Cyber-Terrorismus

Hacker bedrohen zunehmend Energie-, Wasser- und Telefonnetze

25.02.14 | Redakteur: Franz Graser

„2013 war das Jahr von Hacktivisten und Cyber-Kriegern“, blickt Werner Thalmeier, Radwares Botschafter für IT-Sicherheit in Europa, zurück. Und: „2014 wird sehr wahrscheinlich ein noch schwierigeres Jahr.“
„2013 war das Jahr von Hacktivisten und Cyber-Kriegern“, blickt Werner Thalmeier, Radwares Botschafter für IT-Sicherheit in Europa, zurück. Und: „2014 wird sehr wahrscheinlich ein noch schwierigeres Jahr.“ (Bild: Gerd Altmann/pixelio.de)

Der israelische IT-Sicherheitsspezialist Radware rechnet im laufenden Jahr mit zunehmenden Ausfällen von Infrastruktureinrichtungen infolge von Hacker-Angriffen. Die Vorhersagen beruhen auf den Analysen des Emergency Response Teams von Radware.

„2013 war das Jahr von Hackern, sogenannten Hacktivisten und Cyber-Kriegern“, fasst Werner Thalmeier, Radwares Botschafter für IT-Sicherheit in Europa, die Erfahrungen des vergangenen Jahres zusammen. „Beispiele sind die Attacken auf US-Finanzdienstleister, der massive Datendiebstahl bei Adobe oder der Angriff auf die New York Times.“

Nach der Analyse dieser und anderer Vorkommnisse kommt Radware zu dem Schluss: „2014 wird sehr wahrscheinlich ein noch schwierigeres Jahr für die IT-Sicherheit. Die aktuellen Angriffe sollten Unternehmen als Weckruf verstehen und proaktiv eine Strategie für ihre Netzwerksicherheit entwickeln“, so Thalmeier.

Als wichtigste Negativtrends hat Radware folgende Bedrohungen identifiziert:

  • Ausfälle der Grundversorgung: Hoch entwickelte Länder und ihre wichtigsten Versorgungsnetze geraten zunehmend ins Visier großflächiger Cyber-Angriffe. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit von Störungen bei der Energie- und Wasserversorgung, bei Mobilfunk-, Telefon- und Fernseh-/Kabel-Services sowie bei Netzwerken der Polizei und anderen Notfall-Teams.
  • Neue Qualität von Cyber-Geiselnahmen: Es gibt bereits eine lange Geschichte von Lösegeldforderungen in Computernetzwerken. 2014 wird eine neue Qualität an Vorfällen erleben. Es ist damit zu rechnen, dass kriminelle Gruppen digitale Identitäten und Güter kapern und solange zurückhalten, bis ihre finanziellen oder andere Forderungen erfüllt sind.
  • Verschlüsselung als Waffe: Hacker verschleiern ihr Vorgehen oft, indem sie ihre Kommunikation verschlüsseln und dadurch illegal erworbene, kritische Informationen aus Firmennetzwerken entwenden können. Da nur wenige Organisationen ihre SSL-kryptografierten Nachrichten beim Versenden dekodieren, werden 2014 solche verschlüsselten Nachrichten zunehmend zum Einfallstor für kriminelle Aktivitäten.
  • Attacken auf SDN-Steuergeräte: SDN (Software Defined Networking) ist ein neuer Ansatz, der den Bau von Computer-Netzwerken virtualisiert und dadurch ihren Betrieb vereinfacht. 2014 sind die ersten Attacken auf SDN-Steuergeräte zu erwarten, da diese neue Verwundbarkeiten aufweisen. Während herkömmliche Netzwerkgeräte autonom funktionierten, sind SDN-Geräte auf das Zusammenspiel mit vielen anderen Systemen angewiesen, was zusätzliche Schlupflöcher für unerlaubte Eindringlinge schafft.
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