Mobilkommunikation

Samsungs Fiasko um das Galaxy Note 7 – und die Folgen

24.01.17 | Autor / Redakteur: Dirk Godder und Renate Grimming, dpa / Sebastian Gerstl

Das Fiasko um die Batterien des Galaxy Note 7 hat den Ruf des Smartphone-Marktführers Samsung stark angekratzt. Nun ist große Sorgfalt angesagt, um das Vertrauen der Verbraucher wieder zurückzugewinnen.
Das Fiasko um die Batterien des Galaxy Note 7 hat den Ruf des Smartphone-Marktführers Samsung stark angekratzt. Nun ist große Sorgfalt angesagt, um das Vertrauen der Verbraucher wieder zurückzugewinnen. (Bild: dpa - Bildfunk)

Die Akku-Brände beim Galaxy Note 7 fügten Samsung einen deutlichen Imageschaden zu. Umso mehr sah sich der Apple-Konkurrent gezwungen, die genauen Ursachen der Fehler zu nennen. Mit der Vorstellung des nächsten Spitzengeräts nehmen sich die Südkoreaner nun Zeit.

Samsung zufolge waren es die Batterien, die zum Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7 führten. Der Marktführer will die Untersuchung nutzen, um die Qualitätskontrolle bei Akkus und Geräten zu verbessern. Für den Smartphone-Weltmarktführer steht viel auf dem Spiel. Die Einführung des nächsten Spitzenmodells könnte zeigen, wie sehr die Kunden dem Unternehmen noch vertrauen.

Was sind die Gründe für die Brände gewesen?

Schon bei der ersten Rückrufaktion im vergangenen September nannte Samsung fehlerhafte Akkuzellen als wahrscheinliche Ursache für die Brände des Note 7. Dies bestätigte Samsung nun nach monatelangen eigenen Analysen sowie Überprüfungen durch drei unabhängige Industrie-Organisationen. Demnach traten die Defekte sowohl beim Design als auch bei der Herstellung der Batterien auf.

Wie kam es, dass auch die Akkus der Ersatzgeräte Feuer fingen?

Beim Batterietyp des ersten Zulieferers verursachte ein Designfehler einen Kurzschluss, der dann wiederum dazu führte, dass sich die Akkus erhitzten oder dass Brände ausgelöst wurden. Beim zweiten Typ führten laut Samsung die Defekte in einem anderen Teil des Produkts zu ähnlichen Ergebnissen. Die Fehler seien entstanden, «weil wir für das Note 7 mit mehren Funktionen stärkere Akkus brauchten, und die Batterie-Hersteller wandten neue Produktionsmethoden an», sagte Spartenchef Koh Dong Jin.

Warum veröffentlicht Samsung den ausführlichen Ursachen-Bericht?

Samsung geriet durch das Debakel stark unter Druck, die genauen Ursachen zu benennen. Der Aufwand für die Untersuchungen, bei denen mehr als 200 000 Geräte geprüft worden sein sollen, zeigt auch, wie kompliziert die Suche nach der Fehlerquelle bei dem High-Tech-Gerät ist. Es ging dabei nicht nur um die Akkus, sondern auch um die Frage, ob es bei Hardware und Software des Gerätes ebenfalls Fehler gab. Das schloss Samsung jetzt aus. Die Firma ist gezwungen, offen mit den Problemen umzugehen, weil das nächste Smartphone-Spitzenmodell Galaxy S8 bereits in Entwicklung ist. Es kommt Samsung auch darauf an, verloren gegangenes Vertrauten der Kunden zurückzugewinnen.

Wie geht es weiter bei Samsung?

Samsung will trotz des Debakels an der Note-Serie festhalten. Wann allerdings das nächste Phablet - eine Mischung aus Smartphone und Tabletcomputer - herauskommt, ist unklar. Auch zur Markteinführung der neuen Generationen der S-Reihe macht Samsung noch keine Angaben.

Am Montag schloss Spartenchef Koh aus, dass das Galaxy S8 wie sonst üblich beim Mobile World Congress Ende Februar gezeigt wird. «Das Galaxy S8 wird ein Schlüsselprodukt für die Zukunft von Samsung Electronics sein», urteilte Analyst Lee Seung Woo vom Wertpapierhaus IBK Securties in Seoul. Es sei sehr wichtig für das Unternehmen, mögliche Produktprobleme auszuschließen. Samsung werde aber versuchen, beim Marketing aggressiv aufzutreten, prognostiziere Lee.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44474131 / Stromversorgungen)

Analog IC Suchtool

e-Paper kostenlos lesen

Elektromechanik I

Elektromechanik I

Ultraschallverdichten – Neue Wege in der Kabelkonfektion

Weitere Themen:

Verbindungstechnik im Wandel
Entspannung nach Norm
Zeitsparender Alleskönner

zum ePaper

zum Heftarchiv

ELEKTRONIKPRAXIS 2/2017

ELEKTRONIKPRAXIS 2/2017

Sichere Authentifizierung ohne Kryptografieexpertise

Weitere Themen:

Hardware-in-the-Loop mit PSpice
Simulation vs. Thermische Messung

zum ePaper

zum Heftarchiv