Hasso-Plattner-Institut

Treibhaus für IT-Innovationen auf der CeBIT

10.02.11 | Redakteur: Peter Koller

Das HPI nutzt die CeBIT traditionell dazu, IT-Innovatonen auf anschauliche Art zu demonstrieren, wie etwa 2009 mit seiner School of Design Thinking (Foto: HPI)
Das HPI nutzt die CeBIT traditionell dazu, IT-Innovatonen auf anschauliche Art zu demonstrieren, wie etwa 2009 mit seiner School of Design Thinking (Foto: HPI)

Einer neuen Form von "Treibhaus" gleicht der Stand des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik (HPI) auf der CeBIT 2011. Demonstriert wird dort das gute Klima, unter dem in Potsdam talentierter Nachwuchs an IT-Ingenieuren groß gezogen wird.

Mit dem lichtdurchfluteten, Gewächshaus-ähnlichen Messestand im CeBIT lab (Halle 9, Stand C15) zeigt das von Wissenschaftsmäzen Prof. Hasso Plattner gestiftete und finanzierte Uni-Institut, wie viel Energie es in die Förderung des Wachstums von frischem Wissen der Informationstechnologie steckt.

(Die Neuheiten der Cebit 2011 in einer Bildergalerie)

So einzigartig, wie in Deutschland das Potsdamer Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering arbeitet, so deutlich hebt sich auch sein „Treibhaus“ aus der Umwelt im CeBIT lab ab. Zwar präsentiert das Institut seine Vorzeige-Lösungen auch mit großen Monitoren und Smart Boards, aber alles ist optisch in „Beete“ eingebettet, auf denen symbolisch die präsentierten Projekte und jungen Talente wachsen. Dies sind die zwölf Themen, die das HPI auf der CeBIT 2011 präsentiert:

1. Neue Datenmanagement-Technologie macht Analysen blitzschnell

Immense Verbesserungen der Geschwindigkeit von Unternehmenssoftware versprechen neue Datenmanagement-Technologien, welche die Wissenschaftler aus dem Fachgebiet „Enterprise Platform and Integration Concepts“ erstmals detailliert erläutern. Gezeigt wird, wie bislang getrennt gehaltene analytische und transaktionale Daten in einer einzigen Datenbank vereint werden, die im riesigen Hauptspeicher eines Hochleistungsrechners residiert. Diese In-Memory-Datenbanktechnologie wird Geschäftsanwendungen grundlegend revolutionieren, in dem sie dem Top-Management durch schnelle und flexible Analysen in "echter Echtzeit" die Entscheidungsfindung erleichtert – auch durch Einsatz von Cloud Computing und leistungsfähiger mobiler Geräte wie dem iPad. Zum Beispiel verringert sich der Zeitbedarf für die Analyse von 280 Millionen Aufträgen im Rahmen eines Mahnlaufs von 20 Minuten auf eine Sekunde.

2. Tiefe Einblicke in das Innere von Softwaresystemen

Innovative Werkzeuge zur automatischen Analyse komplexer Softwaresysteme und zum Monitoring von Software-Entwicklungsprozessen können die CeBIT-Besucher bei den Computergrafik-Wissenschaftlern des Hasso-Plattner-Instituts bestaunen. Eine neuartige Technologie für Software-Diagnose lässt die Entwicklungsgeschichte, die Programmstruktur und das Laufzeit-Verhalten von Software in Form von dynamischen, interaktiven Softwarekarten sichtbar werden. Mit Hilfe dieser Werkzeuge können Entwicklungskosten und -risiken erheblich gesenkt werden, denn Software-Entwickler, Projekt-Manager und Produkt-Verantwortliche werden damit frühzeitig auf ausschlaggebende Situationen aufmerksam gemacht und sind so in der Lage, Entwicklungsprojekte besser zu steuern. Die Werkzeuge zur Software-Analyse arbeiten vollautomatisch und unabhängig von Programmiersprache und Vorgehensmodell.

3. Neues Sucherlebnis: Automatische Video-Analyse erkennt Genres, Szenen, Gesichter, Schriften

Im World Wide Web wächst der Anteil von Multimediainhalten enorm. Sie effizient handhaben und organisieren zu können, erfordert neue Technologien. Ein Beispiel dafür ist die semantische Multimediasuche. Mit automatisierten Verfahren zur semantischen Analyse audiovisueller Inhalte demonstrieren Wissenschaftler aus dem Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme des HPI, wie effizienter Zugang zu den stetig wachsenden Informationsmengen ermöglicht werden kann. Ihr „Semantic Media Explorer“ kombiniert neueste Medienanalyseverfahren wie die automatische Segmentierung von Szenen, die intelligente Schrifterkennung sowie das Erkennen von Genres und Gesichtern in Videos und erschließt Videoinhalte so bestmöglich. Die durch die Medienanalyse extrahierten Daten werden mithilfe semantischer Informationen in Relation zueinander gesetzt, so dass der Nutzer neue Zusammenhänge erkennen und explorativ in den Multimediainhalten "stöbern" kann.

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