Schadsoftware

Mobilgeräte sind immer häufiger von Malware betroffen

17.02.15 | Redakteur: Franz Graser

Viren und andere digitale Schädlinge breiten sich zunehmend auf mobilen Endgeräten aus. Betroffen sind neben Android-Geräten auch Windows-PCs, die über Surfsticks oder Smartphones mit dem Internet verbunden sind.
Viren und andere digitale Schädlinge breiten sich zunehmend auf mobilen Endgeräten aus. Betroffen sind neben Android-Geräten auch Windows-PCs, die über Surfsticks oder Smartphones mit dem Internet verbunden sind. (Bild: Clipdealer)

Immer mehr mobile Endgeräte sind mit Malware infiziert. Laut einer Studie des Telekommunikation- und Netzwerkausrüsters Alcatel-Lucent stieg die Infektionsrate im vergangenen Jahr um 25 Prozent. Alcatel-Lucent geht davon aus, dass weltweit derzeit etwa 16 Millionen Mobilgeräte durch Malware kompromittiert wurden.

Die genannten 16 Millionen Geräte machen zwar nur 0,68 Prozent aller weltweit aktivierten mobilen Endgeräte aus. Dennoch sollte das Problem nicht unterschätzt werden, mahnen die Autoren der Studie.

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Denn zum einen werden die Schadprogramme immer ausgefeilter und weisen immer robustere Command- und Control-Protokolle auf, zum anderen ist gerade mobile Spyware auf dem Vormarsch. Sechs der 20 wichtigsten Schadprogramme sind Spyware-Apps, die die Ortung eines Smartphones auslesen, Telefonanrufe, Mails und Textmitteilungen protokollieren und das Surfverhalten ihrer unfreiwilligen Benutzer überwachen.

Ein interessantes Bild ergibt sich hinsichtlich der Verteilung der Malware auf die Betriebssysteme der Mobilgeräte. Jeweils knapp 50 Prozent entfallen auf Android und Windows-PCs, während iOS, Blackberry und Windows Phone weniger als 1 Prozent der Infektionen ausmachen. Laut Alcatel-Lucent sind Windows-PCs nach wie vor das Hauptziel von Cyber-Gangstern, aber Android sei auf dem besten Wege, hier aufzuholen.

Die hohe Zahl von infizierten Windows-PCs über mobile Netze erklären die Studienautoren damit, dass die Rechner entweder über Surfsticks oder durch Smartphones (sogenanntes Tethering) mit dem Internet verbunden sind.

Android-Infektionen haben ihre Ursache meistens in Applikationen, die von Webseiten oder über Third-Party-Stores heruntergeladen werden. Ein weiteres Problem liege in den digitalen Zertifikaten, die für die Signatur von Android-Apps verwendet werden.

Laut Alcatel-Lucent erlauben es diese Zertifikate nicht immer, den ursprünglichen Entwickler der App zurückzuverfolgen. Zudem sei es sehr einfach, Schadcode in eine Android-App zu injizieren und diese wieder mit einem nach außen hin vertrauenswürdigen Zertifikat zu versehen.

Insbesondere beobachteten die Experten im zurückliegenden Jahr eine Zunahme von DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) unter Zuhilfenahme von Internet-Routern aus dem Heimbereich und mit mobilen WLAN-Hotspots, Verwundbarkeiten wie der bekannte Heartbleed-Bug sowie Attacken auf Apple-Rechner sowie Hacks, die prominente Unternehmen betroffen haben, unter anderem den Elektronik- und Unterhaltungskonzern Sony.

Für das laufende Jahr 2015 machen die Sicherheitsexperten die folgenden beunruhigenden Prognosen: Botnetze verlegen sich immer mehr auf mobile Endgeräte und die Cloud, das Internet der Dinge wird zunehmend Opfer der Attacken und auch die Cloud bleibt nicht ungeschoren.

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