Nach Westinghouse-Insolvenz

Bieterkrieg entbrennt um Toshibas Speicherchip-Sparte

13.04.17 | Redakteur: Franz Graser

Die Insolvenz der Kraftwerkstochter Westinghouse zwingt Toshiba dazu, seine Speicherchip-Sparte zu verkaufen. Broadcom und Foxconn haben lukrative Angebote eingereicht, doch Speicherspezialist Western Digital könnte zum Zünglein an der Waage werden.
Die Insolvenz der Kraftwerkstochter Westinghouse zwingt Toshiba dazu, seine Speicherchip-Sparte zu verkaufen. Broadcom und Foxconn haben lukrative Angebote eingereicht, doch Speicherspezialist Western Digital könnte zum Zünglein an der Waage werden. (Bild: Toshiba)

Der US-Chiphersteller Broadcom und der taiwanische Elektronikfertiger Foxconn bieten um die Speicherchip-Sparte des japanischen Technologiekonzerns Toshiba. Wie das Magazin „Fortune“ berichtet, liegt das Broadcom-Angebot bei über 21 Milliarden Euro. Das Angebot von Foxconn wird mit zwei Billionen Yen (ca. 17,2 Milliarden Euro) beziffert.

Das Magazin „Fortune“ spricht in seinem Bericht von rund 10 interessierten Firmen, die für Toshibas Chip-Sparte Gebote abgegeben hätten. Neben Broadcom und Foxconn kommen noch der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix und der USA-Speicherhersteller Western Digital in die engere Wahl, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf informierte Kreise.

Laut einem dpa-Bericht von Ende März hofft der japanische Technologiekonzern, mit dem Verkauf seiner Chip-Sparte mindestens neun Milliarden Dollar einzunehmen. Der Grund für den Verkauf liegt unter anderem in Problemen mit dem Geschäft mit Atomreaktoren in den USA. Der amerikanische Reaktorhersteller Westinghouse, eine Tochter von Toshiba, hatte Insolvenz anmelden müssen.

Obwohl die Angebote von Broadcom und Foxconn weit über dem erhofften Verkaufspreis von neun Milliarden Dollar liegen, verlangt der Speicherhersteller Western Digital laut Reuters exklusive Verhandlungsrechte. WD betreibt zusammen mit Toshiba eine Chipfabrik in Japan und betrachtet die Abspaltung des Chip-Geschäfts als eine eklatante Verletzung der Joint-Venture-Vereinbarungen, berichtet Bloomberg.

Laut Bloomberg hatte der CEO von Western Digital, Steve Milligan, vor wenigen Tagen einen Brief an die Mitglieder des Verwaltungsrates von Toshiba geschickt. Darin hatte der WD-CEO die exklusiven Verhandlungsrechte eingefordert. Darüber hinaus lägen die von anderen Interessenten eingereichten Angebote weit über dem Wert der Chip-Sparte.

Toshiba stellt sich dagegen auf den Standpunkt, ein Verkauf des Geschäftsbereichs würde die Verträge mit Western Digital nicht verletzen. Amit Daryayani, Analyst bei RBC Capital Markets, sagte dagegen gegenüber Bloomberg, er glaube, dass WD durchaus die erforderlichen Mittel habe, um den Verkauf blockieren zu können.

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