Mehrkern-Prozessoren

Multicore Association legt Leitfaden für die Entwicklung für Mehrkern-Chips vor

| Redakteur: Franz Graser

Applikationen, die das Potenzial von Mehrkernprozessoren ausreizen, sind komplexer zu entwickeln als gewöhnliche Anwendungen. Die Multicore Association hat nun einen Leitfaden für Multicore-Programmierer herausgebracht.
Applikationen, die das Potenzial von Mehrkernprozessoren ausreizen, sind komplexer zu entwickeln als gewöhnliche Anwendungen. Die Multicore Association hat nun einen Leitfaden für Multicore-Programmierer herausgebracht. (Bild: Clipdealer)

Die Entwicklung von Embedded-Applikationen, die die Leistung von Multicore-Chips ausreizen, ist kompliziert. Die Multicore Association hat nun eine Sammlung von bewährten Praktiken herausgegeben, die die Entwicklung erleichtern und dadurch Kosten sparen.

Die Situation, in der viele Softwareentwickler stehen, ist reichlich knifflig: Auf der einen Seite wird von ihnen erwartet, das Potenzial, das Multicore-Hardwareplattformen bieten, auch für ihre Anwendungen zu erschließen. Dazu müssen sie die Softwarearchitektur zum Teil neu entwerfen. Aufgrund der in der Regel engen Zeitvorgaben können sie jedoch nicht einfach eine neue Programmiersprache lernen, die die Parallelisierung von Anwendungssträngen möglicherweise besser unterstützt, sondern bleiben bei bewährten Techniken wie zum Beispiel den Sprachen C/C++ und versuchen sie an die Mehrkern-Prozessoren anzupassen.

Die Sammlung von Best Practices namens MPP (Multicore Programming Practices), die die Multicore Association zusammengestellt hat, unterstützt diesen evolutionären Ansatz. In dem Leitfaden werden deshalb keine proprietären Spracherweiterungen thematisiert. Ziel ist es vielmehr, dass die Software auf möglichst vielen Hardwareplattformen lauffähig ist beziehungsweise die Portierung möglichst unkompliziert sein soll.

Der MPP bietet deshalb ein Rahmenwerk an, das es Entwicklern ermöglicht, von der seriellen auf die parallele Programmierung umzusteigen und zeigt auch potenzielle Fallstricke und ihre Lösungen auf.

„Die Industrie erforscht natürlich neue Programmiersprachen und Techniken“, sagt Markus Levy, der Präsident der Multicore Association: „Aber diese Ansätze greifen natürlich erst mittel- und langfristig. Der Leitfaden zeigt auf, wie C/C++-Code für Embedded-Applikationen so geschrieben werden kann, dass er heute schon Multicore-ready ist.“

Ein weiterer Vorteil des MPP ist aus Levys Sicht, dass der Leitfaden von einem Komitee von Industrieexperten erstellt wurde. „Die Experten, die den MPP konzipiert haben, stellten sicher, dass das Werk umfassend, industrieweit einsetzbar und nützlich ist, so dass Entwicklungszeiten verkürzt werden können und der Weg der Branche zu Plattformen mit noch mehr Prozessorkernen erleichtert wird.“

An der Konzeption des MPP waren unter anderem Vertreter von CriticalBlue, Freescale, Intel, PolyCore Software, Texas Instruments und Wind River beteiligt. Wichtige Beiträge stammten darüber hinaus von der Carnegie Mellon University und Mentor Graphics. Der Leitfaden kann im Netz von der Website der Multicore Association heruntergeladen werden.

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