Software-Modelle

Neuromuskuläre Behinderungen mit Elektrostimulationen überwinden

27.01.2009 | Autor / Redakteur: Stephen Trier, Tina Vrabec und Jeff Weisgarber* / Hendrik Härter

Die FES-Geräte sollen beispielsweise bei Querschnittsgelähmten das Stehen und Gehen wieder ermöglichen (Bild: pixelio.de, Rainer Sturm)

Bei neuromuskulärer Beeinträchtigung hilft die Funktionelle Elektrostimulation (FES): gelähmte Arme und Beine können wieder bewegt werden. Die flexible und konfigurierbare System-Plattform erlaubt es, den Controller vor Ort einzustellen und erzielt sofort Ergebnisse.

FES-Geräte senden elektrische Impulse an Elektroden, die entweder implantiert wurden oder auf der Haut getragen werden oder durch sie hindurch wirken. So können entweder Bewegungen erzeugt oder kontrolliert werden. Es ist zwar bekannt, welche Wirkung die Elektrostimulation auf gelähmte Muskeln und Nerven hat, aber sie in individuellen Einzelfällen nutzbringend einzusetzen, ist noch eine Herausforderung.

Ein Team der Case Western Reserve University hat die Universal External Control Unit (UECU) entwickelt. Dabei handelt es sich um eine flexible und konfigurierbare System-Plattform für FES-Anwendungen. Mit ihr können Klinik-Ingenieure die FES-Controller vor Ort neu einstellen und erhalten sofort greifbare Ergebnisse.

Drei Entwicklungsziele für die UECU

Im Kern der Entwicklung standen drei Ziele:

  • Erstens sollte die UECU-Hardware und -Software modular und flexibel genug sein, um ein breites Spektrum von FES-Anwendungen zu ermöglichen.
  • Zweitens musste die Entwicklungsumgebung gestatten, Prototypen rasch zu entwerfen und Forschungsergebnisse schnell in brauchbare klinische Systeme zu übertragen.
  • Drittens sollte die Plattform sowohl im Labor als auch im klinischen Betrieb und beim Patienten zu Hause effizient arbeiten.

Simulink war von Anfang an Teil des Projekts. Als Proof-of-Concept wurde ein Freescale Evaluierungsboard mit dem Prototypen eines Steuerungsmoduls für Implantate verbunden und über selbst geschriebene S-Functions gesteuert. In Simulink erzeugte das Team ein einfaches FES-Controllermodell und generierte daraus Code mit Real Time Workshop. Das Konzeptsystem bewies, dass sich Stimulationspulse in Echtzeit mit einem Simulink-Modell steuern ließen.

Funktionelle Elektrostimulation in der Medizin

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