Vision-Awards 2017

Ausgezeichnete Start-ups

09.06.17 | Redakteur: Beate Christmann

Ausgezeichnet mit dem Vision-Award Talents 2017: Ein Studierendenteam der Technischen Universtität München hat eine Kabinenkapsel für den Hochgeschwindigkeitszug Hyperloop entwickelt. Damit sollen Passagiere in Zukunft mit annähernder Schallgeschwindigkeit transportiert werden.
Ausgezeichnet mit dem Vision-Award Talents 2017: Ein Studierendenteam der Technischen Universtität München hat eine Kabinenkapsel für den Hochgeschwindigkeitszug Hyperloop entwickelt. Damit sollen Passagiere in Zukunft mit annähernder Schallgeschwindigkeit transportiert werden. (Bild: Uli Benz/TU München)

Mit den Vision-Awards werden jedes Jahr Unternehmen mit besonderen Geschäftsideen ausgezeichnet. Diesmal gingen die drei Preise an Start-ups, die ein Flugtaxi entwickelt haben, mit künstlicher Intelligenz Websites verbessern und Verträge überprüfen. Den Vision-Award Talents erhielt ein Studierendenteam, das Kabinenkapseln für einen Ultra-Hochgeschwindigkeitszug entwickelt hat.

Seit 2006 zeichnen die beiden Kommunikationsagenturen c/c/c und Publicis Pixelpark nun bereits Unternehmen aus, die „mit einer neuen Geschäftsidee Akzente setzen“. In diesem Jahr verlieh die Jury die drei Auszeichnungen an Start-ups, die jeweils ein Flugtaxi entwickelt haben, mit künstlicher Intelligenz Websites verbessern und damit Verträge überprüfen. Erstmals sind dabei alle drei Preisträger Firmenausgründungen der Technischen Universität München (TUM). Den zum ersten Mal ausgeschriebenen Vision-Award Talents erhielt ein Studierendenteam, das den Wettbewerb um den Hochgeschwindigkeitszug Hyperloop gewonnen hatte.

Free Machines: künstliche Intelligenz verbessert Webseiten

Wie finden sich Internetnutzer schnell auf einer Webseite zurecht? Nach welchen Informationen suchen sie wann und wo, wenn sie beispielsweise eine Versicherung oder einen Handyvertrag abschließen? Wie können Unternehmen gesicherte Erkenntnisse gewinnen, ob sie ihre Seiten gut gestaltet haben? „Das Testen von Webseiten war bisher Handarbeit: mühsam und nicht immer erfolgreich“, sagt der Betriebswirt Uwe Stoll, der mit Olav Stetter und Hannes Lüling das Unternehmen Free Machines gegründet hat.

„Unser Ziel war es, das Testen und Optimieren von Benutzeroberflächen mit Hilfe künstlicher Intelligenz zu automatisieren“, erklärt Stoll. Die Entscheidungslogarithmen, die das Team entwickelt hat, werden jetzt bei Partnerunternehmen getestet. Im Laufe des Jahres will Free Machines sein Produkt auf den Markt bringen.

Lilium: Senkrecht startendes Flugtaxi

Ohne Stau mit 300 km/h zum Ziel kommen – dieser Wunsch könnte schon bald in einem Flugtaxi Wirklichkeit werden. Das vom TUM-Spin-off Lilium entwickelte ultraleichte, elektrisch angetriebene Flugzeug kann senkrecht starten wie ein Hubschrauber und nahtlos vom Schwebe- in den Vorwärtsflug wechseln. Im April absolvierte der Prototyp des Jets seinen Jungfernflug. In wenigen Jahren soll es möglich sein, den Flieger als Taxi zu ordern. Das Start-up konnte dafür kürzlich 10 Mio. Euro Beteiligungskapital akquirieren.

Die Lilium-Gründer Daniel Wiegand, Sebastian Born, Matthias Meiner und Patrick Nathen haben im Maschinenwesen der TUM studiert oder promoviert. Meiner wurde in diesem Jahr in die Forbes 30 Under 30 Europe aufgenommen. Mit der Auswahl zeichnet das US-Magazin besonders innovative Persönlichkeiten unter 30 Jahren aus. Wiegand wird vom Handelsblatt zu den 100 Innovatoren Deutschlands gezählt.

Rfrnz: Digitaler Anwaltsgehilfe

Die Arbeit von Juristen kann mühsam sein. Das weiß Sven von Alemann aus eigener Erfahrung. Er war neun Jahre als Anwalt tätig. „Wenn beispielsweise ein Unternehmen von möglichen Käufern geprüft wird, müssen Juristen unter Umständen Hunderte von Verträgen analysieren, um mögliche rechtliche Risiken zu erkennen“, erklärt von Alemann.

Für ihn stellte sich also die Frage, ob sich die Prüfung von Verträgen nicht automatisieren lässt. Zusammen mit Adriaan Schakel, einem Experten für künstliche Intelligenz, und Markus Demirci, der das kaufmännische Wissen einbrachte, gründete von Alemann das Unternehmen Rfrnz. Mit Methoden des maschinellen Lernens hat das Team ein Analysetool entwickelt. Ein Prototyp wird derzeit bei Partnerunternehmen getestet, noch in diesem Jahr soll ein Produkt auf den Markt kommen.

Warr Hyperloop: Mit High-Speed durch die Röhre

Werden wir uns künftig durch Röhren schießen lassen, wenn wir auf Reisen gehen? Elon Musk, Chef des Raumfahrtunternehmens Space-X glaubt daran: Im Hyperloop, einer Röhre mit Teilvakuum, will er Passagiere mit annähernd Schallgeschwindigkeit transportieren. Dafür notwendig sind Kabinenkapseln, sogenannte Pods. Bei der Hyperloop Pod Competition, die Space-X weltweit ausgeschrieben hatte, traten Studierende mit eigenen Pod-Konstruktionen gegeneinander an. Im Januar gewann das Warr Hyperloop Team der TUM in Los Angeles den Preis für den schnellsten Pod – und nun den Vision-Award Talents.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf unserem Partnerportal maschinenmarkt.de.

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