Echtzeitbetriebssysteme

Green Hills Software – Spezialist für hochzuverlässige Systeme

16.02.16 | Redakteur: Franz Graser

Dan O'Dowd: Der Gründer und CEO von Green Hills arbeitete unter anderem bei National Semiconductor, bevor er sein eigenes Unternehmen aus der Taufe hob.
Dan O'Dowd: Der Gründer und CEO von Green Hills arbeitete unter anderem bei National Semiconductor, bevor er sein eigenes Unternehmen aus der Taufe hob. (Bilder: Green Hills Software)

Der Softwarehersteller aus dem kalifornischen Santa Barbara setzte Maßstäbe mit Entwicklungswerkzeugen für Embedded-Systeme und mit dem Echtzeitbetriebssystem INTEGRITY.

Am Anfang der Unternehmensgeschichte von Green Hills Software stand der Compiler. Zu Beginn der 80-er Jahre gab es keine Embedded-Compiler für die damals verfügbaren Entwickler-Workstations. Wer für eingebettete Systeme programmierte, musste auf Assembler zurückgreifen oder direkt mit der Maschinensprache arbeiten.

Die Nachteile dieser Vorgehensweise lagen auf der Hand: Erschien ein neuer Prozessortyp, dann mussten die Entwickler die Maschinensprache dieses Typs wieder neu lernen. Außerdem ließ sich mit dieser Vorgehensweise nur eine begrenzte Produktivität erreichen.

Es musste besser gehen, dachte sich Dan O'Dowd, der damals beim US-Halbleiterhersteller National Semiconductor als Manager für Betriebssystem- und Tool-Entwicklung arbeitete. O'Dowd hatte am Systemdesign des ersten universellen 32-Bit-Mikroprozessors NS32000 mitgearbeitet.

Von 1976 bis 1978 hatte er in dem Entwicklerbüro APh Technology Consulting einige der ersten Entwicklerwerkzeuge für eingebettete Systeme programmiert, etwa den Debugger, den Assembler und den Linker. Unter anderem setzte die Spielwarenfirma Mattel die Tools ein, um Software für frühe Handheld-Videospiele zu entwickeln.

O'Dowd kannte die Probleme der Embedded-Entwickler aus erster Hand. Werkzeuge für die Entwicklung eingebetteter Systeme standen daher im Fokus des Unternehmens Green Hills Software, das er 1982 im kalifornischen Santa Barbara gründete. Ein Jahr später brachte Green Hills den ersten 32-Bit-Embedded-Compiler für C auf den Markt.

Technische Durchbrüche dank des Compilers

„Der Compiler ermöglichte mehrere technische Durchbrüche in der Entwicklung von Embedded-Systemen“, erinnerte sich Dan O'Dowd in einem Interview: „Elektronikentwickler konnten damit produktiver arbeiten, da sie höhere Programmiersprachen verwenden konnten. Cross-Compilation ermöglichte den Einsatz relativ leistungsfähiger Workstations für die Entwicklungsarbeit. Und die Bereitstellung des ersten optimierenden Embedded-System-Compilers machte Programmiersprachen im Hinblick auf die Performance praxisfähig.“

Darüber hinaus sorgten die Compiler dafür, dass Green Hills Software bereits sehr früh profitabel wurde. „Die damit verbundene finanzielle Stärke und Unabhängigkeit verbesserte sich von Jahr zu Jahr, so dass wir mehr in neue Techniken investieren konnten - und können - als unsere Wettbewerber.“

Der nächste Schritt im Entwicklungsprozess, den Green Hills Software durch zeitgemäße Tools verbessern wollte, war das Debugging. „Der grafische Debugger für Embedded-Systeme wurde aus der eigenen Not heraus entwickelt“, erinnert sich O'Dowd: „Das Kommandozeilen-Debugging war zwar damals State of the Art, aber die Entwicklung eines komplexeren Programms, wie zum Beispiel eines Compilers, war mit diesem Ansatz ausgesprochen schwierig.“

„Als Softwareentwickler stellten wir uns vor, dass wir hohe Produktivitätssteigerungen nur durch umfassende Einsicht in den Code auf dem gesamten Bildschirm sowie durch zeitgemäße Steuerelemente wie Klicken und Scrollen erreichen können, etwa um Breakpoints zu setzen, Informationen einzusehen oder den Code und die Beziehungen zwischen den Daten zu analysieren. Anfang der 90-er Jahre ermöglichten wir außerdem das Mehrsprachen-, Multicore- und Multi-Thread-Debugging.“

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