90 Jahre Beck Elektronik aus Nürnberg

Ein Familienunternehmen in der 4. Generation

10.09.15 | Redakteur: Hendrik Härter

Bereits die vierte Generation: Die beiden Geschäftsführer Dr. Dieter Beck und Alexander Beck. Seit 2013 ist Patrick Beck für die Entwicklung des Geschäftsbereichs LEDs und Lighting zuständig. Und schließlich Senior-Chef Theodor Beck (v.l.n.r).
Bereits die vierte Generation: Die beiden Geschäftsführer Dr. Dieter Beck und Alexander Beck. Seit 2013 ist Patrick Beck für die Entwicklung des Geschäftsbereichs LEDs und Lighting zuständig. Und schließlich Senior-Chef Theodor Beck (v.l.n.r). (Bild: Beck Elektronik)

Ein 90. Geburtstag ist ein besonderer Grund zu feiern, auch für einen Distributor für Elektronik-Komponenten: Beck Elektronik aus Nürnberg konnte im August dieses Ereignis begehen.

Beck Elektronik aus Nürnberg feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Firmenjubiläum. Für einen Elektronik-Distributor eine lange Zeit.

Das Unternehmen beschäftigt an fünf Standorten 160 Mitarbeiter und hat im Jahr 2014 in der Firmengruppe einen Umsatz von 65 Mio. Euro erwirtschaftet. Zusammen mit dem Geschäftsführer Alexander Beck schauen wir zurück auf die Anfänge, die Gegenwart und blicken auch in die Zukunft.

Doch blicken wir zuerst kurz zurück zu den Anfängen. Wie hat alles begonnen?

Im Jahr 1925 begann mein Großvater Gustav Beck mit knapp 30 Jahren Werkzeugmaschinen zu verkaufen und zusätzlich schwere Hebezüge zu verleihen. Ein Jahr später ging es schon Richtung Elektrotechnik mit dem Vertrieb von Freileitungsmaterial, Isolatoren und allgemeiner Elektrokeramik.

Zu dieser Zeit begann in Deutschland die flächendeckende Elektrifizierung. 1934 kamen dann noch Kunststofferzeugnisse wie Isoliermaterial-Hartpapier-Pressmassen und Formteile dazu.

Der Elektrohandel begann dann schließlich 1936 mit dem Vertrieb von Kondensatoren. Ein wichtiges Standbein war der Verleih von Bausätzen von Phasenschieberkondensatoren an die Energieversorger. Diese Bauteile bringen Strom und Spannung in Phase. Diesen Verleih hat er clever angestellt, denn die Energieversorger brauchten diese Phasenschieberkondensatoren.

Nach dem 2. Weltkrieg nahm Gründer Gustav Beck wieder Kontakt mit seinem früheren Hauptgeschäftspartner Rosenthal, Technische Keramik, auf. In den 1950er Jahren kamen die gewickelten Drahtwiderstände, die Kohle- und Metallschichtwiderstände sowie Folien- und Keramikkondensatoren. Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre wurde die Röhre als Verstärkerbauelement durch die ersten Germanium-Transistoren und anschließend durch Silizium-Transistoren ersetzt. Als nächstes folgten die integrierten analogen Verstärker ICs in den 1970er Jahren. Jetzt wurde auch die Produktpalette auf Elektromechanik und Steckverbinder erweitert. Und schließlich kamen die Optokoppler und LC-Displays in den frühen 1980er Jahren dazu. Passive Bauelemente, Optoelektronik, Displays und Elektromechanik, das ist die Grundlage und bis heute unserer heutigen Produktpalette.

Allerdings hat sich bei den Produkten selbst in den letzten Jahren sehr viel verändert. Die Entwicklungen werden schneller und komplexer. Wie halten Sie Ihre Mitarbeiter auf den aktuellsten Stand?

Frei nach Gorbatschow: „Wer stehen bleibt fällt zurück!“ Für unsere Mitarbeiter bieten wir ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm. Das erfolgt entweder in Spezialkursen oder Seminaren bei Herstellern und Geschäftspartnern. Aber auch extern bieten wir unseren Mitarbeitern Schulungen an. Wenn sich beispielsweise Kaufleute auf dem Gebiet der Elektronik bilden wollen, können sie an einem IHK-Kurs teilnehmen, um einen Elektronikpass zu bekommen. Oder möchte ein Ingenieur sich im Qualitätsmanagement oder der Betriebswirtschaft weiterbilden, so unterstützen wir unsere Leute dahingehend. Uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter interdisziplinär ausgebildet sind.

Schließlich ist die Komplexität der Prozesse in einem Distributionsunternehmen immens gestiegen. Zwischen technischem Vertrieb, Logistik und der kaufmännischen Abwicklung gibt es viele Schnittstellen, welche die Mitarbeiter im Blick haben müssen. Die zunehmende Globalisierung macht es erforderlich, dass unsere Leute auch mit Kunden in China reden müssen. Wir bieten schon seit Jahren wöchentlich Kurse in Chinesisch an, die gut angenommen werden. Wir wollen nicht nur die Sprachkenntnisse vermitteln, sondern auch einen Einblick in die Kultur, Mentalität und Denkweise geben.

Unsere Mitarbeiter sind uns sehr wichtig, ebenso wichtig ist uns soziale Engagement. Dazu unterstützen wir verschiedene karitative Organisationen im In- und Ausland. Wir achten sehr darauf, dass unsere Spenden auch bei den Bedürftigen ankommen. Viele Aktivitäten werden von unseren Mitarbeitern initiiert und finanziell unterstützt.

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