Dossiers
Mediathek
Forum
Whitepaper

Sensoren

Twin-Sensor ermöglicht kompakten Zentraleinrücker für Doppelkupplungsgetriebe

 

07.07.2010 | Autor: Andreas Püschel, Stefan Gebert *

 

Doppelkupplungsgetriebe stellen Entwickler vor neue Herausforderungen – etwa, wenn ein neuer Zentraleinrücker samt Doppelsensor in einem definiert kleinen Bauraum unterzubringen ist. Wie sich diese Aufgabe lösen läst, zeigt ein gemeinsames Projekt von FTE automotive und Micro-Epsilon Messtechnik.


Twin-Sensor ermöglicht kompakten Zentraleinrücker für Doppelkupplungsgetriebe
Der Doppeleinrücker verbaut im Getriebe: Der Twin-Sensor ermöglicht eine exakte Wegmessung bei reduziertem Bauraum
Bei Doppelkupplungen wird unterschieden zwischen nassen Doppelkupplungen für die Übertragung der höheren Drehmomente und trockenen Doppelkupplungen für kleinere Fahrzeuge mit niedrigeren Drehmomenten. Zudem unterteilt man bei den Doppelkupplungen aufgrund ihrer Anordnung in radiale und axiale Doppelkupplungen.
Das gemeinsame Projekt von FTE automotive und Micro-Epsilon Messtechnik wurde mit einer trockenen Doppelkupplung in radialer Anordnung realisiert. Ein Vorteil der radialen Anordnung der Beläge ist der kurze axiale Bauraum, wobei die außen angeordnete Kupplung durch den größeren mittleren Reibradius deutlich leistungsfähiger ist.

Wie Doppelkupplungsgetriebe aufgebaut sind

Doppelkupplungsgetriebe bestehen aus zwei voneinander unabhängigen Teilgetrieben, von denen jedes funktionell wie ein Handschaltgetriebe aufgebaut ist und eine separate Eingangswelle hat. Jedem Teilgetriebe ist eine separate Reibkupplung zugeordnet. Von den Getriebe-Eingangswellen ist jeweils eine im eingelegten Gang durch eine Kupplung reibschlüssig mit dem Schwungrad verbunden. Die Gänge werden im jeweils lastfreien Teilgetriebe vorgewählt. Der Gangwechsel selbst erfolgt unter Last durch eine geregelte Übergabe des Drehmoments von der ersten auf die zweite Kupplung und umgekehrt.

Ergänzendes zum Thema

 + Die Vorteile des Twin-Sensors auf einen Blick

Beim gemeinsamen Projekt von FTE und Micro-Epsilon zur Realisierung des Einrückers für ein Doppelkupplungsgetriebe konnten herkömmliche Wegsensoren aus ...

Elektrische, mechanische oder elektrohydraulische Drehmomentübergabe

Die geregelte Übergabe des Drehmoments kann elektromechanisch erfolgen, das heißt über einen Elektromotor, der über eine Mechanik die jeweilige Kupplung betätigt oder auch (elektro)-hydraulisch, wobei ein hydraulisch wirkender Nehmerzylinder die beiden Reibkupplungen betätigt. Im Falle des Ausfalls der Strom- oder Druckölversorgung werden beide Kupplungen geöffnet („fail safe function“).Aus der Funktion der Doppelkupplung leitet sich die Aufgabe des FTE-„Zentraleinrückers“ ab, die sich auf das hydraulische System beschränkt.

Zentraleinrücker betätigt beide Kupplungen unabhängig voneinander

Aufbau des Zentraleinrückers: 1a/1b — Betätigung der Kupplung durch konzentrisch angeordnete Kolben, 2a/2b — Einrücklager, 4 — Gehäuse, 5a/5b — Dichtungen, 6 — Anschlag für Kolben, 8 — TWIN-Sensor zur Wegmessung der beiden Einrücker Der Zentraleinrücker muss unabhängig voneinander beide Kupplungen betätigen können. „Einrücker“ deshalb, weil bei Betätigung die Kupplung schließt, also einrückt, im Gegensatz zur herkömmlichen Kupplung, die bei Betätigung öffnet. Die Aufgabe, beide Kupplungen zu betätigen, wird erfüllt durch zwei konzentrisch angeordnete Kolben, die unabhängig voneinander die jeweilige Kupplung über die Einrücklager betätigen. Die Herausforderung ist, dass beide Lager sehr platzsparend angeordnet sind, sich aber nicht berühren, wenn sie ineinander verschoben werden unter Berücksichtigung des radialen Verschiebewegs zum Ausgleich des Achsversatzes zwischen Kupplung und Zentraleinrücker. Die Herausforderung, den neuen Zentraleinrücker samt Doppelsensor in einem definiert kleinen Bauraum unterzubringen, wird folglich durch die gemeinsam entwickelte Lösung von FTE automotive und Micro-Epsilon beispielhaft erreicht.

Unabhängige hydraulische Druckversorgung für jeden Hydraulikkreis oder Kolben

Aufbau des Zentraleinrückers: 3 — Druckversorgungsbohrung, 7 — Hubbegrenzung Die hydraulische Druckversorgung muss für jeden Hydraulikkreis bzw. Kolben unabhängig voneinander erfolgen. Die Druckversorgungsbohrungen müssen deshalb überschneidungsfrei im Gehäuse verlaufen. Wichtig ist, dass die Bohrungen den notwendigen Querschnitt aufweisen, um die hohe Betätigungsgeschwindigkeit der Kolben zu gewährleisten, ohne zu hohe Staudrücke zu generieren.

Dichtungen müssen breiten Temperaturbereich abdecken

Betriebsmedium ist üblicherweise Mineralöl. Die Dichtungen müssen auf das Medium abgestimmt werden und einen relativ hohen Temperaturbereich von -40 bis 180 °C max. Temperatur abdecken. Dieser ist bedingt durch erhöhte Kupplungsreibung bei Doppelkupplungsgetrieben, hervorgerufen durch die Überschneidungen der Kupplungseingriffe, die notwendig sind, um eine zugkraftunterbrechungsfreie Schaltung zu gewährleisten. FTE entwickelt deshalb einen speziell auf das Betriebsmedium und auf die Temperaturanforderungen zugeschnittenen Dichtungswerkstoff. Als Grundwerkstoffe bieten sich dabei hydrierter Nitrilkautschuk oder Fluorkarbon-Kautschuk an.

Doppelzentraleinrücker sorgt für Energieeinsparung

Ein wichtiger Aspekt zur Auslegung des Doppelzentraleinrückers ist der mögliche Anschlag der Kolben in 0-Position. Im Vergleich zum herkömmlichen Zentralausrücker besitzt der hier beschriebene Doppelzentraleinrücker keine Vorlastfeder, die das Lager gegen die Kupplung vorspannt. Die Vorlast wird hier durch die Kupplung selbst erzeugt. Der Kolben der entlasteten Kupplung fährt dabei auf einen definierten Anschlag in 0-Position zurück um als Gegenlager zu wirken. So wird erreicht, dass die entlastete Kupplung nicht permanent mit Drucköl versorgt werden muss, was Energie spart.

Hubbegrenzung vermeidet Beschädigung der Kupplung

Je nach Aufbau der Kupplung kann es notwendig werden, dass im Doppelzentraleinrücker in einem oder in beiden Kreisen eine Hubbegrenzung installiert werden muss, um ein Überdrücken und damit eine Beschädigung der Kupplung zu vermeiden. Bei Ausführung mit Aluminiumkolben lässt sich das relativ einfach integrieren.
1  |  2  |  weiter
Redakteur: Thomas Kuther
Social Networks:
Themenverwandte Beiträge
Positionserfassung mit PLCD-Sensoren: Berührungslose Weg- und Winkelemessung im Antriebsstrang und Chassis
14.08.2008 - Steuergeräte im Auto sind auf exakte Informationen über den aktuellen Fahrzeugzustand angewiesen, so auch auf Weg- und Winkeldaten. Die dafür notwendigen Positionssensoren müssen unter den extremen Umgebungsbedingungen im Auto höchste Anforderungen in Sachen Präzision und Zuverlässigkeit erfüllen. Deshalb setzen Hersteller zunehmend auf berührungslose Lösungen wie die PLCD-Sensoren von Tyco Electronics. weiter
Weg- und Abstandssensoren: Drei verschleißfrei arbeitende Sensorsysteme zur linearen Wegerfassung
Weg- und Abstandssensoren: Drei verschleißfrei arbeitende Sensorsysteme zur linearen Wegerfassung
05.08.2008 - Den besten Sensor gibt es nicht, wohl aber eine sorgfältig ausgewählte Sensorlösung mit der bestmöglichen Technik. Dazu ist das Angebot der Sensorhersteller reichhaltig. Welche Kriterien bei der Auswahl von Sensoren eine wichtige oder gar die entscheidende Rolle spielen, hängt ganz von der geplanten Aufgabe ab. Dieser Beitrag stellt drei Systeme zur linearen Wegerfassung vor. weiter
Micronas: 3D-Hall-Technologie für genaue Positionsbestimmung in rauem Umfeld
Micronas: 3D-Hall-Technologie für genaue Positionsbestimmung in rauem Umfeld
07.06.2011 - Auf der Messe SENSOR+TEST in Nürnberg (7. bis. 9. Juni 2011) präsentiert Micronas eine neue Generation von Hall-Effekt-Sensoren auf Basis der 3D-Hall-Technologie für Industrie und Kfz. weiter
Kommentare zu diesem Artikel
Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)
Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:


Artikel Bewertung

Firma zum Artikel
Europas breitestes Spektrum an Wegsensoren   Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von Sensoren, Systeme, Software und Lösungen für die Messgrößen ...

Firmen in diesem Themenumfeld

Langer EMV-Technik GmbH

Bannewitz, Deutschland

Wir über uns Die Langer EMV-Technik GmbH ist ein  elektrotechnisches Unternehmen, welches auf dem Gebiet der elektromagnetischen Verträglichkeit ...

Maxon Motor GmbH

München, Deutschland

maxon motor ist der weltweit führende Anbieter von hochpräzisen Antriebssystemen. Mehr als 40 Jahre Erfahrung, stetige Innovation, höchste ...



Whitepaper und Webcasts zum Thema
Whitepaper
Wie sich mit optischen Encodern BLDC-Motoren steuern lassen
Lesen Sie, wie der optische 6-Kanal-Encoder von Avago Drehgeber und Kommutierungssignale in einem Modul vereint.
Whitepaper
Elektromagnete – bewegen mehr als Sie denken
Erfahren Sie in diesem Whitepaper alles über Funktionen und Anwendungen verschiedener Elektromagneten und welche Kriterien bei deren Auswahl zu beachten sind.
Whitepaper
Erstklassige Performance bei geringer Baugröße
Dieses Whitepaper erklärt Aufbau und technische Eigenschaften von Sende- und Empfängerteil des Transceivers STD-302N-R von Circuit Design.
Whitepaper
Leitfaden: Einsatz von Klebstoffen in der Fahrzeugelektronik
Die neuen Epoxidharze schützen Elektronikkomponenten im Automobil gegen hohe Temperaturen und aggressive Medien.