Tor-Hidden-Services

Hackerangriff legt Darknet lahm

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Ein Hacker hat nach Experteneinschätzungen bis zu 20 Prozent des Darknets lahmgelegt. Dabei soll es sich angeblich um Seiten mit strafrechtlich relevatem Inhalt gehandelt haben. Die gehackten Daten will der Angreifer, nach eigenen Angaben, den Sicherheitsbehördern überlassen.
Ein Hacker hat nach Experteneinschätzungen bis zu 20 Prozent des Darknets lahmgelegt. Dabei soll es sich angeblich um Seiten mit strafrechtlich relevatem Inhalt gehandelt haben. Die gehackten Daten will der Angreifer, nach eigenen Angaben, den Sicherheitsbehördern überlassen. (Bild: Gemeinfrei / CC0)

Der Hoster Freedom Hosting II wurde bei einem Hackerangriff in Teilen lahmgelegt. Wie eine Tor-Expertin mitteilte, könnten bis zu 20 Prozent des Darknets verschwunden sein. Angeblich wurden explizit Seiten mit kinderpornographischem Material attackiert.

Ein unbekannter Angreifer hat den Darknet-Betreiber Freedom-Hosting II attackiert. Seitdem sind nach Experten-Schätzungen bis zu 20 Prozent des gesamten Darknets nicht erreichbar, was ungefähr 10.000 Seiten entsprechen würde. Exakt verifizieren lässt sich dies nicht, da keine exakten Kenntnisse über den wahren Umfang des Darknets vorliegen.

Freedom Hosting II gilt als der größte Hoster von Tor-Hidden-Services. Die wahre Intention hinter dem Angriff ist noch unklar. Die vom Netz genommenen Seiten wurden durch eine Lösegeldforderung ersetzt. Gefordert werden aber lediglich 0,1 Bitcoins.

Der Gegenwert der virtuellen Währung liegt gegenwärtig bei knapp 100 Euro. Aufgrund der geringen Summe wird von einer anderen Hack-Motivation ausgegangen. Der Angreifer publizierte wenig später die gehackte Datenbank (2,6 Gigabyte)auf einer Tor-Seite.

Zusätzlich konnten weitere 75 Gigabyte an Daten abgegriffen werden. Der Hacker äußerte sich in einem Interview gegenüber „motherboard.vice.com“. Er hätte zu Beginn sich nur umsehen wollen, bei dem Fund von kinderpornographischem Material, habe er sich aber entschieden, die Seiten vom Netz zu nehmen.

Wie der Hacker in dem Interview mit "motherboard.vice.com" weiter erörtert, sollen die Daten an Ermittlungsbehörden weitergegeben werden. Ebenso sollen Sicherheitsforscher das brisante Material erhalten. Diese sehen den Hacker-Angriff sogar positiv. Da in den entwendeten Daten häufig der Begriff Botnet vorkommt, wäre es möglich, dass das eine oder andere Botnetz nun brach liegt.

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