Billiger Ökostrom

MIT-Forscher drucken Solarzellen auf Zeitungspapier

12.07.11 | Redakteur: Peter Koller

Biegsam und billig: Das Solarzellen-Array der MIT-Forscher auf einem Blatt Papier (Patrick Gillooly/MIT)
Biegsam und billig: Das Solarzellen-Array der MIT-Forscher auf einem Blatt Papier (Patrick Gillooly/MIT)

Mithilfe spezieller Tinten ist den Forschern am Massachussets Insitute of Technology (MIT) gelungen, Solarzellen auf herkömmlichem Papier zu drucken.

MIT-Forscher haben einen Weg gefunden, Solarzellen in einem Druckprozess auf Basismaterialien wie Papier, Stoff oder Folie aufzubringen. Das Ziel ist, billige Solarzellen zu erzeugen, die etwa in Form einer Tapete an die Wand gehängt werden können.

Über die Ergebnisse ihrer Forschung berichten Sie in dem Magazin Advanced Materials.

Die Forscher nutzen dabei aber keinen klassischen Druckprozess, sondern ein Gasabscheidungsverfahren. In einem Vakuum werden dabei fünf aufeinanderfolgende Lagen spezieller organischer "Tinten" auf das Papier aufgebracht. Die dazu notwendigen Temperaturen bleiben unterhalb von 120 Grad Celsius, wodurch die Verwendung von Papier als Substrat erst möglich wird. Zu sehen ist auf dem Papier am Ende eine Abfolge farbiger Rechtecke, die die eigentlichen Solarzellen bilden.

Ähnliches Verfahren wie bei Chipstüten

Das Verfahren ähnelt dem, mit dem die silbrige Innenseite von Kartoffelchips-Tüten erzeugt wird und lässt sich leicht in industriellem Maßstab einsetzen.

Ein Problem ist allerdings der noch recht bescheidene Wirkungsgrad der Papier-Solarzellen von einem Prozent im Vergleich zu knapp 20 Prozent bei herkömmlichen Solarzellen auf Glassubstrat. Die Forscher sind aber zuversichtlich, hier noch deutliche Verbesserungen erzielen zu können.

Durch das geringe Gewicht des Papier-Substrats im Vergleich zu Glas könnten mit den MIT-Solarzellen leicht sehr große Flächen ausgestattet werden, um Nachteile beim Wirkungsgrad zu kompensieren. "Ich glaube wir können skalierbare Solarzellen mit einem Rekordergebnis beim Verhältnis Watt pro Kilogramm herstellen", so Professor Vladimir Bulovic, einer der beteiligten Forscher.

film: solar cell paper airplane

Für ihre Versuche verwendeten die Wissenschaftler erfolgreich viele verschiedene Arten von Papier, vom normalen Druckerpapier bis hin zu bedruckten Zeitungspapier. Die Solarzellen-Papiere können zusätzlich bedruckt werden, ohne ihre Funktion zu verlieren und – sie sind enorm robust. Sie funktionieren sogar noch, wenn man sie zu einem Papierflieger zusammenfaltet (siehe Video). Eine mit diesem Prozess auf einer PET-Folie erzeugte Solarzelle wurde 1000-mal gefaltet, ohne Einbußen beim Wirkungsgrad.

Da bei herkömmlichen Solarzellen die Kosten der inaktiven Materialien wie etwa dem Glassubstrat jene des eigentlichen Solarzellen-Films in der Regel deutlich übersteigen, könnten die Kosten für Solarstrom durch den Prozess der MIT-Forscher sinken.

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Verehrter Leser, grundsätzlich haben Sie sicher recht, in dem konkreten Fall darf ich Ihnen...  lesen
posted am 13.07.2011 um 09:03 von Unregistriert

Lieber technischer Redakteur, die deutsche Sprache ermöglicht es, eine Unterscheidung zwischen...  lesen
posted am 13.07.2011 um 08:45 von Unregistriert


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