Digitalisierung in der Mess- und Prüftechnik

Wie Disruptive Teststrategien den Automatisierten Test verändern

04.04.17 | Redakteur: Hendrik Härter

Automatisierter Test: Rahman Jamal ist sich sicher, „dass man Produktionstests als Wettbewerbsvorteil nutzen kann. Die etablierte Mess- und Testbranche wird durch disruptive Technologien ordentlich durcheinandergewirbelt. Bei disruption neigt man vielleicht dazu, an destruction, also Zerstörung zu denken. Aber genau das Gegenteil tritt ein, denn Disruption setzt sogar positive Kräfte frei und bietet einen Nährboden für neue Technologien.“
Automatisierter Test: Rahman Jamal ist sich sicher, „dass man Produktionstests als Wettbewerbsvorteil nutzen kann. Die etablierte Mess- und Testbranche wird durch disruptive Technologien ordentlich durcheinandergewirbelt. Bei disruption neigt man vielleicht dazu, an destruction, also Zerstörung zu denken. Aber genau das Gegenteil tritt ein, denn Disruption setzt sogar positive Kräfte frei und bietet einen Nährboden für neue Technologien.“ (Bild: National Instruments)

Softwaredefinierte Mess- und Prüftechnik verändert eine ganze Branche: Seit National Instruments 2012 den rekonfigurierbaren VST vorgestellt hat ist klar, dass Software einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Ein Interview mit Rahman Jamal.

Bisher wird der Produkttest nur als lästiges Anhängsel angesehen. Doch dabei spielt Software eine immer wichtigere Rolle in der Messtechnik. So lassen sich moderne Testsysteme rekonfigurieren und an die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens sowie der speziellen Testanwendung anpassen.

Das zeigte National Instruments bereits 2012 mit der Vorstellung des Vektorsignal-Transceivers: Im Mittelpunkt steht ein programmierbarer FPGA. Mit solchen Werkzeugen ist es heute bereits möglich, unliebsame Kosten zu senken und flexibler auf Veränderungen zu reagieren. Wir sprachen mit Rahman Jamal von National Instruments über sich verändernde Prüfabläufe, Software in der Mess- und Prüftechnik und welchen Einfluss mobile Geräte auf die sich ändernde Welt der Mess- und Prüftechnik haben.

Ergänzendes zum Thema
 
Disruption nicht negativ sehen

Herr Jamal, wie bewerten Sie die Situation in Prüfabteilungen? Werden sie nach wie vor als Anhängsel und lästiger Kostenfaktor in den jeweiligen Unternehmen betrachtet?

Ja, grundsätzlich stimmt das: Oft wird dem Produkttest nur eine unterstützende Funktion in den Produktentwicklungs- und -fertigungsprozessen beigemessen und er gilt als lästiger Kostenfaktor. Doch das ist zu kurz gedacht. Produktvalidierung, kürzere Entwicklungszeiten, bessere Qualität und Zuverlässigkeit sowie die Anzahl der Ausfälle zu verringern, um nur einige Dinge zu nennen, sind ohne Test kaum möglich.

Dass man Produkttests sogar als Wettbewerbsvorteil nutzen kann, sickert in der Elektronikfertigung langsam durch. Wenn in Produktabteilungen strategisch investiert wird, entwickeln sie Standardtestplattformen sowie wertvolle IP rund um den Test. Gleichzeitig entsteht eine wesentlich produktivere Belegschaft, während die Betriebskosten gesenkt werden. Schließlich werden die Tests auch auf die Geschäftsziele abgestimmt, indem kontinuierlich die Produktmargen, Qualität und Markteinführungszeit verbessert werden.

Meine langjährige Erfahrung in diesem Umfeld hat gezeigt, dass es sowohl aus persönlicher als auch aus beruflicher Sicht zwar harte Arbeit, aber zugleich auch lohnend ist, solch vermeintlich lästige Kostenfaktoren in strategische Assets zu verwandeln, mit denen sich die Profitabilität, Time-to-Market und Produktqualität verbessern lassen. Im Übrigen lässt sich sogar der wirtschaftliche Erfolg einer Prüfabteilung messen, nämlich anhand der Gesamtbetriebskosten.

Dazu gehören die Anschaffung des Equipments, aber auch alle Ausgaben für Personal und Wartung. Und nicht zu vergessen die Vorlaufkosten, etwa für die Entwicklung von Hardware- und Software-Tools. Wer einen Überblick über die Gesamtbetriebskosten hat, ist in der Lage, den tatsächlichen Mehrwert einer Teststrategie nachzuweisen und künftige Investitionen zu rechtfertigen.

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