Sicherheit digitaler Geräte

5 Ausreden, um nichts für die Sicherheit am Computer tun zu müssen

02.09.14 | Autor / Redakteur: Sascha Pfeiffer * / Hendrik Härter

Vorsicht ist geboten, wenn es um die digitale Sicherheit geht. Der Sicherheitsexperte Sophos gibt fünf Tipps.
Vorsicht ist geboten, wenn es um die digitale Sicherheit geht. Der Sicherheitsexperte Sophos gibt fünf Tipps. (Antje Delater / pixelio.de)

Wenn Menschen um eines nicht verlegen sind, dann sind es Ausreden. Auch in Bezug auf die Sicherheit von digitalen Geräten gibt es viele Ausflüchte. Sascha Pfeiffer, Principal Security Consultant beim Sicherheitsexperten Sophos, hat die fünf beliebtesten Ausreden zusammengefasst und kommentiert.

Seien wir mal ehrlich: Viele Computer und Webseiten sind schneller und einfacher zu nutzen, wenn nichts für die Sicherheit getan wird. Das spart schon mal mehrere Minuten am Tag. Anhänger dieser Vorgehensweise sind natürlich auch um Ausreden nicht verlegen und ich kann aus eigener Erfahrung ein Lied davon singen, wie schwer es ist, jemanden vom Gegenteil zu überzeugen. Deshalb hier die Top-5-Ausreden, die häufig und nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von kleinen Unternehmen kommen. Aber IT-Sicherheit ist kein „nice to have“ sondern ein Must-Have.

Ausrede 1: Ich bin zu unwichtig, als dass sich jemand für meine Daten interessiert!

Die landläufige Meinung ist, dass Cyberkriminelle einfach nicht an der örtlichen Autowerkstatt oder der aufstrebenden Produktionsstätte für achteckige Bierdeckel interessiert sind. Warum sollten die Gauner sich auch mit einem Kleinstunternehmen oder gar einer Privatperson zufrieden geben, wenn sie genauso gut Konzerne mit zigfachem Millionenumsatz ins Visier nehmen können?

Klingt logisch, aber in unserem Fall greift eher das Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“. Viele Großkonzerne machen ihre Umsätze nicht mit 10 Deals zu je 1 Milliarde Euro, sondern vielmehr mit 1 Milliarde Deals zu je 10 Euro. Und genau dieses Verhältnis von kleinem Wert und großer Anzahl ist für die Cyberkriminellen am attraktivsten. Sie schöpfen also lieber unzählige Privatpersonen oder Kleinstunternehmen ab, anstatt ein vermeintlich besser geschütztes Großunternehmen anzugreifen. Beispiele gefällig? Die CryptoLocker-Gang erleichterte alleine in Großbritannien über 100.000 Nutzer um jeweils rund 250 Euro und die Spamming-Industrie würde liebend gerne Ihren Computer übernehmen, um ihn dazu zu nutzen, millionenfach Spam in die Welt zu schicken.

Aus Perspektive der Cyberkriminellen sind wir alle potenzielle Opfer. Wir sind es uns, aber auch allen anderen Internetnutzern schuldig, uns bestmöglich zu schützen und den Verursachern von Malwareattacken das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Ausrede 2: Mit der aktuellsten Software funktioniert mein Drucker nicht mehr!

Es muss nicht immer der Drucker sein. Tatsächlich ist es nicht einmal immer die Hardware, die Probleme bereitet. Immer häufiger muss veraltete Software als Ausrede herhalten, um im Morast der Unsicherheit zu verweilen. In letzter Zeit steht vor allem Windows XP hoch im Kurs, von dem sich viele einfach nicht trennen wollen und damit auch keine offiziellen Sicherheits-Updates mehr erhalten.

Dieses Verhalten ist dann akzeptabel, wenn ältere und nur kostenintensiv zu ersetzende Geräte wie beispielsweise eine CNC-Fräse, die lediglich auf XP verlässlich läuft, im Einsatz sind. Wer allerdings nur einen stinknormalen PC oder Laptop sein eigen nennt, muss sich fragen, ob der Mehrwert eines angestaubten Druckers das Risiko nicht gepatchter Software rechtfertigt. Es muss jedem klar sein, dass Sicherheitslücken, die schon seit längerer Zeit bekannt sind, von den Hackern zuerst ausgenutzt werden, da Sie hier die effektivsten Angriffsmethoden haben.

Jedes Mal, wenn Sie weiter hinter den aktuellen Sicherheits-Updates einer Software zurückfallen, werden Sie zu einem noch attraktiveren Ziel für Cyberkriminelle.

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