06.07.11 | Redakteur: Hendrik Härter

Für mehr Sicherheit von Cloud-Computing und Eingebetteten-Systemen will sich die Münchner Projektgruppe Sicherheit und Zuverlässigkeit des Fraunhofer SIT einsetzen.
Die Münchner Projektgruppe Sicherheit und Zuverlässigkeit des Fraunhofer SIT ist seit dem 1. Juli eine selbstständige Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit. Dies beschloss der Senat der Fraunhofer-Gesellschaft.
In München arbeiten die Forscher daran, die Sicherheit von Cloud-Computing und Eingebetteten Systemen zu erhöhen. Weitere Ziele sind, Produktpiraterie zu verhindern oder vernetzte kritische Infrastrukturen zu schützen.
Nicht nur in Computer und Handy steckt Informationstechnologie. Mittlerweile sind alle Lebensbereiche von IT durchdrungen, so ist etwa das Auto heute ein fahrender Großrechner mit mehr als 80 kleinen Computern. Anwendungen wandern von der eigenen Festplatte in die Cloud, auf die Server eines Dienstleisters.
Dass diese Anwendungen sicherer und zuverlässiger werden, daran arbeiten Forscher in Garching bei München. Der Münchner Teil des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT ist jetzt selbständig und hat einen neuen Namen: »Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit, Fraunhofer Research Institution for Applied and Integrated Security AISEC.«
Geleitet wird die neue Einrichtung von Prof. Claudia Eckert, langjährige Leiterin des SIT in Darmstadt. Sie hat zusammen mit ihrem Sicherheitsteam innerhalb der vergangenen zwei Jahre erfolgreich neue Forschungs- und Entwicklungsbereiche in München aufgebaut.
Seit Juni 2010 wird Prof. Eckert von Prof. Georg Sigl, der 18 Jahre Industrieerfahrung im Design eingebetteter sicherer Systeme mitbringt, beim Aufbau unterstützt. Die Sicherheitsexperten forschen an den Themen Eingebettete Sicherheit, Produkt- und Knowhow-Schutz ebenso wie Netzwerksicherheit, Cloud-Sicherheit, digitale Identitäten und Schutz der Privatsphäre.
Bereits heute arbeiten am Münchner Standort über 60 exzellent ausgebildete Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Sie bilden einen Mix aus Informatikern, Elektrotechnik-Ingenieuren, Mathematikern und Betriebswirten. Dass das Thema nicht zu vernachlässigen ist, zeigen die Partner, wie Infineon, BMW, Giesecke & Devrient, Telekom, NSN, SIEMENS, die Deutsche Post, Salesforce, Fujitsu und auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI.
Die Einrichtung kooperiert eng mit der TU München. An der Fakultät für Informatik hat Prof. Eckert den Lehrstuhl für Sicherheit in der Informatik inne. An der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik baut Prof. Sigl den Lehrstuhl für Sicherheit in der Informationstechnik auf.
»Unsere Expertise in der integrierten Systemsicherheit wird in Zukunft stark gefordert und nachgefragt sein, wenn das Internet der Dinge mit dem Internet der Dienste zusammenwächst. Weitgehend isoliert betriebene Systeme, wie im Flugzeug- oder Automobilbau, werden sich den entstehenden Cyber Physical Systems öffnen und verstärkt Sicherheitsinfrastrukturen aufbauen«, sind Eckert und Sigl überzeugt.
Das Institut will zwei Schwerpunkte ausbauen: SmartGrid und SmartMobility inklusive Automotive-Security sowie die Elektromobilität. Auch die Test- und Demonstrationslabore für Hardware-Sicherheit, Netzwerksicherheit und Cloud-Sicherheit sollen kontinuierlich erweitert werden.
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