Kolumne

Illusionen und ihre Wirkung auf die Projektarbeit

26.01.17 | Autor / Redakteur: Peter Siwon / David Franz

Peter Siwon: "Unsere mentale Optik beeinflusst unsere Sicht auf die Projekte."
Peter Siwon: "Unsere mentale Optik beeinflusst unsere Sicht auf die Projekte." (Bild: foto art Elisabeth Wiesner/www.fotoart-wiesner.de)

Peter Siwon, ELEKTRONIKPRAXIS-Kolumnist und Experte für systemisches Projektmanagement, über den Knick in der Projekt-Optik.

„Nix G‘wies woaß ma ned“ (Fußnote: bayrisch für „Mit Sicherheit kann man es nicht sagen“) - so lautet eine in Bayern verbreitete Redewendung, wenn es gilt, schwierige Entscheidungen zu treffen. Ähnliche Wendungen dürfte es wohl in jeder Sprache geben. Die Vielfalt von Formulierungen, die menschliche Unsicherheit artikulieren, lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich hier um einen sehr verbreiteten Zustand handelt, der natürlich auch nicht vor Projekten haltmacht. Aber das ist Ihnen als Projektinsider ohnehin klar. Ein guter Grund, der Sache auf den psychologischen Grund zu gehen.

Die große Herausforderung bei lukrativen und damit in der Regel komplexen Projekten liegt darin, dass dabei viele Entscheidungen unter unsicheren Rahmenbedingungen getroffen werden müssen. Wir wissen selten, welche Risiken lauern und welche Chancen sich ergeben. Denn wir haben weder die Mittel und auch nicht die Zeit, das gesamte Für und Wider auf Basis gesicherter Erkenntnisse abzuwägen. Unter vorgehaltener Hand: Manchmal hat man dazu ja auch einfach keine Lust. Was die Angelegenheit noch verzwickter macht, ist, dass uns die Psyche zu allem Übel noch den einen oder anderen Streich spielt. Wir haben quasi einen Knick in der mentalen Projekt-Optik. Dieser Knick kann durch psychischen Druck zur Bruchstelle für unseren Realitätssinn werden.

Das Problem liegt dabei weniger darin, dass wir durch Wettbewerb gezwungen sind, Risiken einzugehen und mit Unsicherheiten umzugehen. No Risk, no Deal! Die Krux ist, dass der Mensch generell dazu neigt, Risiken und Chancen, aber auch Einflussmöglichkeiten intuitiv falsch einzuschätzen und sich dessen dummerweise nicht bewusst ist. Psychischer Druck, beispielsweise ausgelöst durch harten Wettbewerb, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf diesem intuitiven Glatteis ins Schleudern kommen. Hier eine kleine Auswahl aus dem Fisimatenten-Repertoire unseres Oberstübchens: Wahrnehmungsverzerrungen, Kontroll-Illusion, Ursache-Wirkungs-Märchen, Rückschaufehler. Das ist wohl gemerkt nur eine kleine Auswahl.

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posted am 03.02.2017 um 08:40 von jeckert


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