Betriebssysteme

Einstieg in Microsofts Windows Embedded Standard 7

24.05.2010 | Autor / Redakteur: Rudi Swiontek und Ralf Ebert* / Martina Hafner

Nomen est Omen: Windows Embedded Standard 7 basiert auf Windows-7-Technologie

Das Ziel von Windows Embedded Standard 7 ist es, eine Betriebssystem-Lösung für eine geeignete Target-Hardware zu erstellen. Mit dem Target Analyzer Probe werden die Treiber der Target-Hardware erfasst und mit dem Image Configuration Editor kundenspezifische Betriebssystem-Lösungen über eine bedienerfreundliche Oberfläche erzeugt. Das Ergebnis: ein kompaktes und robustes Betriebssystem, das nur die gewünschten Funktionen beinhaltet.

Für Windows Embedded Standard 7, kurz WinES 7 und bis vor kurzem noch als Windows Embedded Standard 2011 bekannt, stehen vier Downloads zur Verfügung: Das Werkzeug ICE, die bootfähigen Image Builder Wizards (IBW) für die 32- und 64-Bit-Versionen sowie die Dokumentation. Die neuen Entwicklungstools sind: IBW, ICE (Image Configuration Editor), Windows Preinstallation Environment (PE) 3.0, Deployment Image Servicing und Management (DISM), Target Analyzer, Sysprep, die Windows Deployment Services (WDS) und die Tools zum verwalten der Sprachpakete und Treiber.

Windows-Embedded-Produkte verfügen über einen anderen Produkt-Aktivierungs-Mechanismus. Sie erhalten beim Erstellen der Images eine Product Identification, kurz PID. Erst beim Booten des Images auf dem Target-System wird eine eindeutige, hardwarebezogene SID (Security Identifier) erzeugt.

Unter WinES7 wird diese PID schon bei der Installation der Tools eingegeben. Hierbei wird zwischen der Evaluierungs-Version und der Voll-Version unterschieden. Beim Distributor können das Tool-Kit für WinES7 und die dazu gehörenden Lizenzen erworben werden. Die Embedded-Produkt-Lizenzen sind dabei immer günstiger als die Desktop-Lizenzen.

Ergänzendes zum Thema
 

Autorenmeinung zu Windows Embedded Standard 7

Sollte eine Embedded-Systemlösung in unterschiedlichen Ländern mit einer lokalisierten Betriebssystemoberfläche ausgeliefert werden, musste man bisher stets ein neues Images für die jeweilige Sprache generieren. Mit den neuen Tools wird erst ein Embedded-Core-Image erzeugt, um auf dessen Basis alle weiteren Sprachpakete und andere Komponenten zu installieren. Die mitgelieferten Templates wie Thin-Client, Industrial Automation, Minimum Configuration, usw. optimieren das zusammenstellen der Konfiguration.

WinES7 ist die nächste Generation der Familie Windows Embedded Standard und basiert auf der Windows7-Technologie. Es ist somit binärkompatibel zu Windows 7 Ultimate. Es verfügt über reichhaltige Betriebssystemfunktionen und setzt sich aus einer überschaubaren Anzahl von Modulen zusammen. Mit den neuen Werkzeugen lassen sich WinES7-Konfigurationen zusammenstellen, um die Imagegröße für Embedded-Anwendungen erheblich zu verringern.

Die Embedded-Betriebssystem-Lösungen verfügen zusätzlich zur Desktop-Version über Embedded Enabling Features. Für die Massenproduktion der Master-Images stehen einige Entwicklungs- und Verteilungswerkzeuge zur Verfügung.

Was beinhalten die Embedded Enabling Features von Windows Embedded Standard 7?

Ein typisches Embedded System beinhaltet keine rotierenden Peripherie-Komponenten, wie Harddisk oder CD/DVD. Zum Booten der Embedded-Systeme werden verstärkt Compact-Flash(CF-)Karten oder alternative Boot-Medien verwendet. Beim Einsatz von CF-Karten muss man wissen, dass der Zugriff auf eine Speicherzelle beschränkt ist: Typisch sind etwa eine Million Schreibzyklen pro Zelle.

Um die Lebensdauer der CF-Karten quasi unendlich zu verlängern stellt Microsoft sogenannte Embedded Enabling Features zur Verfügung. Die EWF sorgen dafür, dass nicht auf die Flash-Karte geschrieben wird, sondern auf einen als Overlay (RAM, DISK oder RAM REG) definierten Speicher.

Es werden auch zusätzliche Remote-Management-Möglichkeiten bereitgestellt, um mit Systemen zu kommunizieren, die weder eine Tastatur, noch eine Maus oder einen Bildschirm besitzen, z.B. eine Set-Top-Box (Headless-Systeme). Um bei Headless-Systemen die auftretenden Dialoge zu quittieren werden mit der Funktion Message Box Default Reply automatisch auftretende Fragen beantwortet und aufgezeichnet.

Mit der Funktion Hibernate Once, Resume Many (HORM) ist ein sehr schnelles booten möglich. Dabei wird der komplette Bootvorgang vom RAM in eine Datei abgespeichert (Hibernation-File) und beim nächsten Systemstart wird die Datei wieder ins RAM kopiert. Dadurch wird die Bootzeit erheblich verkürzt.

Die Standard Shell kann durch eine maßgeschneiderte Anwendung ersetzt werden. Die Custom-Shell-Entwicklung wird durch einen Shell-Prototyp unterstützt.

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