MyShake

UC Berkeley und Deutsche Telekom machen Smartphones zu Seismographen

16.02.16 | Autor: Sebastian Gerstl

Smartphones als Seismographen: Die App MyShake nutzt Smartphone-Sensoren wie das Accelerometer, um Seismische Schwingungen aufzuzeichnen und in der Cloud auszuwerten. Werden in derselben Region von mehreren Smartphones die gleiche Sorte Schwingungen erfasst, wird eine Erdbebenwarnung herausgegeben.
Smartphones als Seismographen: Die App MyShake nutzt Smartphone-Sensoren wie das Accelerometer, um Seismische Schwingungen aufzuzeichnen und in der Cloud auszuwerten. Werden in derselben Region von mehreren Smartphones die gleiche Sorte Schwingungen erfasst, wird eine Erdbebenwarnung herausgegeben. (Bild: UC Berkeley)

Die Telekom und die University of California, Berkeley, treiben die Frühwarnung vor Erdbeben voran. Die Android-App MyShake schaltet Smartphones zusammen – mit dem Ziel, ein weltweites seismisches Sensornetz zu schaffen und letztlich auch Nutzer vor drohenden Erdstößen zu warnen.

MyShake beruht auf einem von Wissenschaftlern der UC Berkeley entwickelten Algorithmus. Die App wurde von Programmierern des Silicon Valley Innovation Center geschrieben, einem Standort der T-Labs. Vorerst sammelt MyShake lediglich Informationen der im Smartphone verbauten Sensoren und analysiert sie.

Falls die Daten dem Schwingungsprofil eines Erdbebens entsprechen, meldet die App Zeitpunkt und Amplitude der Erschütterung sowie die GPS-Koordinaten des Smartphones an die Berkeley Seismological Laboratories zur weiteren Analyse. Der Algorithmus ist dabei in der Lage, zwischen typischen „menschlichen“ Erschütterungen, wie sie etwa beim Joggen oder Zugfahren entstehen, und seismischen Schwingungen zu unterscheiden. Cloud-basierte Software prüft dabei kontinuierlich die eingehenden Daten.

Sollten mindestens vier Endgeräte ein Beben registrieren und dies mehr als 60 Prozent aller Smartphones in einem 10-Kilometer-Radius des Epizentrums entsprechen, bestätigt das Programm ein Erdbeben. Die Forscher vergleichen diese Werte dann mit denen der traditionellen Seismographen.

Die App zeichnet die Daten der Sensoren kontinuierlich auf. Nach einem bestätigten Erdbeben sendet sie fünf Minuten dieser Daten zu Forschungszwecken an die Seismologen: die Minute vor dem Beben sowie die vier Minuten danach. Dies geschieht jedoch nur, wenn das Smartphone sich im WLAN befindet.

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