Haushaltsgeräte

Der Automat für Hobby-Bierbrauer könnte das Brauwesen revolutionieren

18.01.16 | Redakteur: Franz Graser

Die Unternehmensgründer von PicoBrew: Avi Geiger, Jim Mitchell und CEO Bill Mitchell. Im Hintergrund der Bierbrau-Automat Zymatic.
Die Unternehmensgründer von PicoBrew: Avi Geiger, Jim Mitchell und CEO Bill Mitchell. Im Hintergrund der Bierbrau-Automat Zymatic. (Bild: PicoBrew)

Auf der CES in Las Vegas hat das amerikanische Unternehmen PicoBrew Geräte für das heimische Bierbrauen vorgestellt. Der „Zymatic“-Automat erlaubt es, Bier aus Gerste und Hopfen herzustellen. Die kleinere Variante „Pico“ nutzt vorgefertigte Zutatenmischungen.

Bierbrauen ist in Nordamerika ein weit verbreitetes Hobby. Allerdings ist es zeitaufwendig und kann durchaus frustrierend sein – etwa wenn das erzeugte Gebräu geschmacklich nicht überzeugt und dann noch die diversen Behältnisse gereinigt werden müssen.

Da der Biermarkt in den USA und Kanada lange Zeit von einigen wenigen Anbietern beherrscht wurde, fand die Braukunst in Nordamerika aber immer wieder neue Jünger. Aus dieser Hausbrauer-Szene entstanden dann in den letzten Jahren eine große Anzahl von sogenannten Microbreweries, von denen einige inzwischen auch kommerziell erfolgreich sind.

Dieser Hausbrauer-Szene widmet sich das amerikanische Unternehmen PicoBrew aus Seattle. Das Startup hat auf der diesjährigen CES zwei Automaten gezeigt, mit denen jeder zum Bierbrauer werden kann.

Das größere Gerät heißt „Zymatic“ und hat ungefähr die Abmaße einer Mikrowelle. Es kostet rund 2000 Dollar und soll den Brauvorgang vereinfachen. Zunächst werden etwa 13 Liter Wasser in einen Behälter gefüllt, dann kommt Getreide in großes und Hopfen in einen kleines Gefäß. Dann kann der Anwender das Braurezept auswählen und aus dem Internet herunterladen, und los geht's. Über eine Smartphone-App kann der Benutzer die Erstellung des Suds verfolgen.

Wenn der Sud fertig ist, wird schließlich Hefe hinzugegeben. Dann steht der Gärvorgang an, der etwa eine Woche dauert und in einem luftdichten Behälter stattfindet. Da die Behälter in eine gewöhnliche Spülmaschine passen, ist auch die Reinigung vergleichsweise simpel.

Die Neuheit der diesjährigen CES war der kleine Bruder der Zymatic mit den Namen Pico. Der Onlinedienst GeekWire bezeichnete den Pico-Automaten bereits als „3-D-Drucker für Bier“. Der Pico kostet knapp 1000 Dollar und hat in etwa die Größe einer Kaffemaschine.

Anders als bei der Zymatic, wo der Benutzer selbst die Menge der Zutaten festlegt, greift der Pico auf vorgefertigte Zutatenmischungen, sogenannte PicoPaks, zurück. Momentan hat das Startup aus Seattle PicoPaks von etwa fünfzig Anbietern im Programm.

Dahinter verbirgt sich ein Geschäftsmodell, das das Brauwesen revolutionieren könnte. Experimentierfreudige Hobby-Brauer kreieren mit dem größeren Apparat Zymatic eigene Braurezepte. Diese Rezepte, so die Idee, werden dann über das Internet verteilt. Erweist sich ein Rezept als sehr beliebt, dann besteht die Möglichkeit, dass PicoBrew die Ingredienzien in Form eines PicoPak für den kleineren Automaten anbietet.

Laut dem amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes läuft das Geschäftsmodell letztlich auf ein neues Distributionsmodell für Bier hinaus: „Verbraucher brauen zuhause ihr frisches Bier, und die Braumeister erhalten Lizenzgebühren für ihre Braurezepte“, so die Formel.

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