Meilensteine der Elektronik

u-blox – von der Vision zur drahtlosen Realität von morgen

| Autor / Redakteur: Sven Etzold * / Franz Graser

Im Uhrzeigersinn: u-blox-Börsengang im Jahr 2007, GPS-Modul MS1E aus dem Jahr 2000, Zukunftsthema Autonomes Fahren.
Im Uhrzeigersinn: u-blox-Börsengang im Jahr 2007, GPS-Modul MS1E aus dem Jahr 2000, Zukunftsthema Autonomes Fahren. (Bild: u-blox)

Die Idee war so einfach wie genial: die Kombination von mehreren Halbleitern (Chips) und Software zu einem voll funktionsfähigen System zur Positionsbestimmung.

Im Jahr 1997 sah die eingangs genannte Vision von Daniel Ammann, Jean-Pierre Wyss, Andreas Thiel und Claus Habiger, alle Doktoranden an der ETH in Zürich, geradezu verwegen aus. Trotzdem konnten die Forscher ihren Doktorvater Prof. Dr. Gerhard Tröster von der Möglichkeit der Entwicklung solcher Produkte aus ihrem Grundlagenstudium heraus sowie dem Potenzial ihrer Idee überzeugen. Begeistert vom unternehmerischen Mut seiner Absolventen, unterstützte er das Projekt. Mit der Gründung von u-blox im Oktober 1997 nahm das Projekt Fahrt auf.

Der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: u-blox präsentierte den zu dieser Zeit kleinsten GPS-Empfänger in Form eines Moduls. Dieser Meilenstein der Firmengeschichte markierte zugleich einen kommerziellen Durchbruch, da das Schweizer LKW-Mautsystem mit der von u-blox gelieferten Technik ausgerüstet wurde.

Auch das Nachfolgeprodukt durchbrach die für diese Zeit gültige Vorstellung des Möglichen: u-blox lancierte das TIM-Modul, das sich als Quasi-Standard für GPS-Empfänger in industriellen Applikationen etablierte.

Der kleine Modulhersteller hatte es sich vorgenommen, unabhängig von Halbleiterlieferanten zu werden und begann zu Beginn des neuen Jahrtausends einen eigenen Positionierungschip zu entwickeln. Das Risiko war enorm, da die Halbleitertechnik nur gerade eben die Eigenschaften mitbrachte, ein so komplexes System wie einen GPS-Empfänger auf einem Chip abzubilden. Umso größer war die Überraschung, als u-blox 2002 seinen ersten eigenen Chipsatz im Markt ankündigte.

Angespornt von der Tatsache, dass Erfolg in technischen Grenzbereichen möglich war, trieb die Firmenleitung den Schweizer Chip- und Modulhersteller zu weiteren Höchstleistungen. 2006 wurde die u-blox 5 Plattform vorgestellt, ein perfektionierter Chipset, der in einer Partnerfabrik gefertigt wurde.

Zum 10-jährigen Firmenjubiläum im Jahr 2007 bestand u-blox den erfolgreichen Börsengang. 2009 beschloss die Firmenleitung, der Positionierungs-Technologie ein weiteres Standbein hinzuzufügen: drahtlose zelluläre Kommunikationstechnik. Firmenzukäufe legten die Grundlagen für das Wissen zur Entwicklung sowie die Ressourcen zum erfolgreichen Vertrieb der neuen Produkte.

Eigentlich hätte man nach diesem rasanten Wachstum (2010 zählte u-blox bereits 200 Mitarbeiter an zehn Standorten weltweit) eine Phase der Konsolidierung erwartet. Doch 2014 fügte das Unternehmen den Bereich Short Range Radio – dabei handelt es sich um Techniken der Datenübertragung mittels Bluetooth und Wi-Fi – dem Portfolio hinzu. Mittlerweile verfügt u-blox weltweit über 26 Vertriebs- und Entwicklungszentren und beschäftigt mehr als 750 Mitarbeiter, davon etwa 200 am Hauptsitz im schweizerischen Thalwil.

Auch 2016 ist der Unternehmer- und Pioniergeist täglich spürbar: ein Chipset zur Datenübertragung über zelluläre Technologien ist in Planung, der den Grundstein zu einem Modul aus einer Hand bereitstellen wird. Und wie 1997 sind sich die Gründer Daniel Ammann, Jean-Pierre Wyss und Andreas Thiel einig: Die Spitze ist noch lange nicht erreicht.

* Sven Etzold ist Senior Director Business Marketing bei u-blox.

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