23.12.11 | Autor / Redakteur: Kevin Kitagawa * / Holger Heller

Kürzlich erreichte uns die Nachricht, dass sich Intel aus dem Digital-Home-Geschäft verabschieden möchte. Die „Smart-TV“-Initiative soll also aufgegeben werden. Wenn sich Intel nun aus seinem Smart-TV-Engagement zurückzieht, was heißt das für den Markt? Wer ist der Prozessor-Gewinner?
Ein im Herbst 2011 veröffentlichter Beitrag auf VentureBeat sieht MIPS als potenziellen Prozessor-Gewinner, da das Unternehmen eine Prozessorarchitektur für Android-basierte Smart-TV-Geräte anbietet.
Ich las in einer Nachricht, dass Intel behauptet, man sei führend in der Entwicklung und beim Start des Smart-TV-Markts sowie bei der Bereitstellung erster Produkte. Was für eine ambitionierte Aussage!
Mit seinen Atom-basierten SoCs CE4100 und CE4200 für den Digital-Home-Markt kann man nicht behaupten, dass Intels geringe Zahl großer Design-Wins, einschließlich der erfolglosen ersten Generation von Google TV, für Digital-TV (DTV) per se sprechen. Die Bausteine sind eher überdimensionierte IP-Settop-Boxen und nicht internetfähige DTV-Plattformen. Selbst Sonys TV-Gerät, das die Grundlage für Google TV bildete, nutzte ein MIPS-basiertes SoC für die DTV-Funktion, wobei ein Intel-basiertes Google-TV-Board angeschlossen war.
Warum? Weil Intel durch die Bausteingröße und die Leistungsaufnahme seiner Architektur nur eingeschränkte Möglichkeiten bietet.
Im DTV-Markt bietet MIPS Technologies die führende Prozessorarchitektur. Dies umfasst digitale TV-Geräte, Settop-Boxen, Blu-ray Player etc. Betrachtet man speziell DTV, liefern MIPS-Lizenznehmer mehr Geräte als jeder andere unserer Wettbewerber in diesem Markt. So finden sich MIPS-Prozessoren in DTV-Geräten von LG, Samsung, Sharp, Sony, Toshiba, Vizio und anderen großen Marken.
Der Absatz digitaler TV-Geräte im Gesamtmarkt hat sich derzeit eher verlangsamt, aber das zukünftige Potenzial ist immens, da sich Heim-Unterhaltungselektronik in geografische Regionen ausbreitet, in denen sie zuvor noch nicht angesiedelt war. Und Smart-TV-Geräte bilden für diese Märkte einen Türöffner.
Laut einem Bericht von IHS iSuppli wird DTV-Rundfunk in den nächsten Jahren in aufstrebenden Regionen wie Lateinamerika, China und im asiatisch-pazifischen Raum eingeführt. IHS iSuppli geht davon aus, dass der weltweite DTV-Markt zwischen 2010 und 2015 jährlich im Durchschnitt um 15% wachsen wird, mit Verkaufsraten von rund 245,9 Mio. Geräten im Jahr 2015.
Der Übergang in das digitale Zeitalter des Smart-TV legt den Grundstein, dass alle großen TV-Gerätehersteller neue Funktionen mithilfe einer integrierten Internet-Anbindung in ihren Geräten anbieten können. Die Analysten erwarten, dass der Übergang von Digital- auf Smart-TV ähnliche Möglichkeiten für die TV-Halbleiter-Lieferkette bietet, wie es die Digitaltechnik in der jüngsten Vergangenheit ermöglicht hat.
Während Smart-DTV heute nur das obere Ende des DTV-Markts repräsentiert, hat der Digital-Home-Prozessoranbieter MIPS bereits seit Jahren die Basis für MIPS-basierte Smart-Connected-Unterhaltungselektronik geschaffen. Im Zuge der „Android-auf-MIPS“-Initiative kündigten MIPS und seine Lizenznehmer die weltweit ersten Android-Settop-Boxen an. Erste MIPS-basierte Android-TV-Geräte befinden sich bereits am Markt.
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