22.11.10 | Autor / Redakteur: Christian Ganninger * / Holger Heller
CompactPCI Serial in Verbindung mit dem als Migrationspfad definierten CompactPCI PlusIO zeigt schon jetzt ein großes Marktpotential.
Die Anwender, die von CompactPCI auf die neue Technologie wechseln, haben hierfür sehr unterschiedliche Gründe. Ein Anwendungsbeispiel im Güterverkehr zeigt den Einsatz einer Hybrid-Backplane mit CompactPCI-PlusIO-Systemslot zusammen mit einer herkömmlichen CompactPCI-Backplane in einem System. Die Hybrid-Backplane dient hierbei für zukünftige System-Upgrades, um später schnellere CompactPCI-Serial-Karten einsetzen zu können.
Eine andere Anwendung in der industriellen Automatisierung bindet ein System über WLAN an das Firmennetzwerk an. Benutzt wird hierbei die USB-Schnittstelle, die auf den CompactPCI Serial Slots definiert ist. Ein USB-WLAN-Stick wird dabei auf einer CompactPCI-Serial-Karte untergebracht und kann über die Backplane mit dem USB-Protokoll direkt mit dem CompactPCI-PlusIO-Prozessorboard verbunden werden. Dies stellt eine einfache und unkomplizierte Lösung dar, sein System über WLAN mit einem Netzwerk zu verbinden.
In einigen Anwendungen im Bahnbereich und in der Industrieautomatisierung werden ebenfalls bereits Hybrid-Backplanes eingesetzt, um Festplattenboards einfach ins System zu integrieren. CompactPCI lässt es nicht zu, steckbare Festplattenmodule direkt zu integrieren, da bei CompactPCI nur der PCI-Bus implementiert ist.
Aktuelle Festplatten nutzen jedoch das SATA- oder SAS-Protokoll. CompactPCI PlusIO und CompactPCI Serial definieren beide Protokolle auf allen Slots, somit kann eine Festplatte auf einer Peripheriekarte einfach an das System angebunden werden. Damit können sehr einfach leistungsfähige Raid-Systeme aufgebaut werden.
Ein weiteres Beispiel für die CompactPCI-Serial-Nutzung ist eine spezielle Anwendung im Audio-Processing. Diese setzt auf die Full-Mesh-Topologie des auf CompactPCI Serial im J6-Bereich definierten Ethernet. Damit können die Audiodaten sehr schnell zwischen den einzelnen digitalen Signalprozessoren ausgetauscht werden. Die freien benutzerdefinierten Pins im J2- bis J5-Bereich dienen zukünftigen Upgrades. Hier wird die Full-Mesh-Topologie des J6-Bereichs gespiegelt, um die Datenmenge weiter zu erhöhen.
Aus zahlreichen Anfragen ist ersichtlich, dass zeitnah weitere Applikationen in unterschiedlichsten Marktbereichen umgesetzt werden.
* * Christian Ganninger ... ist Global Product Manager Systems bei Schroff, Straubenhardt.
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