechnik bleiben zukünftig eine Herausforderung und es kommen noch weitere Anforderungen dazu. Das betrifft einerseits eine steigende Anzahl von Integrierter (embedded) Elektronik und andererseits höhere Stromstärken und Spannungen sowie die Fähigkeit, Kleinsignale und analoge Signale mit extrem hohen Geschwindigkeiten in einer elektrisch stark gestörten Umgebung zu transportieren.

Ergänzendes zum Thema
 
Der Steckverbinderkongress kurz und bündig

Darüber hinaus müssen ungeschirmte und geschirmte differenzielle Kabelpaare miteinander kombiniert werden. Herausforderungen bergen auch kleinere Schnittstellen mit verringertem Gewicht, die vereinfachte Montage, die höheren Zuverlässigkeitsanforderungen sowie die Einpresstechnik-Verbindung zur Leiterplatte.

Auch künftige Verkehrsleitsysteme bedingen höher performante, robuste High-speed-Steckverbinder und Kabelkonfektionen.

Transportsysteme der nächsten Generation

Die Transportsysteme der nächsten Generation bieten enormes Potenzial für Steckverbinder-Hersteller. Anbieter wie Amphenol, AVX, Delphi, Hirose, Lumberg, Molex, Rosenberger, JAE, JST, Sumitomo, TE Connectivity und Yazaki entwickeln derzeit die Schnittstellen und Komponenten weiter, die wichtig sind, um eine wachsende Flotte von Hybrid-, Elektro- und vollständig autonomen Fahrzeugen zu realisieren.

Das Fazit: Verbesserte Automobilelektronik, Sensoren, Software und die dazugehörige Verbindungstechnik ermöglichen schon jetzt eine Welle von disruptiven Innovationen bei Transportsystemen.

Auch Bishop & Associates hat im letzten Jahr eine Marktuntersuchung veröffentlicht, die die autonome Elektromobilität als eine der zehn disruptiven Techniken, die höchstwahrscheinlich einen grundlegenden Einfluss auf die Verbindungstechnik haben, identifiziert. Unabhängig davon demonstrieren die Marktzahlen mit einem Wachstum des weltweiten automobilen Steckverbinder-Marktes von 8,1 Prozent auf einen Umsatz von fast 13 Milliarden US-Dollar (2015 zu 2016), wie das Geschäft aktuell brummt und auch zukünftig wachsen wird [Quelle: connectorsupplier.com].

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44540442 / Fort- & Weiterbildung)