Nachgefragt

Wie junge Ingenieure über Analogtechnik denken

31.10.16 | Redakteur: David Franz

Thomas Brand begann im Zuge seiner Masterarbeit im Oktober 2015 mit seiner Beschäftigung bei Analog Devices. Seit Mai 2016 ist er Teil des Traineeprogramms für Field Applications Engineer in München. Er studierte zunächst Elektrotechnik an der Dualen Hochschule Mosbach, ehe er sein Aufbaustudium der Fachrichtung Internationaler Vertrieb an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz mit einem Master abschloss.
Thomas Brand begann im Zuge seiner Masterarbeit im Oktober 2015 mit seiner Beschäftigung bei Analog Devices. Seit Mai 2016 ist er Teil des Traineeprogramms für Field Applications Engineer in München. Er studierte zunächst Elektrotechnik an der Dualen Hochschule Mosbach, ehe er sein Aufbaustudium der Fachrichtung Internationaler Vertrieb an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz mit einem Master abschloss. (Bild: Analog Devices)

ELEKTRONIKPRAXIS sprach mit jungen Ingenieuren vonAnalog Devices über ihren Einstieg in das Unternehmen,die tägliche Arbeit und berufliche Perspektiven.

Was fasziniert Sie an der Analogtechnik und wo findet man Analogtechnik eigentlich?

Das spannende an der Analogtechnik ist, dass sie einfach überall zu finden ist. Als Pendant zur Digitaltechnik ist sie in der Elektronik kaum wegzudenken. Ob im Kommunikationsbereich, in der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, etc., überall werden physikalische Größen in elektrische wert- bzw. zeitkontinuierliche Spannungen oder Ströme gewandelt und weiterverarbeitet. Die Anwendungsgebiete der Analogtechnik sind vielfältig und äußerst interessant, was meine Begeisterung an der Elektrotechnik bzw. speziell an der Analogtechnik stets aufs Neue hervorruft.

Auch wenn in aktuellen Zeiten, in denen ständig die Rede von Industrie 4.0, Internet of Things, Smart Factory oder Smart Home ist, ein klarer Trend hin zur Digitalisierung zu erkennen ist, kann diese nicht alleine für sich, ohne die analoge Technik bestehen. Denn als Bindeglied zwischen der physikalischen und der digitalen Welt sorgt die Analogtechnik für die Verknüpfung der jeweiligen Größen beider Welten. Dabei spielen u.a. unterschiedlichste, oftmals analoge Sensoren eine entscheidende Rolle.

Sie sorgen zunächst dafür, dass die Informationen der physikalischen Welt erfasst und anschließend in analoger oder digitaler Form weiterverarbeitet werden können. Mit den stetig wachsenden Anforderungen an unterschiedlichste (End-)Applikationen und der zunehmenden Digitalisierung wird sich die Komplexität der Analogtechnik stark erhöhen. Es scheint gar so, als wären den Möglichkeiten keinerlei Grenzen gesetzt, was der Bedeutung an der „guten, alten“ analogen Technik weiterhin zugutekommt.

Welche beruflichen Perspektiven eröffnet die Analogtechnik und was mach die Analogtechnik attraktiver als andere Bereiche?

Die beruflichen Chancen und Möglichkeiten im Bereich der Analogtechnik sind meiner Meinung nach immens umfangreich. Zu erkennen ist dies an der ständigen Nachfrage an qualifizierten Mitarbeitern im Bereich der Elektronik. Nahezu täglich lese ich Stellenausschreibungen, die vor allem in der Industrie bzw. im Entwicklungsbereich händeringend nach Hardwareentwicklern werben.

Aber auch im Einkauf, Vertrieb und Marketing bieten sich viele Möglichkeiten für Fachkräfte mit analogen Kenntnissen. Vielmehr verlangen die Anforderungen der derzeitigen High-Tech-Märkte, wie u.a. schnelllebige, hochkomplexe Produkte oder auch abnehmende Entwicklungszeiten, ein entsprechend hohes analoges Verständnis und demzufolge gut geschultes Personal.

Ich finde, dass gerade die Herausforderung, ständig auf dem aktuellen Stand der Technik zu sein um damit komplexe Probleme zu lösen, die Analogtechnik derart reizvoll macht.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag / ein typisches Projekt bei Ihnen aus?

Nach mittlerweile einem halben Jahr als Applications Engineer bei Analog Devices kann ich leider immer noch nicht beschreiben, wie ein typischer Arbeitstag aussehen könnte. Die Aufgaben bzw. Herausforderungen sind derart vielfältig und können sich im Laufe des Tages mehrmals ändern. Auch wenn ich mir teilweise Dinge für den Tag vornehme, kommen ständig neue Aufgaben dazwischen, die es unmöglich machen den kompletten Arbeitstag zu planen.

Grundsätzlich lassen sich meine Aufgaben jedoch in drei verschiedene Bereiche einteilen: Kundenbetreuung, Produktvorstellungen und eigener Wissensaufbau.

Im Bereich der Kundenbetreuung warten Aufgaben wie die Beantwortung technischer Anfragen oder auch das Aussprechen von Produkt- und Schaltungsempfehlungen.

Produktvorstellung bedeutet aktuelle oder auch neue Produkte und deren Funktionsweise bzw. deren Einsatzmöglichkeiten direkt beim Kunden, auf Messen oder auch auf speziell abgehaltenen Schulungen für Kunden, Distributoren oder auch eigene Mitarbeiter im europäischen Raum bekannt zu machen.

All diese genannten Aufgaben können meiner Meinung nach jedoch nicht ohne vorhandene Kenntnisse durchgeführt werden, weshalb das Aneignen von entsprechendem Fachwissen einen weiteren, wenn nicht sogar den wichtigsten Bereich des Applications Engineer bildet.

Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Wo sehen Sie die Analogtechnik in 5 Jahren?

Wie eingangs bereits erwähnt wird die Analogtechnik auch in Zukunft weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Signalkette zwischen der physischen und digitalen Welt bleiben. Sie muss und wird sich mit ihren Anforderungen stetig weiterentwickeln, ganz nach dem Motto „More than Moore“. Aber auch der Bereich Antriebstechnik bzw. „Motor Control“ bietet vielfältige Möglichkeiten und interessante Anwendungen, zu welchen ich mich hingezogen fühle und mir ein dementsprechendes Fachwissen aneignen möchte.

Dieses Fachwissen möchte ich künftig als Experte bzw. Field Application Engineer des Bereichs Motor Control in direktem Kontakt mit Kollegen und Kunden an diese weitertragen und sie somit bei ihren Entwicklungen der verschiedensten Produkten unterstützen, gemeinsam mit ihnen Lösungen für vorhandene oder auch aufkommende Probleme erarbeiten oder ihnen alternative Möglichkeiten für ihre bisherigen Konzepte aufzeigen.

All diese Aufgabenfelder bedeuten für mich ständig Abwechslung und spannende Aufgaben, zu welchen ich bereits jetzt freudig vorausschaue.

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Gute Kenntnisse der Analogtechnik sind immer weniger vorhanden. Sie sind auch nicht auf die...  lesen
posted am 25.11.2016 um 19:18 von peter.rimbrecht@t-online.de


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