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Touchscreens im Auto

Gestenerkennung erleichtert die Navigation bei Infotainment-Systemen

 

18.06.2010 | Autor: Hassane El-Khoury*

 

Im Auto sind zwei Touchscreen-Technologien dabei, sich bei den Infotainment-Systemen zu etablieren: resistive und kapazitive. Gerade im Hinblick auf die Sicherheit bietet die Gestenerkennung auf Grundlage der kapazitiven Technik einen entscheidenden Vorteil, denn sie unterstützt den Fahrer. Kommt als nächster Schritt die Sprachsteuerung?


Gestenerkennung erleichtert die Navigation bei Infotainment-Systemen
Die TrueTouch-Controller sind die erste kapazitive Touchscreen-Lösung mit Automotive-Qualifikation
Bei Mobiltelefonen stehen Touchscreens bereits kurz davor, zur Standard-Bedienoberfläche zu werden. Es verwundert deshalb nicht, dass die Einführung dieser Technologie in den Automotive-Markt von vielen Konsumenten ebenfalls erwartet wird und sich zum Teil schon im Auto befindet. Dort sind insbesondere Lösungen gefragt, die Gesten erkennen. Autofahrer möchten nach dem Einsteigen schnell ein Menü aufrufen können, um beispielsweise ihre MP3-Musik zu durchsuchen. Für die Navigation besteht der Wunsch, mit einfachen Gesten auf einen Kartenausschnitt zu zoomen, ihn verschieben oder drehen.
HMI- (Human Machine Interface-)Lösungen für das Automotive-Segment stellen vollkommen andere Anforderungen als der Consumer-Bereich. Vor allem muss die Fahrsicherheit garantiert sein. Es werden immer mehr Funktionen und es muss die Frage gestellt werden, welchen Einfluss die jeweilige Neuerung auf die Hauptaufgabe des Fahrers hat, das Geschehen auf der Straße zu verfolgen.
Handelt es sich vielleicht nur um ein nettes Feature, mit dem Autos ausgestattet werden, um das Fahren angenehmer zu machen? Dies trifft sicher auch zu, aber darüber hinaus verbessert ein Touchscreen mit Gestenerkennung durchaus die Sicherheit beim Fahren. Je weniger Zeit ein Fahrer für die Eingabe des Fahrziels mit dem Navigieren in Menüs verbringen muss, umso mehr kann er seine Aufmerksamkeit der Straße widmen.

Ergänzendes zum Thema

 + Mehrere Finger erkennen

Die Automotive-qualifizierten TrueTouch-Controller sind als Single-Touch-, Multi-Touch Gesture- und Multi-Touch All-Point-Version verfügbar und können ...

Unterschiede zwischen resistiven und kapazitiven Touchscreens

Zunächst soll untersucht werden, welche Unterschiede zwischen den beiden Touchscreen-Typen bestehen, die in das Automotive-Infotainment-Segment drängen:
  • Resistive Touchscreens sind heute die dominierende Technologie bei Infotainment-Systemen für das Auto. Als preisgünstige Touchscreen-Lösung wird diese Technik in den unterschiedlichsten Anwendungen vom Automobil bis Endkunde eingesetzt. Zum Bedienen dieser mechanischen Lösungen muss ein Druck ausgeübt werden, damit eine Berührung erkannt wird. Es sind zwei Eigenschaften resistiver Touchscreens, die diese Technik speziell im Automotive-Segment an Fahrt verlieren lassen: die Deutlichkeit liegt allgemein nur zwischen 70 und 80%. Außerdem muss das Touchpanel regelmäßig kalibriert werden, um auf das LC-Display abgestimmt zu werden.

  • Kapazitive Touchscreens und hier speziell projizierte kapazitive Touchscreens zeichnen sich im Vergleich zu den resistiven Touchscreens durch eine wesentlich höhere Deutlichkeit von 90% oder mehr aus und bieten über die gesamte Panelfläche eine höhere Genauigkeit, ohne dass sie rekalibriert werden müssen. Der echte Zusatznutzen projizierter kapazitiver Touchscreens besteht darin, mehrerere Berührungspunkte gleichzeitig zu erkennen.

Gestenerkennung unterstützt den Fahrer

Bild 1: Gestengesteuertes Verkleinern des Zoomfaktors bei einem Navigationssystem Werden auf resistiven Touchscreens beruhende HMI-Konzepte im Auto mit kapazitiven Touchscreens mit Gestenerkennung miteinander verglichen zeigt sich, dass das zusätzliche Feature dem Fahrer die Möglichkeit gibt, sich vermehrt auf das Verkehrsgeschehen zu konzentrieren. Die Gestenerkennung bei kapazitiven Touchscreens ist mehr als nur ein neues Eingabeverfahren, sondern verkörpert eine völlig neue Ebene für Eingaben in das System.
Mit kapazitiven Touchscreens ist es immer möglich, mit einem Klick durch Menüstrukturen zu navigieren und mit einer Fingerbewegung die Lautstärke oder die Lüfterdrehzahl der Klimaanlage zu erhöhen. Worauf es hier wirklich ankommt, ist die Bedienung von Standardfunktionen wie der Navigation. Diese muss hauptsächlich während der Fahrt bedient werden.
Eine einfache Geste reicht zum Verkleinern des Zoomfaktors, ohne dass man dabei zwingend auf den Bildschirm blicken muss. Gesten sind an beliebigen Stellen des Bildschirms möglich und nicht an bestimmte Bereiche gebunden. Bild 1 zeigt ein Beispiel einer solchen Geste auf dem Bildschirm des Navigationssystems.
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Redakteur: Hendrik Härter
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