Serie CompactPCI Serial, Teil 44

Physikalische Adressierung bei CompactPCI Serial

01.06.2010 | Autor / Redakteur: Manfred Schmitz, MEN Mikro Elektronik / Holger Heller

Alle Teile der Beitragsreihe CompactPCI Plus sind archiviert auf der Internetseite www.cpciserial.de

Die meisten modularen Computer unterstützen physikalische Adressierung. Für CompactPCI Serial (PICMG CPCI-S.0) ist dies ganz besonders wichtig.

Moderne serielle Busse, wie SATA, PCI Express oder Ethernet unterstützen alle automatischen Konfigurationsmechanismen, um die Installation neuer Hardware zu vereinfachen. Schließt man beispielsweise per SATA eine Festplatte an einen Rechner an, so wird dieses Laufwerk automatisch erkannt und kann ohne weitere Konfiguration benutzt werden.

Dieser Vorteil birgt aber auch Tücken, denkt man nur an eine Festplatten-Raid-Konfiguration. So muss man im Fehlerfall das richtige Laufwerk finden und tauschen. Auch bei USB-Devices ist dies ein bekanntes Problem. Steckt man zwei USB-Sticks an einen Computer an, so weiß man nicht, welcher Stick wo angesprochen wird.

Physikalische Adressierung ist deshalb für modulare Computer-Peripherie erforderlich. Diese wird auch von CompactPCI Serial unterstützt. CPCI-S definiert in der Basisspezifikation einen System-Slot und bis zu acht Peripherie-Slots. Der System-Slot wird mit einem besonderen Signal (SYSEN) erkannt, benötigt also keine zusätzliche Adressinformation.

Auch wenn es im Basisstandard nicht ausdrücklich beschrieben ist, kann man die acht Peripherie-Slots natürlich mit geeigneten Bridges erweitern. Da ein 19"-Baugruppenträger maximal 21 Slots aufnehmen kann, sind vier Leitungen vorgesehen, um diese Slots zu unterscheiden. Je nach Backplane-Position werden diese Leitungen auf der Backplane offen gelassen, hart mit Masse oder über einen 1-kΩ-Widerstand mit Masse verbunden. So ergeben sich 24 verschiedene Kombinationen.

Kompatibilität gewährleisten

Physikalische Slot-Adressen bei CompactPCI Serial
Physikalische Slot-Adressen bei CompactPCI Serial

Um die Kompatibilität verschiedener Hersteller zu gewährleisten schreibt die CompactPCI-Serial-Spezifikation vor, mit welcher Reihenfolge Interfaces wie SATA am System-Slot zu implementieren sind, wenn nicht alle acht Interfaces unterstützt werden können. Kann ein CPU-Board nur zwei SATA-Kanäle unterstützen, sollen dies SATA 7 und 8 sein (SATA 1 bis 6 werden dann nicht unterstützt).

Die Basis-Spezifikation schreibt vor, dass Slot 7 und 8 ganz rechts im System implementiert sein sollen. Die Erkennungen von Raid-Controllern erwartet das erste Laufwerk auf Adresse 0. Deshalb wird der Slot ganz rechts im System mit der Kennung 0 versehen (alle vier Adressleitungen sind mit GND verbunden). Der Steckplatz links daneben wird dann entsprechend mit der Kennung 1 versehen usw.

Die physikalische Adressierung von CompactPCI Serial ist einfach und zweckmäßig. Sie ist kompatibel zu Standards wie dem SFF-8485 (Specification for Serial GPIO (SGPIO) Bus) für Harddrive-Raids. So lassen sich preisgünstig optimale Lösungen realisieren.

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