10 Jahre OSADL

Eine starke Open-Source-Gemeinschaft mit vielen Vorteilen

| Redakteur: Franz Graser

Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer des Open Source Automation Development Lab – OSADL.
Dr. Carsten Emde, Geschäftsführer des Open Source Automation Development Lab – OSADL. (Bild: OSADL)

Das Open Source Automation Development Lab (OSADL) feierte sein 10-jähriges Bestehen. OSADL-Geschäftsführer Dr. Carsten Emde blickt auf die Entwicklung einer starken Gemeinschaft zurück.

Was war die Intention bei der Gründung von OSADL?

Damals hatten Maschinenbauer und Automatisierer die Vorteile von Open-Source-Software zwar erkannt, mussten allerdings feststellen, dass für deren Einsatz in der Industrie Erweiterungen und Veränderungen erforderlich waren.

Aber wer sollte das bezahlen? Das einzelne Unternehmen wohl kaum; denn welcher Controller würde die Kosten für diese Arbeiten übernehmen, wenn doch viele andere Unternehmen - einschließlich Mitbewerber - kostenlos davon profitieren würden?

Es musste also eine Organisation geschaffen werden, welche von allen Nutznießern einen Beitrag für eine Gemeinschaftskasse einfordert und damit Dienstleistungen finanziert, die von allen Teilnehmern benötigt werden. Und eine solche Organisation sollte OSADL sein - mit einem einfachen ökonomischen Prinzip: Wenn eine bestimmte Open-Source-Dienstleistung ohne OSADL jedes Unternehmen zum Beispiel 100.000 Euro kostet, dann würde es mit OSADL bei 100 Mitgliedern nur noch 1.000 Euro pro Unternehmen kosten.

Wie sind Sie selbst an Bord gekommen?

Während der Gründungsverhandlungen 2004/2005 bin ich gefragt worden, als Geschäftsführer für OSADL tätig zu werden. Ich habe damals zugestimmt, und so führe ich die Geschäfte des OSADL seit der Gründung bis heute.

OSADL ist heute eine eingetragene Genossenschaft (eG). Warum wurde diese Rechtsform gewählt und welche Vorteile bringt sie für die Mitglieder?

Nicht nur der Leitspruch „Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele“ vom Genossenschafts-Pionier Friedrich Wilhelm Raiffeisen, sondern auch sonst passt die Community einer Genossenschaft ideal zu einer Open Source-Community. Hinzu kommen viele Vorteile:

- Einfacher Beitritt ohne Notar,

- Ausschluss feindlicher Übernahme wegen gesetzlicher Stimmenbegrenzung,

- Extrem niedriges Insolvenz-Risiko (mehr als tausendmal seltener als bei anderen Rechtsformen),

- Einfache Risikoabschätzung,

- Effiziente Prüfung durch Geno-Verband,

- Kontrolle durch Aufsichtsrat wie bei Aktiengesellschaft,

- Basisdemokratisches, friedvolles Miteinander der Mitglieder.

Mit welchen Themen beschäftigt sich OSADL? Wo liegen Ihre Prioritäten?

Inzwischen ist OSADL so eine Art Allrounder geworden - ohne besondere Prioritäten. Das heißt, wir liefern alles, was nötig ist, um Open Source-Software in industriellen Produkten einsetzen zu können. Dabei handelt es sich im einzelnen um

- Software-Entwicklung,

- Qualitätssicherung,

- Vermittlung von juristischer Beratung zur Lizenzkonformität,

- Audits und Zertifizierung von Open-Source-Produkten und -Prozessen,

- Unterstützung bei der Safety-Zertifizierung von Open-Source-Software,

- Installationshilfe, Schulung,

- Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen,

- Verbandsarbeit,

- Akquisition von Fördermitteln.

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