Global LightZ

LEDs verbrauchen laut einer Studie während der Produktion mehr Energie als Kaltkathodenlampen

27.05.2010 | Redakteur: Hendrik Härter

Klaus Wammes, Geschäftsführer von Global LigthZ, demonstriert zwei e³-Lichtschienen

Global LightZ hat eine vergleichende Studie zur ökologischen Verträglichkeit von Glühlampen, LEDs und e3-Lampen erstellt. Besondere Berücksichtigung finden dabei die CO2- und die Quecksilber-Emissionen, die von den verschiedenen Lichtquellen verursacht werden. Wir stellen Ihnen die Studie vor.

Im Unterschied zu anderen Untersuchungen betrachtet Global LightZ nicht nur die Emissionen, die während der Betriebszeit der Lampen anfallen. Auch der Aufwand für Herstellung und Recycling wird mit einbezogen. Das Unternehmen unterzieht damit seine patentierten e3-Lichtquellen einem Vergleich, dessen Kriterien anspruchsvoller sind als die im Lichtquellenmarkt üblichen Spezifikationen.

Warum LEDs eine schlechtere Ökobilanz haben

LEDs schneiden gegenüber e3-Lampen schlechter ab, weil sowohl die Gewinnung der Rohmaterialien als auch die Produktion der eigentlichen Lichtquellen sehr energieintensiv ist. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass LEDs stets mit einem Kühlkörper versehen werden müssen, der bei e3-Lampen nicht benötigt wird.

Global LightZ zitiert zur Veranschaulichung eine japanische Studie, derzufolge die Produktion der LEDs für die Hinterleuchtung eines 52-Zoll-Bildschirms 552 kWh Strom verbraucht und 226,3 kg CO2-Emissionen verursacht. Kaltkathodenlampen für dieselbe Anwendung lassen sich mit nur 13,4 kWh Strom und 5,5 kg CO2 erzeugen.

Die e3-Leuchtröhre, eine Weiterentwicklung der Kaltkathodenlampe, liegt im Schnitt um ein Drittel unter dem Energiebedarf der Kaltkathodenlampen in der Produktion. LEDs verbrauchen also in der Produktion etwa 600-mal so viel Energie wie e3-Lampen und sorgen für entsprechend höheren CO2-Ausstoß.

LEDs emittieren mehr Quecksilber als Leuchtstoffröhren

„In der Klimadiskussion wird oft übersehen, dass LEDs die Umwelt nicht nur durch den Stromverbrauch belasten“, erläutert Global-LightZ-Geschäftsführer Klaus Wammes. „Sie emittieren mittelbar noch mehr Quecksilber als normale Leuchtstoffröhren. Der Grund: Solange elektrische Energie aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas oder Kohle erzeugt wird, werden dabei immer auch Schwermetalle emittiert, zum Beispiel Quecksilber.

Die gesamte Emissionsmenge, die ein Leuchtmittel verursacht, hängt also letzten Endes auch von deren Energieverbrauch bei Herstellung, Betrieb und Recycling ab. Ganz ohne Quecksilber kommt daher keine Lampe aus, auch die e3-Technologie nicht. Ihre gesamte Quecksilber-Emissionsmenge liegt jedoch so berechnet deutlich unter derjenigen der LED.“

Energieverbrauch bei Herstellung entscheidet

Die Studie von Global LightZ, die sich auf die Öko-Datenbank www.ecoinvent.org stützt, untermauert diese These. Sie geht davon aus, dass beim Betrieb von Lichtquellen pro Megawattstunde Strom 40 bis 70 mg Quecksilber in die Umwelt abgegeben werden. Deshalb tragen auch Glühlampen und LEDs zur Quecksilberbelastung der Umwelt bei, obwohl sie selbst keines enthalten.

Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Betriebsdauern ergeben sich daher für die untersuchten Lichtquellen folgende ungefähre Werte für die Erzeugung von 1000 lm Licht über einen Zeitraum von 50.000 Stunden. Für diesen Zeitraum werden 25 Glühlampen benötigt, aber nur je eine LED und e3-Lampe.

Glühlampe:

  • Betriebsdauer (je Lampe): 2000 Stunden
  • Energieverbrauch gesamt (Produktion, Betrieb, Entsorgung): 5000 kWh
  • CO2-Emissionen gesamt (Produktion, Betrieb, Entsorgung): 2500 kg
  • Quecksilbergehalt der Lampe: –
  • Quecksilberabgabe bei Produktion: 0,156 mg
  • Quecksilberabgabe über Betriebsdauer: 350 mg
  • Quecksilberabgabe bei Entsorgung: 0,8 mg
  • Quecksilberabgabe gesamt: 351 mg

LED:

  • Betriebsdauer (je Lampe): 50.000 Stunden
  • Energieverbrauch gesamt (Produktion, Betrieb, Entsorgung): 535 kWh
  • CO2-Emissionen gesamt (Produktion, Betrieb, Entsorgung): 270 kg
  • Quecksilbergehalt der Lampe: ?
  • Quecksilberabgabe bei Produktion: 1,5 mg
  • Quecksilberabgabe über Betriebsdauer: 35 mg
  • Quecksilberabgabe bei Entsorgung: 0,9 mg
  • Quecksilberabgabe gesamt: 37,4 mg

e3-Lampe:

  • Betriebsdauer (je Lampe): 50.000 Stunden
  • Energieverbrauch gesamt (Produktion, Betrieb, Entsorgung): 515 kWh
  • CO2-Emissionen gesamt (Produktion, Betrieb, Entsorgung): 255 kg
  • Quecksilbergehalt der Lampe (aller eingesetzter Materialien): 0,075 mg
  • Quecksilberabgabe bei Produktion: 0,025 mg
  • Quecksilberabgabe über Betriebsdauer: 35 mg
  • Quecksilberabgabe bei Entsorgung: 0,56 mg
  • Quecksilberabgabe gesamt: 35,66 mg

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Nonsense. Die Verwendung von quecksilberhaltigen Leuchtmitteln ist nicht !!! mehr...  lesen
posted am 17.12.2015 um 10:23 von Unregistriert

Ich habe mal zusammen gerechnet was bei der e3 Lampe an Quecksilbermengen abgegeben werden. Laut...  lesen
posted am 21.11.2014 um 16:12 von Unregistriert

Ich habe mal zusammen gerechnet was bei der e3 Lampe an Quecksilbermengen abgegeben werden. Laut...  lesen
posted am 21.11.2014 um 16:12 von Unregistriert

In der oben aufgeführten Berechnung wird bei der Herstellung von Glühbirnen kein Strom verbraucht,...  lesen
posted am 24.01.2014 um 10:50 von Unregistriert

Hier wurde die Quecksilberbelastung generell hochgerechnet. Beim deutschen Strommix wird sonst ein...  lesen
posted am 26.12.2013 um 18:01 von Unregistriert


Mitdiskutieren

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 348612 / LED & Optoelektronik)

Produkt-Tipp Susumu

Anzeige

Dünnschicht-Präzisionswiderstands-
netzwerk

RM Netzwerke sind hervorragend geeignet als Spannungsteiler oder für Mess- und Rückkopplungsschaltungen in verschiedenen Branchen.lesen

 

Analog IC Suchtool

Digitale Ausgabe kostenlos lesen

ELEKTRONIKPRAXIS 23/2016

ELEKTRONIKPRAXIS 23/2016

Prozessoren und Tools für kompakte Bildverarbeitung

Weitere Themen:

Oszillatoren für sichere Bordnetze
Redesign für Health Care

zum ePaper

zum Heftarchiv

Embedded Software Engineering

Embedded Software Engineering

Entwicklung und Zertifizierung deutlich vereinfacht

Weitere Themen:

User Experience Design und agile Methoden
IoT-Sicherheit muss auf Vertrauen basieren
So sieht zukunftsfähige Embedded- Entwicklung aus

zum ePaper

zum Heftarchiv