HörTech

Technologien für Hörhilfen sollen zukünftig verschmelzen

27.05.2009 | Redakteur: Hendrik Härter

Die Verbindung von Audiosystem-, Hörgeräte- und Cochlear-Implantat-Technik birgt die einzigartige Chance, die Lebensqualität einer Vielzahl von Menschen nachhaltig zu verbessern

Der Forschungs- und Entwicklungscluster Auditory Valley strebt mit seiner weltweit anerkannten Expertise rund um das Hören die Entwicklung einer neuen Hörsystem-Branche an. Dabei soll die Hörsystem-Kompetenz der Medizin mit Audiotechnologien aus dem Consumer-Bereich verschmolzen und die Lebensqualität der Hörgeschädigten erhöht werden.

Der Weltmarkt für medizinische Hörsysteme wächst trotz ansonsten negativer Markttrends. So weist der Hörgerätemarkt ein jährliches Wachstum zwischen fünf bis acht Prozent auf und bei Cochlea-Implantaten, einer operativ einsetzbaren Innenohrprothese, beträgt das jährliche Wachstum bis zu 20% (Stand 2008).

Ein wichtiger Wachstumsfaktor ist dabei die noch immer sehr geringe Marktdurchdringung von ca. 20% im Durchschnitt. So tragen in Deutschland nur drei Mio. der ca. 15 Mio. Hörgeschädigten ein Hörgerät. „Wenn man sich bewusst macht, dass einerseits immer mehr ältere Menschen am beruflichen und sozialen Leben teilhaben wollen, andererseits aber jeder Zweite der über 65-jährigen schwerhörig ist, so besteht hier aus sozialer und volkswirtschaftlicher Sicht ein erheblicher Handlungsbedarf“, erklärt der Sprecher des Auditory Valleys, Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier von der Universität Oldenburg.

Hörgeärte im Fernseher integriert

Mit der Verschmelzung unterschiedlicher Technologien sollen Hörhilfen im Alltag einer Vielzahl von Menschen zugänglich gemacht werden, die derzeit keine Hörsysteme benutzen. So arbeiten Wissenschaftler und Industrievertreter im Auditory Valley beispielsweise daran, die Technologie von Hörgeräten in Handys und Fernseher zu integrieren. Doch auch Normalhörende werden von den neuen Technologien profitieren: Entspanntes Hören und Verstehen auf Bahnhöfen oder Flughäfen soll zukünftig möglich sein. „Mit dem umfassend leistungsfähigen ‚Knopf im Ohr‘, dem so genannten persönlichen Hörsystem/Kommunikator, sollen Informationen und Passagieraufrufe individuell und akustisch einwandfrei an den einzelnen Reisenden übertragen werden“.

Mit den exzellenten Lehr- und Forschungsbedingungen an den Standorten Hannover und Oldenburg sowie mit den führenden Köpfen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Medizin ist das Auditory Valley derzeit das innovative Zentrum dieser, sich neu bildenden Hörsystem-Branche. Diese Position möchte man weiter vorantreiben und ausbauen. Bisher sind weltweit in ca. 80% der Hörgeräte ein Stück Oldenburg und in mehr als 80% der Cochlea-Implantate ein Stück Hannover enthalten.

Auditory Valley will Lebensqualität erhöhen

Neben der Medizinischen Hochschule Hannover, der Abteilung medizinische Physik der Universität Oldenburg, dem Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik HörTech, den Hörzentren Hannover und Oldenburg, dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie haben sich namhafte Unternehmen wie Sennheiser, Cochlear und Kind Hörgeräte in der Region Oldenburg/Hannover angesiedelt.

„Mit dieser einzigartigen Expertise rund um das Hören trägt das Auditory Valley zu einer verbesserten Lebensqualität bei Menschen mit Hörproblemen bei und sorgt aufgrund der engen Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft in der Region Oldenburg/Hannover für wirtschaftliches Wachstum“, erklärt Stephan Albani abschließend.

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