Serie CompactPCI Plus, Teil 27

CompactPCI PlusIO im Vergleich zu MicroTCA

13.11.2009 | Autor / Redakteur: Ralf Möller, ELMA / Holger Heller

CompactPCI PlusIO erweitert den parallelen Bus durch serielle Highspeed-Verbindungen

Einen generellen Favoriten für CompactPCI PlusIO oder MicroTCA, der bei allen Einsatzfeldern punktet, gibt es nicht: Beide technische Standards zeichnet hohe Modularität und ein breites Angebot an Karten und Anwendungen aus.

Für die optimale Konfiguration jeder neuen Aufgabenstellung empfiehlt sich deshalb ein frühzeitiges Beratungsgespräch mit einem kompetenten Lieferanten. Auch ein Blick auf die Historie der beiden Systeme ist hilfreich.

Manche Diskussion um die Vorteile einer bestimmten Technologie ist von der puren Theorie geprägt. ELMA dagegen hat für jede Anwendung mit industriellen Rechnerapplikationen eine praktische Lösung und kann daher unvoreingenommen an solche Systemvergleiche herangehen.

  • CompactPCI PlusIO

ist das Ergebnis der systematischen Weiterentwicklung eines seit Jahren bestehenden Standards. Die Technologie nutzt die bewährte 19"-Technik, inklusive stabiler Male-Female-Steckersysteme. Diese garantieren hohe Kontaktsicherheit auch nach vielen Steck-Zieh-Zyklen. Zur parallelen Bustechnologie werden für den Highspeed-Datentransfer serielle Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auf der Backplane hinzugefügt. Über diese können Protokolle wie PCI Express, SATA, USB oder Ethernet übertragen werden.

Ein Rechnereinschub im CompactPCI-Systemslot dient als Bindeglied zwischen paralleler und serieller Welt. Er übernimmt jedoch keine zusätzlichen Überwachungs- und Managementfunktionen – so wie auch an das Netzteil keine besonderen Anforderungen bestehen. CompactPCI PlusIO bietet sich für Anwender an, die auf die bewährte parallele Welt, vorhandene Systemkarten und die erprobte Systemarchitektur nicht verzichten, jedoch für spezielle Anwendungen zusätzlich Highspeed-Protokolle nutzen wollen.

  • MicroTCA (µTCA)

ist ein junger Standard, der aus den Anforderungen der Telekomindustrie entstand und Hot-Swap-fähige AMC-Module nutzt. Obwohl ursprünglich entwickelt, um die Blades für AdvancedTCA modular aufzubauen, wurden die AMCs schnell zur Entwicklung eigenständiger Systeme genutzt. Die Kontaktierung erfolgt über Pads auf der Steckkarte und einen Femalestecker auf der Backplane.

MicroTCA nutzt ausschließlich die serielle Datenverarbeitung
MicroTCA nutzt ausschließlich die serielle Datenverarbeitung

Die serielle Bustechnik erlaubt hohe Datenraten (10G Ethernet, PCIe, SAS/SATA, Serial Rapid IO). Ein Carrier Hub übernimmt zentrale Management-, Switching- und umfangreiche Steueraufgaben. Intelligente Netzteile (Power-Module) überwachen jede Einzelkarte. Für manche Anwendungen ergibt sich eine Überladung mit Funktionen, so dass abgemagerte Spezialausführungen entstanden – andererseits aber auch besonders anspruchsvolle ruggedized oder redundante Systeme. µTCA kann eine gute Wahl für „Neueinsteiger“ sein, die auf einen zukunftsträchtigen Standard setzen wollen: bei Telekom- und sehr schnellen Industrieanwendungen, bei Forderung nach höchster Systemverfügbarkeit, nach Redundanz und Skalierbarkeit.

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