Angemerkt

Licht und Schatten einer hypervernetzten Zukunft

11.02.16 | Redakteur: Sebastian Gerstl

Sebastian Gerstl, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „In den nächsten 5 Jahren erwartet uns ein 5 Milliarden Dollar schwerer Embedded-Schwarzmarkt.“
Sebastian Gerstl, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „In den nächsten 5 Jahren erwartet uns ein 5 Milliarden Dollar schwerer Embedded-Schwarzmarkt.“ (Bild: VBM-Archiv)

Seit 20 Jahren höre ich schon vom intelligenten Kühlschrank, der eigenständig bestellt, wenn mir die Lebensmittel ausgehen. Und seit 20 Jahren präsentieren Unternehmen ihre Vorstellungen eines solchen Systems.

Siemens hat den Kühlschrank mit Kameras, der erlaubt, mittels Smartphone den Inhalt zu überwachen. Samsung präsentierte ein Modell mit integriertem Tablet, das eine passende Shopping-App für den Einkauf mitliefert. Firmen sprechen gern vom intelligenten Kühlschrank, wenn es um die Zukunft des Internets der Dinge geht.

All das macht die Vision noch nicht zur Realität. Ohne menschlichen Input erkennt noch immer kein Kühlschrank, ob ein Tetrapack Orangen- oder Apfelsaft enthält, ob die Eier aus Freilandhaltung oder aus einer Legebatterie stammen. Und dennoch: Wir sind dieser Zukunft näher denn je.

Laut einer Gartner-Analyse werden bis 2020 mehr als die Hälfte aller Geschäftsprozesse in der einen oder anderen Form über das Internet der Dinge laufen. Die Präzision und Geschwindigkeit, in der Big-Data-Analysen und Datenerfassung ablaufen, haben den Punkt erreicht, in dem automatische Bestell- und Wartungsprozesse realisierbar sind.

Dieselbe Analyse erwartet aber auch innerhalb der nächsten 5 Jahre einen 5 Milliarden US-$ schweren Embedded-Schwarzmarkt, der von gefälschten Sensoren, manipulierten Kameras und geklauten Videodaten lebt. Hatten 2015 Sicherheitsbudgets von Unternehmen noch bei 1% der jährlichen Ausgaben gelegen, prognostizieren Experten einen Anstieg auf 20% bis 2020. Darum ist es wichtiger, sich jetzt mit diesen Aspekten zu befassen.

Was braucht mein eingebettetes System? Was erwarte ich von meinem IoT-Einsatz? Und wie sorge ich dafür, dass alles von Grund auf sicher ist? Mit diesen Fragen und Antworten beschäftigen sich unsere Beiträge im Sonderheft "Embedded Systems Development & IoT", um Sie für diese Entwicklung zu rüsten. Beim Erarbeiten dieses Sonderheftes ist mir eine Sache klar geworden: Die Zukunft ist bereits dort draußen. Nur sollte man sie nicht in Kühlschränken suchen.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43858726 / Embedded Software Entwicklungswerkzeuge)

Embedded Software Engineering Report abonnieren

4 mal jährlich: Die kostenlose Pflichtlektüre für Embedded­-Software- und Systems-Entwickler, von Analyse bis Wartung und Betrieb

* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung und AGB einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.