Foto- und Drucktechnik
Patentverkäufe sollen Eastman Kodak retten
09.01.2012 | Redakteur: Franz Graser
Dem Traditionsunternehmen Eastman Kodak droht die Insolvenz. Gelingt es nicht, Käufer für rund 1100 Patente zur digitalen Bilderzeugung zu finden, ist möglicherweise der Gläubigerschutz die letzte Option.
Der 1889 von George Eastman gegründete Foto-Pionier könnte heuer eigentlich auf eine stolze Unternehmensgeschichte zurückblicken.
Die Erfindung des Rollfilms und die Einführung preiswerter und kompakter Kameras am Ende des 19. Jahrhunderts trugen dazu bei, dass das Fotografieren für die Massen zunehmend erschwinglich wurde.
Bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts blieb Kodak der bevorzugte Filmhersteller in den USA. Der Abstieg begann allerdings bereits in den späten neunziger Jahren, als sich der Siegeszug der Digitalkameras abzeichnete.
Oft wird behauptet, Kodak habe das anbrechende Zeitalter der Digitalfotografie verschlafen. Diese These ist aber nicht haltbar, denn das Unternehmen produzierte bereits 1994 im Auftrag von Apple digitale Kameras der Modellreihe "QuickTake".
Allerdings zeigte sich, dass die Gewinnmargen bei der digitalen Fotografie weitaus geringer sind als im analogen Bereich. Zudem funktionierte das bisherige Geschäft, das auf dem Verkauf von Filmen für die Kodak-Kameras basierte, nicht mehr.
In den vergangenen Jahren investierte Kodak sehr stark in die Bereiche Fotodruck, Workflow-Software für die Druckvorstufe sowie in Tintenstrahldrucker und meldete hier auch zahlreiche Patente an.
Zudem verfolgte das Unternehmen eine aggressive Politik, Patentverletzungen einzuklagen. 2010 nahm Kodak über 800 Millionen Dollar aus Patentlizenzen ein.
Der geringe Bargeldbestand führt nun dazu, dass Eastman Kodak nun nach Käufern für sein intellektuelles Eigentum sucht. Sollte dies nicht gelingen, könnte der Antrag auf Gläubigerschutz nur noch eine Frage weniger Wochen sein.
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