itemis

Open-Source-Strategie schafft Freiräume in der Krise

15.06.2009 | Redakteur: Martina Hafner

*Wolfgang Neuhaus (re.) ist Diplom-Informatiker sowie Gründer und Vorstand der itemis AG. Jens Wagener (li.), Diplom-Kaufmann, gründete zusammen mit Neuhaus das Unternehmen im Jahr 2003. Seither sind beide gemeinsam Vorstand der Firma. itemis ist spezialisiert auf modellbasierte Softwareentwicklung für Enterprise- und eingebettete Systeme und aktives Mitglied der Eclipse Foundation. (Foto: IHK/Appelhans)

Die gemeinschaftliche Entwicklung von IT-Lösungen auf Open-Source-Basis schafft in der derzeit bei vielen Unternehmen angespannten Finanzsituation den notwendigen Freiraum für lebensnotwendige Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Ein flächendeckender Innovationsstopp schadet dem Standort Deutschland dauerhaft und muss mittelfristig beseitigt werden – auch ohne Konjunkturprogramme. Einen Ausweg aus dem Innovations-Investitions-Dilemma sieht Wolfgang Neuhaus, Gründer und Vorstand der itemis, in der Entwicklung von Basislösungen für aktuelle Standardisierungsansätze unter einer Open-Source Lizenz.

„Open-Source-Software ist nicht nur im Einsatz günstiger, sondern vor allem in der Entwicklung. Mitglieder einer Branche entwickeln gemeinsame Branchenstandards auf Open-Source-Basis, die allen Wettbewerbern frei zur Verfügung stehen. Darauf aufbauend können Speziallösungen geschaffen werden, die wettbewerbskritische Prozesse unterstützen. Entweder durch die Unternehmen selbst oder aber durch kommerzielle Produktanbieter und Dienstleister“.

Eclipse spielt herausragende Rolle

Bei den Softwareentwicklungswerkzeugen und Runtime-Plattformen spiele Eclipse eine herausragende Rolle. Mit dem Konzept der „Vertical Working Groups“ bietet die Eclipse Foundation als steuernde Dachorganisation die notwendigen Voraussetzungen für derartige Industriekooperationen. Angefangen bei der Open-Source-Lizenz über die rechtlichen Rahmenbedingungen und technischen Infrastrukturen bis hin zu einer breiten technischen Plattform und einem lebendigen Ökosystem von Mitgliedern und Entwicklern.

Gemeinschaftlich Basiswerkzeuge entwickeln

So existieren bereits Working Groups zum Thema „Mobile Communication“ und „Insurance“. Eine Automotive-Arbeitsgruppe befindet sich im Aufbau. Interessierte Hersteller und Zulieferer gibt es reichlich. Das ist verständlich, denn die Budgets für die Werkzeugentwicklung sind heute deutlich kleiner als in den letzten Jahren. Die Herausforderungen werden dagegen aber immer größer. Hier kann die gemeinschaftliche Entwicklung von Basiswerkzeugen erhebliche Kosten einsparen!

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