Neuausrichtung

So will Joe Kaeser sparen und Siemens digitalisieren

11.05.17 | Autor / Redakteur: Christine Schultze, dpa / Benjamin Kirchbeck

Rund 2700 Jobs stehen dieses Mal bei Siemens auf der Kippe - und das, obwohl sich Konzernchef Joe Kaeser nach einem guten zweiten Quartal gerade noch einen Tick optimistischer für dieses Geschäftsjahr gezeigt hatte.
Rund 2700 Jobs stehen dieses Mal bei Siemens auf der Kippe - und das, obwohl sich Konzernchef Joe Kaeser nach einem guten zweiten Quartal gerade noch einen Tick optimistischer für dieses Geschäftsjahr gezeigt hatte. (Bild: Siemens)

Siemens steht gut da - aber trotzdem greift Konzernchef Kaeser weiter durch. Bei der Neuausrichtung will er keine Zeit mehr verlieren. Das kostet wieder viele Jobs.

Siemens-Chef Joe Kaeser lässt nicht locker. Schritt für Schritt trimmt er den Elektroriesen auf Digitalisierung und räumt in Problemsparten auf, das geht mit schmerzhaften Einschnitten einher. Rund 2700 Jobs stehen dieses Mal auf der Kippe - und das, obwohl sich der Konzernchef nach einem guten zweiten Quartal gerade noch einen Tick optimistischer für dieses Geschäftsjahr gezeigt hatte.

Also wieder ein „dicker Brocken“, wie es in Kreisen der Arbeitnehmer heißt, die die Maßnahmen für übereilt halten und sie nun prüfen wollen.

Für Siemens läuft es doch gerade gut, warum also schon wieder Stellenstreichungen?

Das kann man so pauschal nicht sagen, sondern muss genauer auf die betroffenen Sparten und das umfangreiche Maßnahmenbündel schauen. Generell gibt es in dem noch immer breit aufgestellten Konzern mit unterschiedlichsten Sparten und Töchtern - von der Medizintechnik bis zum Kraftwerksgeschäft - immer irgendeine Baustelle, auf der gekürzt, optimiert oder zusammengelegt wird.

Dafür sorgen schon konjunkturelle Schwankungen und neue Konkurrenzverhältnisse in unterschiedlichen Branchen und den vielen Regionen weltweit, in denen Siemens tätig ist. Hier steuert die Konzernführung mittlerweile frühzeitig gegen - und bekommt dafür auch Lob von Anlegern. Auch bei der Digitalisierung, die immer mehr an Fahrt aufnimmt, will Kaeser keine Zeit mehr verlieren.

Welche Hintergründe haben die Einschnitte in den einzelnen Sparten?

Da ist zum einen die Unternehmens-IT, die eine Schlüsselrolle beim digitalen Wandel spielt, wie der zuständige Siemens-Vorstand Michael Sen erklärt. Die Aktivitäten sollen hier stärker konzentriert werden, auch um Kapazitäten für Datenanalyse und Cybersicherheit zu schaffen. In der zukunftsträchtigen digitalen Fabrik geht es unter anderem um die Zusammenfassung mehrerer Lager zu einem Logistikzentrum.

Außerdem bekommt Siemens teils die Investitionszurückhaltung von Kunden spüren, was Einschnitte im Fürther Werk der Sparte nach sich zieht. Auch die Zugsparte muss Federn lassen: Hier leidet Siemens nach dem Zusammenschluss der beiden größten chinesischen Zughersteller zum Giganten CRRC unter massivem Wettbewerbs- und Kostendruck.

Das kostet auch Aufträge - in den vergangenen Monaten soll Siemens bereits mehrere Ausschreibungen verloren haben. Auch der wichtige Kunde Deutsche Bahn schaut sich über ein eigenes Einkaufsbüro in China bereits vor Ort nach Zug-Komponenten um.

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So ein frisch eingestellter Buchhalter muss sich erst mal seine Daseinsberechtigung erwirtschaften.  lesen
posted am 13.05.2017 um 03:42 von Unregistriert

Einem Buchhalter als Chef fällt natürlich nichts anderes ein als Stellenstreichungen. Es gäbe viel...  lesen
posted am 12.05.2017 um 15:55 von peter.rimbrecht@t-online.de

In Deutschland gab es schon früher 5-Jahres-Pläne. Mittlerweile sind es maximal 4 Jahre, wenn man...  lesen
posted am 12.05.2017 um 14:20 von Unregistriert

Wieder ein Beispiel, wo sich ein Konzern aus „Geldgier“ seine Konkurrenz selber herangezüchtet...  lesen
posted am 12.05.2017 um 13:54 von Unregistriert


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