Aufgemerkt

Happy Birthday: Der Apple Macintosh wird 30

22.01.14 | Redakteur: Peter Koller

Heute ein Museumsstück: Der Ur-Macintosh 128K von Apple
Heute ein Museumsstück: Der Ur-Macintosh 128K von Apple (Marcin Wichary CC BY 2.0)

Müsste man einen einzelnen Computer auswählen als Symbol der ganzen Gerätegattung, die Wahl würde wohl mit großer Wahrscheinlichkeit auf den originalen Apple Macintosh fallen. Am 24. Januar 1984 wurde der Macintosh 128K, der zum Urahn einer Familie von All-in-one-PCs werden sollte, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Und die staunte nicht schlecht, denn der erste „Mac“ – benannt nach einer Apfelsorte – war so ganz anders als die seinerzeit üblichen PCs: Grafische Benutzeroberfläche und Maus statt Steuerung über die Kommandozeile. Vieles, was heute an einem PC selbstverständlich ist wie der Papierkorb zum Löschen oder Drag & Drop zum Verschieben von Dateien, fand damals seinen Anfang.

Zwar hatte auch schon das Vorgängermodell des 128K, die legendäre Apple Lisa, die entsprechenden Features. Doch mit einem damals prohibitiven Preis von 9995 US-$ waren die Verkaufszahlen marginal.

Vielleicht fehlte der Lisa auch die gestalterische Reife, die Apple-Gründer Steve Jobs und sein Kompagnon Steve Wozniak beim 128K an den Tag legten. Das legendäre Jobs-Design mit seiner maximalen Reduktion auf das Wesentliche und einer schier unglaublichen Aufmerksamkeit für kleinste Details, zeigt sich hier das erste Mal in seiner vollen Ausprägung.

Auf der im wesentlichen von Steve Wozniak geprägten Hardware-Seite bekamen die ersten Kunden für ihre 2495 US-$ eine Motorola 68000 CPU, 128 Kilobyte Arbeitsspeicher, einen integrierten 9-Zoll-Schwarzweiß-Röhrenbildschirm mit 512 x 342 Pixeln und ein 3,5-Zoll-Laufwerk für 400 kB Floppydisks.

Trotz der revolutionären Bedienung und eines mittlerweile ebenso legendären TV-Werbespots von Starregisseur Ridley Scott (Blade Runner, Alien, Gladiator), der Orwells düstere Zukuftsvision "1984" aufgriff, war der Ur-Macintosh kommerziell nur ein bescheidener Erfolg für Jobs und Wozniak. Erst die äußerlich kaum veränderten Nachfolgemodelle wie Macintosh SE, Plus oder Classic brachten relevante Marktanteile.

Dem Prinzip des All-in-One-Computers bleibt Apple bis heute treu. Es war der originale iMac, mit dem Jobs den heftig angeschlagenen Computerhersteller Apple nach seiner Rückkehr ins Unternehmen 1998 wieder auf Erfolgskurs brachte.

Seitdem hat der iMac bis zur aktuellen Version eine ganze Reihe von Iterationen durchlaufen (siehe Bildergalerie). Doch die DNA des Macintosh 128K ist bis heute erkennbar: Leistungsfähige Hardware mit edlem Design gekoppelt mit einer möglichst komfortablen Benutzerführung. Der All-in-One-Macintosh bleibt ein wichtiges Vermächtnis des 2011 verstorbenen Steve Jobs.

In der Rubrik Aufgemerkt stellt die Redaktion ELEKTRONIKPRAXIS regelmäßig Meilensteine aus der Geschichte der Elektronik und Elektrotechnik vor.

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