Kickstarter

UP Core, Raspberry-Rivale für Win 10, Linux und Android

12.06.17 | Autor: Margit Kuther

Up Core: leistungsfähiger, kleiner (56.5 mm x 66mm) Singleboardcomputer, der in Konkurrenz zum Raspberry Pi antritt
Up Core: leistungsfähiger, kleiner (56.5 mm x 66mm) Singleboardcomputer, der in Konkurrenz zum Raspberry Pi antritt (Bild: up-board.org)

Das Kickstarter-Board UP Core ist dank Intels Atom x5-Z8350 Quadcore mit bis zu 1,92 Ghz Takt, 2 oder 4 GB DDR3-RAM je nach Modell und 100-Pin-Stiftleiste leistungsfähiger als Raspberry Pi 3, aber ab rd. 85 € auch teurer.

UP Core ist, so die Hersteller, mit 56,5 mm x 66 mm der kleinste Quadcore-Singleboard-Computer mit Stiftleiste. Dank der 100 Kontakte auf der Unterseite bietet er schier unbegrenzte Erweiterungsmöglichkeiten. Allerdings sind diese nicht kompatibel zum Raspberry Pi.

UP Core, ein Gemeinschaftsprojekt von Aaeon Europe und Emutex, hat sein Finanzierungsziel auf Kickstarter bereits erfüllt, obwohl die Aktion noch läuft. Die Initiatoren adressen mit UP Core nicht nur die Makerszene, sondern auch die Industrie. Wegen der extrem kleinen Maße von 56,5 mm x 66 mm sehen sie UP Core als „Brücke zwischen Singleboard Computer (SBC) und Computer on Module (COM).

Up Core erweitert die SBC-Reihe von Aaeon, von der bereits das Up und das Up2 verfügbar sind.

Herz des SBCs Up Core ist Intels Quadcore-Atom x5-Z8350. Es sollen verschiedene Modelle mit 1,44- respektive 1,92-Ghz-64-Bit-CPU, 2 oder 4 GB RAM, 32GB/64GB eMMC 5.0, 2 x USB 2.0, 1 x USB 3.0, HDMI, DSI/eDP, 2 x MIPI-CSI für 2- und 8-MPixel-Kameraunterstützung, Bluetooth 4.2 mit Ampak AP6214 onboard. An WLAN-Funktionalität wird wie bei Raspberry Pi lediglich WiFi 802.11 b/g/n unterstützt.

Hervorzuheben ist, dass alle Up-Core-Modelle neben Linux, Debian, Ubuntu, Yocto und Android auch Windows 10 unterstützen, und zwar die „full version“. Raspberry Pi 2 und 3 meistern neben Linux lediglich die Entwicklervariante Windows 10 IoT.

Für das Up Core sollen zwei Erweiterungsboards verfügbar sein: Das Expansionboard A (BRKH01) mit High-speed-Transfer wie PCI-Express, GbLAN und USB3. 0. Desweiteren das Expansionboard B (BRKL01) mit Low-Speed-Signalen wie RS-232/422/484, I2C, I2S und GPIO.

Unterschiede zum Raspberry Pi

Raspberry Pi ist mit rd. 35 € für das leistungsfähigste Modell, den Raspberry Pi 3, ungeschlagen günstig. In puncto Performance kann Raspberry Pi allerdings nicht mit dem Up Core mithalten: Raspberry Pi 3 mit dem Broadcom-SoC BCM2837 (ARM Cortex-A53) taktet mit 4 x 1,2 GHz (Up Core: bis 4 x 1,9 GHz) und Raspberry Pi bietet maximal lediglich 1 GB LPDDR2-SDRAM (Up Core: 2/4 GB DDR3L-1600). Auch bei USB kommt bei allen Raspberry-Pi-Modellen lediglich USB 2.0 (Up Core: 3.0) zum Einsatz.

Dafür haben einige Raspberry-Pi-Modelle Ethernet, wenn auch das langsame Ethernet 10/100, werksseitig. Up Core bietet GbLAN lediglich via Expansionboard A (BRKH01) an. Raspberry Pi kann zudem über das zwischenzeitlich immens zahlreiche Angebot an Erweiterungen (via GPIO-Leiste) punkten. Die Stiftleiste des Up Cores ist nicht kompatibel zu den Pins des Raspberry Pis.

Fazit: Wer auf hohe Leistung und Windows 10 (Vollversion) setzt, ist mit dem Up Core gut beraten, muss dafür aber einen hohen Preis zahlen, der beim Top-Modell bei rund 200 € liegen kann. Im Vergleich hierzu bietet Raspberry Pi eine gute Leistung für zahlreiche Internet- Video- und Büroaufgaben und das bei einem unschlagbar günstigen Preis von lediglich rund 35 Euro. Raspberry Pi 3 ist etwa erhältlich über RS Components und Farnell.

Tipp: Ein Übersichtsposter der ersten 9 Raspberry-Pi-Modelle zum kostenlosen Download finden Sie im Beitrag: „Raspberry Pi A bis Zero, alle 9 Modelle im Überblick“.

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