Kaspersky-Lab-Studie

Bundestagswahl per Online-Stimmabgabe?

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Direkte Demokratie durch Online-Wahlen?

Mehr als jeder Zweite vermutet, dass sich durch die Online-Option der Gesamtaufwand einer Wahl signifikant reduzieren lassen könnte (56%). Etwas unverständlich, aber dennoch angegeben: 24 Prozent glauben, dass eine Online-Wahl eine Chance für die direkte Demokratie wäre. Hierbei handelt es sich jedoch um eine Staatsform, die grundlegend unabhängig von den Wahl-Varianten ist.

Wichtig und wahrscheinlich ist hingegen der dritte Aspekt: 56 Prozent der Befragten gaben an, dass sich durch die Online-Stimmabgabe die Wahlbeteiligung deutlich erhöhen ließe, wie Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab bekräftigt: „Eine Mehrheit der Befragten sieht den Einsatz des Internets bei Bundestagswahlen in Deutschland auch als ein Mittel, um die Wahlbeteiligung zu steigern - und das nicht nur bei den jüngeren Wählern. Gerade die Generation 50plus zeigt sich offen für moderne Formen der Stimmabgabe.“

Wer manipuliert hier eigentlich wen?

Auf die Frage, wie störungsanfällig die Deutschen eine Online-Wahl sehen, antworteten 31 Prozent mit hoch oder sehr hoch, 35 Prozent sehen keine Gefahren hinsichtlich technischer Störungen und 34 Prozent sind unentschlossen. Allerdings hält die Mehrheit der Befragten (54%) Online-Wahlen für sabotageanfällig.

Zeitgleich glaubt aber jeder zweite Befragte, dass er die Geheimhaltung auch bei einer Online-Stimmabgabe gewährleisten könne. Allerdings schätzen 37 Prozent die Möglichkeit des Stimmenverkaufs sehr hoch ein. Dieses Problem schätzen jüngere Wähler mit 49 Prozent deutlich höher ein als die übrigen Altersgruppen.

Die größte Befürchtung - mit 64 Prozent - liegt allerdings bei einer möglichen Manipulation durch Hacker. Diese Angst wird von den Jungwählern von 18 bis 29 (71 Prozent) überdurchschnittlich oft geteilt. Im Detail wird Hacking altersgruppenübergreifend mit 70 Prozent am häufigsten genannt, dicht gefolgt von Cyberspionage (66%) und Phishing (65%).

Bei der Frage nach den potenziellen Übeltätern sind die ersten drei Plätze klar vergeben: Als unangefochtener Spitzenreiter werden Hacker gesehen. Ihnen folgen mögliche Terroristen (45%). Über 40 Prozent glauben, dass derartige Angriffe auch von anderen Staaten ausgeführt werden könnten.

(K)eine Frage der Parteienzugehörigkeit

Innerhalb des Parteienspektrums ist der Wunsch nach einer möglichen Stimmabgabe online bei den anstehenden Bundestagswahlen relativ homogen ausgeprägt und reicht von 60 Prozent bei den AfD-Wählern bis zu 54 Prozent bei Wählern von Bündnis 90/Die Grünen.

Unter den AFD- und SPD-Wählern finden sich derweil auch die größten Skeptiker: (Knapp) jeder Dritte würde eine Online-Wahl gar nicht wollen. Traurig, aber wahr: Bei den Nichtwählern lehnen knapp 60 Prozent eine Online-Wahl ab, vermutlich weil dann eine Ausrede für das Nichtwählen wegfallen würde.

Erhebung der Studie

Die Studie zu den Einstellungen der Deutschen zum Thema Online-Wahlen wurde von Statista im Auftrag von Kaspersky Lab im Januar 2017 durchgeführt. Insgesamt wurden über 3.000 wahlberechtigte Deutsche ab 18 Jahre online befragt. Die komplette Studie finden Sie hier.

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