Mobiles Netz der Zukunft

5G – Was noch zu tun ist

27.04.17 | Autor / Redakteur: Martin Klapdor / Andreas Donner

Der neue Mobilfunkstandard 5G hat einiges zu bieten, bringt aber auch gehörige Herausforderungen mit.
Der neue Mobilfunkstandard 5G hat einiges zu bieten, bringt aber auch gehörige Herausforderungen mit. (Bild: Gemeinfrei / CC0)

Mit Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit pro Sekunde und niedrigen Latenzzeiten sollen im 5G-Netz ganz neue Anwendungsbereiche möglich werden. Doch bis dahin sind noch einige Hürden zu nehmen.

Das mobile Netz der fünften Generation weckt viele Erwartungen: Obwohl der offizielle Start der Technologie erst 2020 erwartet wird, gehen die ersten Anbieter schon dieses Jahr mit Pilotprojekten und Zubehör ins Feld. Das erste Smartphone mit Gigabit-Downloadrate wurde auf dem MWC im Februar vorgestellt, und ein erstes 5G-Modem soll in der zweiten Hälfte des Jahres auf den Markt kommen.

Mit Übertragungsraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde, niedrigen Latenzzeiten von einer Millisekunde und weniger sowie Kapazitäten für Milliarden von Endgeräten sollen im neuen Netz ganz neue Anwendungsbereiche möglich werden. Doch bis dahin sind noch einige Hürden zu nehmen.

Technische Hürden: Welche Anforderungen hat 5G?

So existiert zum Beispiel noch kein Standard für die neue Technologie. Erst Mitte 2018 will die 3GGP, die Dachorganisation für Standardisierung im Mobilfunk, die erste Phase der Standardisierung abschließen. Diese ist aber Voraussetzung dafür, dass Netze und Endgeräte künftig problemlos miteinander kommunizieren. Besonders angesichts der großen Zahl an vernetzten Geräten – 5G bietet Kapazität für bis zu 100 Milliarden Endgeräte und soll vor allem die M2M-Kommunikation und das IoT vorantreiben – wird eine fehlerfreie Performance erfolgskritisch.

Eine weitere Hürde ist der Netzausbau, der in den nächsten Jahren erfolgen muss. Denn ein Netz für die Zukunftstechnologie existiert bisher nicht, und der Aufbau ist mit immensen Kosten verbunden. Neben zusätzlichen Antennen und Glasfaserkabeln werden deutlich mehr Funkzellen benötigt, um eine engmaschige Signalversorgung zu gewährleisten.

Laut einer Aussage von Telekom-Chef Timotheus Höttges auf dem MWC 2017 wird der Netzausbau allein in Europa mit 300 bis 500 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Hinzu kommen Kosten für neue Frequenzen. Der hohe Investitionsbedarf bedeutet, dass sich die Technologie wohl eher schrittweise verbreiten wird: In Ballungszentren können Nutzer früher damit rechnen, in den Genuss von 5G zu kommen als auf dem Land.

Für einige Anwendungen, die darauf ausgelegt sind, überall zu funktionieren, ist das allerdings ein Problem. So benötigen beispielsweise Connected Cars ein engmaschiges Netz mit extrem niedrigen Latenzen, um Steuerungsdaten in Echtzeit zu übertragen. Die bestehenden Netze können dies nicht leisten.

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